14.03.2008, 11:36 Uhr | sum/dpa
Der Klimawandel setzt Allergikern zu. (Foto: dpa)Schlechte Neuigkeiten für Allergiker: Durch die warmen Temperaturen zu Jahresbeginn blühen die Bäume bis zu drei Wochen früher. "Eine wichtige Rolle spielt hierbei die Erderwärmung", sagt Ludger Klimek, Professor am Zentrum für Allergologie in Wiesbaden der Neuen Apotheken Illustrierte. Der warme Winter führe dazu, dass Pflanzenpollen früher freigesetzt werden. Ungemütlich wird es für Allergiker bereits, wenn das Thermometer auf zwei Grad Plus steigt. Menschen mit Heuschnupfen müssen sich inzwischen nicht nur auf einen fast ganzjährigen Pollenflug einstellen, einige Pollen werden zudem immer aggressiver:
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Das stärkere allergische Potenzial von Pollen hängt laut Klimek mit den Umwelteinflüssen zusammen. "Es gibt bestimmte Umweltschadstoffe, von denen bekannt ist, dass sie Pollen aggressiver machen", erklärt der Experte. Diese Gifte erhöhen die entzündungsauslösenden Eigenschaften von Pollen an den Atemwegsschleimhäuten. Vor allem Feinstäube und Dieselrußpartikel zählt er dazu. Der Arzt rät daher allen Allergikern, ihre Krankheit ernst zu nehmen und konsequent zu behandeln - zum Beispiel mit Hilfe einer spezifischen Immuntherapie. Diese so genannte Hyposensibilisierung empfiehlt er Allergikern frühzeitig - dass heißt in Zeiten, in denen kein Pollenflug stattfindet. Bei Frühblüherallergien findet die Behandlung im Sommer statt, bei Gräserpollenallergien im Herbst oder Winter.
Der Pollenflug beginnt nicht nur früher, er dauert im Vergleich zu den vergangenen Jahren auch länger. "Inzwischen ist in Deutschland nur noch der Dezember pollenfrei", sagt der Leiter der Ambulanz am Allergie-Centrum-Charité, Karl-Christian Bergmann. Die Pollen von Brennnessel und Gräsern fliegen demnach nicht mehr nur bis Oktober umher, sondern bis November. Im Dezember sind schon die ersten Haselnuss- und Erlenpollen in der Luft. Auch Birkenpollen, die sonst erst im April fliegen, werden bald erwartet. Für Heuschnupfen-Patienten gebe es daher kaum noch eine Zeit ohne Beschwerden, sagt Bergmann.
Besonders zu schaffen macht Allergiker das Unkraut Ambrosia (Traubenkraut), das sich deutschlandweit in einem schnellen Tempo verbreitet. Dem Pollenkalender nach verlängert die Hauptblütezeit von Ambrosia im August und September auch die Gesamtbelastung für Allergiker. "Ohne Immuntherapie führt Ambrosia bei jedem zweiten Betroffenen zu Asthma", erklärt Bergmann. Eingeschleppt werden die Beifuß-ähnlichen Samen des Unkrauts unter anderem durch Vogelfutter für Wildtiere.
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sum/dpa
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