09.01.2006, 13:49 Uhr | Ariane Steinmetz
Immer mehr Menschen erkranken an Hautkrebs. Der Grund: Sie legen sich als Teenager zu oft unters Solarium. Besonders bei Mädchen ein fataler Trend. Inzwischen setzt sich jedes fünfte Mädchen zwischen 13 und 18 Jahren häufig der schädlichen Kunstsonne aus. Bei den Gymnasiastinnen ist es sogar jede Vierte. Das ergab eine Umfrage des Instituts für Jugendforschung im Auftrag der Zeitschrift "Healthy Living". Das Dermatologische Zentrum Buxtehude rechnet deshalb künftig mit 140.000 Neuerkrankungen durch Hautkrebs pro Jahr, bislang waren die Experten von 120.000 neuen Fällen ausgegangen. Auch für Erwachsene birgt die künstliche Sonne Gefahren. Wie Sie sich schützen können, erfahren Sie in unseren Tipps für Solariengänger.
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Die Weltgesundheitsorganisation WHO fordert wegen der steigenden Zahl von Hautkrebsfällen schon lange ein Zutrittsverbot zu Solarien für Jugendliche. Auch eine Studie der Bundesregierung warnt vor einer "besorgniserregenden Zunahme von Hautkrebs". Doch ein Verbot konnte bislang nicht durchgesetzt werden und ein freiwilliges Qualitätszertifikat für Sonnenstudios, zu dem auch ein Zutrittsverbot für Jugendliche gehört, erwies sich als Flop. Dabei sind die Risiken enorm. "Die Schäden an den Hautzellen, die zu Hautkrebs führen, werden angelegt, wenn sich die Haut noch entwickelt", so Haut-Experte Dr. Rüdiger Greinert gegenüber "Healthy Living". Er warnt: "Je früher man anfängt, sich der UV-Strahlung auszusetzen, desto länger ist die Zeitspanne, während der man erkranken kann."
Doch nicht nur bei Jugendlichen ist ein Gang ins Solarium beliebt. Rund 16 Millionen Deutsche gehen regelmäßig ins Sonnenstudio, so die "Arbeitsgemeinschaft für Dermatologische Prävention in Deutschland" (ADP). Das, obwohl bei einem Solarien-Test der Zeitschrift "Ökotest" bei vielen Sonnenstudios erhebliche Mängel gefunden wurden. Aber zumindest für Erwachsene ist es noch möglich, sich unbesorgt unter die Sonnenbank zu legen. Allerdings sollte man dann einige Hinweise beachten. Die ADP hat die Broschüre "Selbstverteidigung für Solariumgänger" erstellt. Tipps für den richtigen Umgang mit der künstlichen Sonne finden Sie hier:
Übertreiben sollte man es nicht. Wie bei Schokolade und Alkohol gilt auch für die Sonne: Die Menge macht's. „In unsere Sprechstunde kam eine Frau, die sah aus wie 60 – war aber 40 Jahre alt. Sie ist seit ihrem 16. Lebensjahr mindestens einmal pro Woche ins Solarium gegangen“, sagt Dr. Beate Volkmer vom Dermatologischen Zentrum Buxtehude. Schuld an der vorzeitigen Hautalterung sind die UVA-Strahlen. Nach neuesten Forschungsergebnissen ist UVA-Licht auch an der Entstehung von Hautkrebs mit beteiligt. "In manchen Sonnenstudios ist der Anteil der UVA-Strahlen höher als in der Tropensonne," so Volkmer.
Hautärzte raten davon ab, sich mehr 50 Sonnebäder pro Jahr in Sonne und Solarium zu genehmigen. Als Vorbereitung für den Urlaub in der Sonne nutzt das Solarium nicht viel. „Diese so genannte Vorbräunung führt nämlich nicht zu einer nennenswerten Erhöhung des UV-Eigenschutzes der Haut“, so die Meinung von Dermatologen. Auch auf die Qualität der Sonnenbänke kommt es an: „Münzautomaten, bei denen der Kunde ganz auf sich alleine gestellt ist, sollten ganz gemieden werden“, rät Volkmer. Weiter empfehlen Hautärzte, bereits einige Stunden vor Besuch des Solariums keine Kosmetika und kein Parfum mehr zu benutzen. Die Solarienbenutzer sollten immer eine Schutzbrille aus UV-undurchlässigem Material tragen.
Da es bis heute kein allgemeingültiges Zertifikat gibt, an dem der Verbraucher gute Solarien erkennen kann, sollte er „sein“ Solarium kritisch unter die Lupe nehmen: Richtig ausgebildetes Personal in einem empfehlenswerten Solarium wird dem Kunden ungefragt eine UV-Schutzbrille zur Verfügung stellen und den Hauttyp einschätzen. Hinweise auf mögliche Gesundheitsschäden durch die Bestrahlung gehören ebenso dazu, wie die Frage nach Hautkrankheiten und nach der Einnahme spezieller Medikamente. Außerdem sollte es in den Kabinen verständliche Gebrauchsanweisungen geben.
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Ariane Steinmetz
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