13.12.2011, 09:23 Uhr | akh
In Deutschland leiden 1,3 bis 1,5 Millionen Menschen an chronischer Hepatitis B oder C. Vor allem in Ballungsgebieten ist die Zahl der Erkrankten gegenüber bisherigen Schätzungen deutlich gestiegen. In den nächsten zehn bis 20 Jahren ist mit einer starken Zunahme der Hepatitis-bedingten Spätschäden zu rechnen. Allerdings haben sich auch die Therapiemöglichkeiten verbessert: Eine chronische Hepatitis C kann beispielsweise dank neuer Medikamente häufig vollständig geheilt werden. Professor Siegbert Rossol, Spezialist für Lebererkrankungen am Krankenhaus Nordwest in Frankfurt am Main, klärt über die Behandlungsmethoden auf und sagt, wie Sie Hepatitis frühzeitig erkennen.
Studien an der Berliner Charité und am Krankenhaus Nordwest in Frankfurt haben ergeben, dass die Zahl der Hepatitis-Erkrankungen insbesondere in den Ballungsgebieten weit höher liegt als bisher angenommen. In Berlin leidet jeder 40. an Hepatitis C. Für die Frankfurter Studie wurden 11.000 Patienten, unabhängig vom Grund ihres Krankenhausaufenthalts, auf Hepatitis B und C getestet. Daraus ergab sich, dass im gesamten Rhein-Main-Gebiet bis zu 150.000 Menschen an einer der beiden Leber-Leiden erkrankt sind. Vor allem in Regionen, in denen viele Migranten leben, besteht ein deutlich erhöhtes Infektions-Risiko. Das liegt daran, dass die Zahl der Hepatitis-Erkrankten im Ausland meist höher ist als in Deutschland und die meisten Betroffenen nichts von ihrer Infektion wissen.
Professor Rossol bemängelt vor allem die fehlende Aufklärung der Hausärzte. „Viele der Patienten mit Leberwertveränderungen oder Risikofaktoren für Leberinfektionen erhalten keine weiterführende Diagnostik. Das Bewusstsein für Lebererkrankungen fehlt. Daher werden erhöhte Leberwerte oft ignoriert“, berichtet der Mediziner. Bereits bei leicht erhöhten Werten sollte der Hausarzt den Patienten auf Hepatitis testen. Das tun nach einer zurückliegenden Studie des Krankenhauses Nordwest aber nur maximal 50 Prozent. Viele schieben die hohen Leberwerte fälschlicherweise auf einen übermäßigen Alkoholkonsum. Diese Annahme kann der Spezialist widerlegen: „Maximal 20 bis 30 Prozent der Fälle lassen sich auf Alkohol zurückführen. Der Ursache für die hohen Werte muss der Arzt trotzdem nachgehen.“ Nur dann können Patienten frühzeitig identifiziert und erfolgreich therapiert werden. Aber: Ein Hausarzt, der nicht sofort die Leberwerte checkt, ist nicht automatisch ein schlechter Arzt. „Da die Leber kein Schmerzempfinden hat, wird oft keine Erkrankung in diesem Bereich vermutet.“ Daher empfiehlt es sich, im Zweifelsfall einen Spezialisten aufzusuchen.
Gelbsucht und Leberzirrhose sind deutliche Anzeichen für eine Lebererkrankung. In diesem Fall ist die Leber allerdings bereits stark geschädigt. „Wie bei anderen Krankheiten wäre auch eine Leber-Vorsorge möglich, aber daran denkt keiner“, erklärt Rossol. Dialyse-Patienten und Schwangere sind die Einzigen, deren Leberwerte routinemäßig untersucht werden. Deswegen gibt es Fragebögen, zum Beispiel von der Deutschen Leberhilfe e.V., der auch in Arztpraxen ausgegeben werden kann. In diesem können Patienten zum Beispiel angeben, aus welchem Land sie kommen oder ob sie schon mal eine Bluttransfusion erhalten haben. Anhand dieser Fragen kann eine erste Risiko-Einschätzung gegeben werden. Ausschlaggebend sind dennoch die Leberwerte.
Den aktuellen Infektions-Zahlen steht eine positive Nachricht gegenüber: Dank neuer Therapiemöglichkeiten kann eine chronische Hepatitis C vollständig und sehr viel häufiger als früher geheilt werden. „Aktuell gibt es eine sogenannte Dreifach-Therapie, die aus einer Spritze und zwei Medikamenten in Tablettenform besteht“, erklärt der Experte. Die Dauer liegt bei vier bis zwölf Monaten, abhängig davon, wie gut der Patient auf die Medikamente reagiert. „Es gibt auch Fälle, bei denen das Hepatitis-Virus bereits nach wenigen Wochen aus dem Körper verschwunden war“, berichtet Rossol. Dank der neuen Methoden ist es sogar möglich, Patienten mit einem Rückfall nach einer früheren Ersttherapie erfolgreich zu behandeln. Die Therapie kann vom Beginn der Hepatitis bis hin zu einer Leberzirrhose eingesetzt werden. „Vorausgesetzt es handelt sich um eine stabile Zirrhose, bei der noch kein Bauchwasser oder keine Gelbsucht vorhanden ist“, schränkt der Spezialist ein.
Eine chronische Hepatitis B kann zwar ebenfalls dank einer Therapie sehr erfolgreich behandelt werden. Das Virus bleibt aber weiterhin im Körper. Daher ist eine dauerhafte Behandlung notwendig, da die Erkrankung ansonsten ausbrechen würde. „Die Patienten nehmen pro Tag eine Tablette. Das ist leicht zu bewältigen und die Tabletten haben zudem kaum Nebenwirkungen“, erklärt Rossol. Dadurch ist es immerhin möglich, die Hepatitis auf einem sehr niedrigen Niveau einzufrieren.
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akh
chrisy schrieb:
am 18. Dezember 2011 um 17:46:37
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harry
harry du hast recht........
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harry schrieb:
am 18. Dezember 2011 um 10:05:00
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hep c
Es gibt medis die hep c in ein paar wochen heilen. die liegen in der schublade. aber da kann hoffmann la roche ja keine millarden
verdienen. eine interferon
behandlung kostst ca 30 000 euro. die starken nebenwirkungen geht denen am A.. vorbei
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Florian schrieb:
am 13. Dezember 2011 um 14:21:49
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Hepatitis
An eine Infektion beim Zahnarzt denken, wohl die Wenigsten. Während der Bohrer getauscht wird, habe ich noch keinen Zahnarzt
erlebt, der sein Hand-
und Winkelstück (Turbine) nach jedem Patienten wechselt. Das ist den Zahnärzten zu teuer, obwohl der Gesetzgeber dies vorschreibt. Da drohen die Verbände gegenüber RP oder RKI lieber mal vorsichtshalber mit ihren Rechtsanwälten. Aber nur so lange, bis der erste Hepatitis-Patient seinen
Zahnarzt verklagt, der dann schnell in Beweisnot gerät.
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