05.04.2012, 15:12 Uhr | akl
Die richtige Lebensweise kann das Herzinfarktrisiko senken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Rauchen, Übergewicht und mangelnde Bewegung schaden dem Herzen, das ist bekannt. Im Alltag werden diese Möglichkeiten aber oft vergessen. Wir haben Experten gefragt, inwieweit Herzinfarkt hausgemacht ist und wie man sein Risiko senken kann.
Der Herzmuskel pumpt unermüdlich Blut in den Körperkreislauf. Bei geringer körperlicher Leistung sind das bis zu 8500 Liter am Tag, sagt Professor Helmut Gohlke, Leiter der Projektgruppe Prävention der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und Vorstand der Deutschen Herzstiftung.Damit die Herzmuskelzellen genügend Sauerstoff und Nährstoffe für diese Aufgabe zur Verfügung haben, werden sie von den Herzkranzgefäßen stetig mit Blut versorgt. Jeder Mensch hat drei große Herzkranzgefäße, auch Koronararterien genannt. Verschließen sich diese Gefäße - beispielsweise durch Blutgerinnsel oder Kalkablagerungen aus der Gefäßwand - wird die Blutversorgung in einem der Herzkranzgefäße unterbrochen oder zumindest stark eingeschränkt. Das führe bereits innerhalb von Minuten dazu, dass der betroffene Herzmuskel seine Arbeit einstellt, so Gohlke. Hält der Sauerstoffmangel länger an, stirbt ein Teil des Herzmuskels ab. Es kommt zum Herzinfarkt.
Professor Dr. Axel Schmermund, Internist und Kardiologe am Cardioangiologischen Centrum Bethanien (CCB) in Frankfurt am Main nennt als Hauptrisikofaktoren zu hohes Cholesterin, Diabetes, Bluthochdruck und Rauchen. "Einen Hauptrisikofaktor kann man nicht nennen, aber Männer haben ein größeres Risiko bei erhöhtem Cholesterin und wenn sie rauchen. Bei Frauen wirken sich Diabetes und Bluthochdruck besonders negativ aus." Aber auch die familiäre Veranlagung dürfe nicht außer Acht gelassen werden. "Eine genetische Belastung ist dann gegeben, wenn Verwandte ersten Grades betroffen sind - Männer vor 50 Jahren und Frauen vor 60 Jahren.
Wie sich ein Herzinfarkt ankündigt und was Sie dann sofort tun müssen. zum Video
Das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, kann mit der richtigen Lebensweise erheblich gesenkt werden. "Wer komplett gesund lebt, senkt sein Herzinfarktrisiko um 80 Prozent", sagt Schmermund. Fetthaltige Ernährung, zu wenig Bewegung, Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Diabetes und Zigarettenkonsum schaden dem Herz - besonders, wenn sie in Kombination auftreten. "Zeigt ein 50-jähriger Mann keine der genannten Risikofaktoren, liegt seine Wahrscheinlichkeit 90 Jahre alt zu werden bei 95 Prozent. Bei Frauen ist es ähnlich. Allerdings trifft es nur auf etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung zu - sie haben keine der genannten Risikofaktoren", erklärt Schmermund.
Gohlke weist darauf hin, dass es im Rahmen einer Grippewelle zu vermehrten Herzinfarkten kommt. Ursache sei die gesteigerte Entzündungsreaktion im Körper. Eine Grippeschutzimpfung könne dieses Risiko bei gefährdeten Personen senken. Als wichtigsten Einzelfaktor sieht Gohlke das Rauchen, da Zigaretten die Gerinnungsbereitschaft des Blutes steigern: Jede Zigarette verkürze das Leben um 28 Minuten. Als risikovermindernd gilt die Umstellung auf mediterrane Kost mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Salat, Obst, Nüssen und Fisch. Der Blutdruck und die Cholesterinwerte sollten regelmäßig von einem Arzt überprüft werden. Schmermund betont, wie wichtig Bewegung ist: "Sport schenkt uns zehn Lebensjahre. Ganz ungefährlich ist die körperliche Aktivität aber nicht, da dabei das Herz angestrengt und belastet wird. Gerade wer mit dem Training anfängt, sollte vorsichtig sein und sich langsam steigern."
