25.11.2008, 15:57 Uhr | bri/dpa/AFP
Solarien: Unter der künstlichen Sonne lauern viele Gefahren (Bild: ddp)Sonnenstudios mit Zertifikat sollen eigentlich sicheres Bräunen ermöglichen, doch offenbar halten die meisten Studios dieses Versprechen nicht ein. "Erschreckende Ergebnisse", so das Fazit des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) zu einem Test von Sonnensstudios. Das Amt hat 100 zertifizierte Solarien getestet. "Wir haben zum Teil gravierende Mängel festgestellt", sagt der Sprecher des Bundesamtes, Werner Nording. Nur vier Studios erfüllten die Kriterien des Zertifikats.
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In den Solarien wurde nur vereinzelt auf die Gesundheitsrisiken des Bräunens hingewiesen, so der Testbericht. Mit Einverständnis der Eltern konnten sich Jugendliche unter 18 Jahren in den Studios sonnen, obwohl das in Solarien mit Gütesiegel verboten ist. Im Test gab es sogar Solarien, die als Selbstbedienungsladen fungierten. Hier konnten sich die Studiogäste ohne Beratung sonnen.
Mit der Zertifizierung sollten freiwillige Regeln geschaffen werden, um Besucher vor den aggressiven UV-Strahlen zu schützen. Das BfS-Gütesiegel dürfen nur Sonnenstudios tragen, die strenge Kriterien hinsichtlich der Technik, der Hygiene und der Kundenberatung erfüllen. So müssten geschulte Mitarbeiter vor der Nutzung des Solariums ein beratendes Gespräch führen, den Hauttyp des Kunden bestimmen, einen Dosierungsplan erstellen und zudem auf die Gesundheitsrisiken durch UV-Bestrahlungen hinweisen. Diesen zeitlichen Aufwand betrieb allerdings nur jedes fünfte getestete Studio - gerade einmal 20 Prozent.
BfS-Sprecher Nording rät den Verbrauchern, grundsätzlich eine ausführliche und fachkundige Beratung in den Studios einzufordern. Vor allem vor dem ersten Besuch des Solariums nach dem Sommer sei ein individueller, auf den Hauttyp abgestimmter Besonnungsplan wichtig.
Immer wieder warnen Hautärzte vor den Gefahren der künstlichen Sonne - auch aus den Sonnenbänken von Studios mit Gütesiegel: "Die Strahlenwerte in zertifizierten Studios dürfen zwar einen Wert von 0,3 Watt pro Quadratmeter nicht überschreiten. Das entspricht aber immer noch der Sonne am Äquator. Die WHO empfiehlt bei einer solchen Strahlendosis, die Sonne zu meiden", sagt Dr. Rüdiger Greinert vom Dermatologischen Zentrum des Elbe-Klinikums Buxtehude.
Das freiwillige Zertifizierungsverfahren für Solarien war 2003 mit den Verbänden der Solarienwirtschaft vereinbart worden. Davor gab es in Deutschland keine Regelungen zur Bestrahlungsbegrenzung, Beratung und Hygiene in den Studios. Das BfS hatte mit Hautärzten, Solarienherstellern und Solarienbetreibern Kriterien erarbeitet, die in einem zertifizierten Sonnenstudio einzuhalten sind. Doch von den 5600 Solarien in Deutschland beteiligten sich bis heute nur 800 ab der Zertifizierung.
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bri/dpa/AFP
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