02.01.2008, 09:22 Uhr | ug/dpa
Getrennte Wohnungen und die Frage: zu mir oder zu dir? (Foto: Archiv)Jeden Abend ins gleiche Bett kuscheln, sich beim Frühstück hinter der Zeitung anschweigen oder über liegengebliebene Socken debattieren? Das wollen scheinbar immer weniger Paare. Ihre Lösung: Fest zusammen sein, aber getrennt wohnen. Nach einer Studie der Berliner Humboldt-Universität entscheiden sich vor allem Großstädter bewusst für das Leben in unterschiedlichen vier Wänden. Der Anteil der Paare, die so lebten, stieg danach von 11,6 Prozent im Jahr 1992 auf 13,4 Prozent im Jahr 2006. Bei Frauen über 38 Jahre stieg der Anteil sogar von 4,7 auf 7,9 Prozent an, bei den Männern von 4,6 Prozent auf 8,4 Prozent. "Das ist ein proportionaler Anstieg von 70 bis 80 Prozent", erläuterte HU-Forscherin Wiebke Neberich. Das Beziehungsmodell der Zukunft?
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Große Stadt, getrennte Bleibe
"Living Apart Together" (LAT) heißt das begehrte Lebensmodell, bei dem jeder Partner bewusst eine eigene Wohnung behält, sich aber dennoch in einer ernsthaften und dauerhaften Beziehung fühlt. In den vergangenen 15 Jahren sei diese Lebensform vor allem bei Paaren ab Ende 30 immer beliebter geworden, sagt Neberich. Je größer die Städte waren, desto mehr LATs fanden sich dort.
Zwischenlösung oder Langzeitmodell?
Während junge Paare in ihren 20ern den LAT-Zustand häufig als Zwischenlösung bis zum Zusammenziehen betrachteten, scheinen sich ältere Partner ab Ende 30 ganz bewusst für eine "Getrennt-Zusammen"-Beziehung zu entscheiden. "Sie sehen dieses Modell als attraktive und langfristige Alternative, nicht mehr als Übergangssituation", berichtet Neberich. Nach den bisherigen Untersuchungen fühlten sich Paare mit ihrem Living-Apart-Together-Konzept genauso glücklich wie Partner in einer gemeinsamen Wohnung.
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ug/dpa
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