Erleidet der Betroffene einen Herzinfarkt, ist es wichtig, dass der Blutfluss schnellstmöglich wieder hergestellt wird. Anwesende Personen können jetzt wichtige Hilfe leisten. Auch wenn der Betroffene bewusstlos ist, sollte zuerst der Rettungsdienst angerufen werden. Danach müssen Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt werden. "Die Herzdruckmassage ist das Beste, was der Ersthelfer tun kann. Durch den Druck, der auf den Brustkorb ausgeübt wird, gelangt genügend Luft in den Körper", sagt Schmermund. Dafür legt man beide Hände übereinander, in der Mitte des Brustkorbs zwischen den Brustwarzen, auf. Dann drückt man das Brustbein etwa 100-mal pro Minute etwa fünf Zentimeter tief ein. Setzen Sie die Herzdruckmassage fort, bis der Notarzt eintrifft.
Spüren Betroffene starke Brustschmerzen, ein Engegefühl in der Brust und strahlen die Schmerzen in Schultern, Rücken, Bauchraum oder Unterkiefer aus, sollte sofort der Notarzt unter der Nummer 112 angerufen werden. Oft kommen Übelkeit, Schweißausbrüche und Atemnot hinzu. Schmermund empfiehlt eine Tablette mit dem blutverdünnenden Wirkstoff Acetylsalicylsäure einzunehmen, wenn ein Herzinfarkt vermutet wird.
Den Herzinfarkt-Risikotest können Sie auch auf den Seiten der Deutschen Herzstiftung unter www.herzstiftung.de kostenlos anfordern.
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akl
Elly schrieb:
am 10. April 2012 um 10:46:37
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ambulante Herzspezialisten???
Früher als es noch TBC gab wurden die Menschen mittels Reihenuntersuchungen diesbezüglich untersucht. Auch
für das menschliche Herz sollte es solche Reihenuntersuchungen geben. Vor Schulbeginn sollten die Herzen der Schüler auf Defekte mittels Computertomographie mit Kontrastmitteln untersucht werden, so kann man unerwarteten Dingen vorbeugen und Überforderungen der Schüler im Sport vermeiden. Für Sportlehrer sind alle Schüler gesund und wer nicht kann ist faul und phlegmatisch.
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nichtraucher schrieb:
am 10. April 2012 um 09:48:17
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wären alle perfekt wäre es doch echt langweilig!!!!!
eine frage hätte ich noch!wenn jeder mensch einheitlich wäre so wie es die regierung
will.schlanke ökofreaks die nicht rauchen und alkohol trinken.was erzählt ihr der gesellschaft dann was es für gründe sind wieso sie am herzinfarkt sterben?der mensch stirbt nunmal früher oder später,gehört halt zum leben dazu.wenn man die eine krankheit bekämpft kommt eine neue. wo ist das problem so zu sterben und das leben genossen zu haben wie man es für richtig hält?perfekte menschen gibts nicht. zum glück
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CommanderJF schrieb:
am 10. April 2012 um 09:41:55
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Wichtigster Risikofaktor fehlt !
Ich bin 40 Jahre und habe leider mit 27 meinen ersten Herzinfarkt bekommen. Meine Koronaraterie wurde wegen
der Kalkablagerung mit einem Stent erweitert. Jetzt erst vor kurzem wurde mir ein zweiter Stent an einer ganz anderen Stelle eingesetzt. Das ist schon ganz schön heftig. Keine der o.g. Risikofaktoren treffen bei mir zu. Auch erblich bin ich nicht vorbelastet. Das einzigste was bei mir zutrifft ist der STRESS !!! Durch ihn werden im Körper Stoffe freigestezt, die zur Verkalkung führen !!!!!
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