17.04.2008, 15:19 Uhr | bri
Kopf und Vorderbeine einer Milbe unter dem Mikroskop. (Foto: dpa)Sie kommen in der Nacht aus dem Kopfkissen und fressen unsere Hautschuppen. Allergiker leiden darunter besonders und bekommen sogar Asthma, sobald Sie die Ausscheidungen der Tierchen einatmen. Die Betroffenen versuchen, das Leiden mit speziellen Matratzen oder teuren Staubsaugern zu lindern oder sie sprühen die Bettwäsche mit Sprays gegen Milben ein. Wir sagen Ihnen, was gegen die Biester hilft.
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Allergiegeplagte sollten auf jeden Fall die Zahl der Allergene reduzieren. "Je weniger Reizstoffe, umso besser", rät Professor Karl Christian Bergmann, Leiter der allergologisch-pneumologischen Ambulanz am Allergie-Centrum der Berliner Charité. Hund und Katze gehören nicht in die Wohnung. Regelmäßiges Lüften macht es den Milben schwer und Betten sollte ausgeschüttelt werden. Kälte mögen Milben überhaupt nicht: Wer also Bettbezüge oder Plüschtiere für eine Stunde in die Tiefkühltruhe packt, tötet die Plagegeister. Wer dennoch mit laufender Nase, tränenden Augen oder gar Asthma zu kämpfen hat, sollte seinen Arzt nach Cortisonpräparaten fragen. Leichte Beschwerden können bereits rezeptfreie Antihistaminika aus der Apotheke lindern.
Für Verwirrung sorgte jetzt eine Studie aus Dänemark. Forscher überprüften 54 Studien zum Thema Milben-Allergie. Ihr Fazit: Keine der Anti-Milben-Methoden hilft gegen die Beschwerden. Auch teure Matratzen, spezielle Staubsauger oder Anti-Milbensprays könne man sich sparen. Der Grund: Bereits winzige Mengen der Allergie auslösenden Ausscheidungen können zu Asthmaanfälle führen. Die Zahl der Allergene zu reduzieren helfe nicht, schlussfolgern die Forscher.
Daran zweifelt jedoch Professor Bergmann. "An diesen Studien nahmen Probanden teil, die keine Allergie gegen Milben hatten, und das verfälscht das Ergebnis", sagt der Arzt. Es sei kein Wunder, dass die Methoden gegen die Allergie bei diesen Menschen nicht wirken.
Laut Bergmann ist die Diagnose einer Milben-Allergie sehr schwer. Ein Patient kann Symptome haben und sogar Antikörper gegen die Milben-Allergene im Blut. Doch nur ein Provokationstest zeigt, ob jemand allergisch ist. Hierbei wird der Körper mit dem Allergen konfrontiert, zum Beispiel werden die Ausscheidungen der Milbe auf die Nasenschleimhaut aufgetragen. Schwillt die Nasenschleimhaut an, hat der Patient eine Allergie. "An den Studien nahmen Menschen teil, bei denen kein Provokationstest gemacht wurde", sagt der Professor. Die Symptome dieser Probanden könnten laut Bergmann von einer Überempfindlichkeit der Schleimhäute herrühren.
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