21.10.2011, 15:39 Uhr | vdb
Haushaltstipps: Herkömmliche Putztücher reinigen besser als Einwegtücher. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Sie finden sich seit einiger Zeit in jeder Haushaltswarenabteilung: Einwegputztücher für Toiletten, Staub auf Möbeln oder Dreck auf dem Boden. Was aber bringen die Tücher und ist es hygienischer mit ihnen zu putzen? Die Sendung "Markt" vom NDR hat eine Expertin gefragt und die Einmal-Tücher unter die Lupe genommen.
Einwegputztücher gibt es von namenhaften Herstellern und in den Regalen der Discounter. Bei den Kunden werden sie immer beliebter, allein im letzten Jahr wurden, so "Markt", 13,6 Millionen Packungen verkauft. Beworben werden die Produkte mit einer schnellen, einfachen Handhabung und einem sterilen Putzergebnis. Aber reinigen sie tatsächlich besser? "Markt" hat Nicole Beck, Sachverständige für das Gebäudereinigerhandwerk, verschiedende Einwegtücher testen lassen. Als erstes nahm Sie Fensterreinigungstücher von zwei großen deutschen Drogeriemarktketten unter die Lupe. Für ein großes Wohnungsfenster brauchte sie 16 Tücher. Zudem war das Ergebnis schmierig und festklebender Schmutz blieb haften. "Die Tücher eignen sich vielleicht für Kleinstflächen", so das Fazit von Beck, ansonsten konnte die Putzleistung nicht überzeugen.
Auch Bodenwischtücher konnten nicht punkten. Im Test sollte eine klebrige Mischung aus Cola und Staub entfernt werden. Hierbei versagte das feuchte Einmal-Wischtuch. Zwar löste es einen Teil des Schmutzes, verteilte ihn dann aber nur weiter auf dem Boden. Feucht ist eben nicht nass. Ein weiterer Nachteil: Die Reinigung mit dem Einmal-Tuch ist vergleichsweise teuer. So kostet nach Berechnungen von "Markt" das Wischen mit Wasser und Allzweckreiniger rund neun Cent. Das Wischen mit dem Feuchttuch ist rund drei Mal so teuer. Noch teurer ist das Fensterputzen mit der Einwegvariante: Wer sie benutzt braucht für ein Fenster viele Tücher. Bei Nicole Beck waren es 16 Stück. Im Vergleich zum herkömmlichen Putzen sind die Kosten dann mehr als hundertmal so hoch, berichtet "Markt".
Für diesen Job muss man auf jeden Fall schwindelfrei sein. Die Fensterputzer der Wolkenkratzer. zum Video
Als besonders hygienisch bewerben Hersteller die Einwegtücher für die Toilette. Doch auch sie konnten Expertin Nicole Beck nicht überzeugen. Sie hält es für nicht möglich, das WC mit einem feuchten Tuch hygienisch zu reinigen. Im Praxistest fielen die Tücher zudem schnell auseinander. Mit ihnen kann man höchstens Oberflächen wie zum Beispiel die Toilettenbrille putzen. Unter den Rand kommt man mit den Tüchern jedoch nicht. Das Fazit aller Tests: Wer hygienisch und günstig putzen will, greift besser zu Lappen oder Wischmop, Eimer und Lauge.
Die Einwegtücher putzen also schlecht und sind vergleichsweise teuer. Doch ihr Einsatz bringt ein weiteres Problem mit sich: Sie sind auch schlecht für die Umwelt. Zu ihrer Herstellung werden viel Energie, Wasser und Rohstoffe benötigt. Als "unnötige Ressourcenverschwendung" bezeichnet das Benjamin Bongardt vom Naturschutzbund (NABU) Deutschland gegenüber "Markt". Ungünstig sei auch, dass immer die gleiche Menge an Reinigungsmitteln in den Tüchern enthalten ist. So könne der Verbraucher die Putzmittelmenge nicht regulieren.
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vdb
voegelchen schrieb:
am 21. Oktober 2011 um 18:04:51
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Einweg-Putztücher
... und der Müllberg wächst und wächst, der Wald schwindet und schwindet. Und ich wette, daß
Toiletteneinwegputztüche,r auch entgegen des Hinweises in der Gebrauchsanweisung, in der Toilette landen. Das verstopft mit der Zeit dann die Kläranlagen. Dann wird wieder der Steuerzahler zur Kasse gebeten,
für die Faulheit und Leichtsinnigkeit der Käufer und der nicht enden wollenden
Gewinnsucht der Putzmittelindustrie.
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