24.09.2008, 11:59 Uhr | dpa, msh
Welche Fischarten darf man noch essen? (Foto: Archiv)Welchen Fisch kann man noch mit gutem Gewissen kaufen? Für die Umweltschützer von Greenpeace ist der Fall klar: Scholle und Lachs sind tabu, Forelle, Pangasius und Zander dagegen können bedenkenlos verzehrt werden. So steht es in der neuen Fischbroschüre von Greenpeace. Er solle Verbrauchern ein Ratgeber sein, mit sie durch ihr Einkaufsverhalten zum Schutz der Meere beitragen, heißt es. Die Broschüre "Fisch - beliebt, aber bedroht" bewertet die Bestände von mehr als 40 Fischarten. Darunter sind auch Arten wie Hering, Lachs oder Dornhai (Schillerlocke), die oft auf deutschen Tellern landen.
Scholle, Makrele und Atlantischer Lachs sollten nach Ansicht der Naturschutzorganisation für umweltbewusste Fisch-Esser tabu sein, die Bestände seien überfischt, so Iris Menn Greenpeace-Fischereiexpertin. Bei manchen Arten wie Kabeljau und Thunfisch gibt es im Fischratgeber eine differenzierte Empfehlung: Fischesser müssen genau auf die Fanggebiete achten. In der Regel steht auf der Verpackung, in welchem Meer der Fisch gefangen wurde, jedoch nicht immer. "Der Verbraucher muss nachfragen, ohne Zweifel braucht er Mut", so die Meeresexpertin.
Mit dem Fischratgeber sollen Verbraucher zu den weniger bedrohten Fischarten greifen, um die mittlerweile selten gewordenen Fische vor dem Aussterben zu retten. "Die Situation der weltweiten Fischbestände ist dramatisch. 80 Prozent der Fischbestände der EU werden so stark befischt, dass ihre Nachkommenschaft nicht gesichert ist", sagt Menn. Greenpeace fordert, dass illegale Fischerei gestoppt und Meeresschutzgebiete eingerichtet werden. Die Organisation kritisiert besonders die Fischerei mit Grundschleppnetzen, wegen des hohen Anteils an Beifang. "Das ist eine maßlose Verschwendung von Leben", klagt Menn.
Mehr bei feelgreen.de: Fischratgeber - Pazifischer und atlantischer Lachs
Matthias Keller vom Fisch-Informationszentrum, der Interessenvertretung der Fischwirtschaft kritisiert, dass der Ratgeber für Konsumenten "zu pauschal" sei. "Alle Fische, die legal auf den Markt kommen, sind bedenkenlos zu essen." Für verantwortliche Politiker in Brüssel allerdings sei er eine "wichtige Lektüre". Wegen der Überfischung der Meere hatte die Europäische Kommission Alarm geschlagen und gefordert, die Fischereipolitik in der EU zu erneuern.
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Quelle: dpa
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