06.02.2008, 09:44 Uhr | dpa, ug
Grünes Gemüse wie Spinat ist ein guter Folsäure-Lieferanten. (Foto: Imago)Folsäure ist wichtig für das Gehirn und fördert unter anderem die Leistung des Kurzzeitgedächtnisses. Umgekehrt steigt bei einem Mangel das Altersdemenz-Risiko um das Dreifache, wie eine aktuelle Studie zeigt. Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen drohen, wenn zu wenig von dem Vitamin aufgenommen wird. Den empfohlenen Wert von 400 Mikrogramm pro Tag erreichen nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) nur die wenigsten Deutschen. 80 Prozent sind demnach unterversorgt. Wir erklären, für wen das Vitamin besonders wichtig ist und wo es drinsteckt.
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Südkoreanische Wissenschaftler hatten die Folsäure-Werte bei 518 älteren Menschen gemessen, die allesamt keine Demenz-Symptome zeigten. Knapp zweieinhalb Jahre verfolgten sie die Entwicklung der Testpersonen. Das Ergebnis: Nach Ablauf der Zeit waren 45 der Patienten an Demenz erkrankt, 34 von ihnen an Alzheimer. Der Zusammenhang zwischen dem Beginn von Demenzerkrankungen und einem übermäßig starken Rückgang der Folatkonzentration sei signifikant, resümierten die Forscher unter Leitung von Jin Sang Yoon von der Chonnam-Universität. Das gilt auch dann, wenn andere Faktoren wie Alter, Behinderungen, Alkoholkonsum und Gewichtsveränderungen mit in die Bewertung einbezogen würden, heißt es in der Studie. Eine im vergangenen Jahr in "The Lancet" veröffentlichte Studie zeigte unter anderem eine Verbesserung des Kurzzeitgedächtnisses und der sprachlichen Fähigkeiten bei Menschen über 50, die täglich 800 Mikrogramm Folsäure einnahmen.
“Gute Folatlieferanten sind grünes Blattgemüse wie Spinat, weiterhin Kohlarten, Tomaten und Gurken sowie Orangen, Brot und Backwaren aus Vollkornmehl, Leber, Milchprodukte und Eier", so die DGE. Das Problem: Die in diesen Lebensmitteln vorkommenden Folsäureverbindungen, die so genannten Folate, sind extrem empfindlich gegen Hitze, Luft und Hitze. Längeres Lagern oder Kochen zerstört den wertvollen Inhaltsstoff schnell. Daher rät die DGE, „täglich mindestens zwei bis drei Portionen Gemüse und Salate zu verzehren. Bei der Zubereitung sollte man darauf zu achten, das Gemüse nur kurz zu waschen, zu dünsten statt zu kochen und nicht länger warm zu halten.“
„Folsäure in Tabletten oder Pillen wird schneller verwertet als die die natürlichen Folate aus der Nahrung“, so Stiftung Warentest in der November-Ausgabe der Zeitschrift "Test". Die Untersuchung von 14 häufig verkauften Präparaten zeigt jedoch, dass „nur die ‚Folsäure ratiopharm 400 Mikrogramm’ uneingeschränkt empfehlenswert ist“, so die Tester. „Die anderen Mittel überschreiten mit ihrer Dosierung oder Einnahmeempfehlung die Zufuhrempfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung.“ Auch die DGE rät: „Um die Folatversorgung in der Gesamtbevölkerung zu verbessern, eignen sich folsäurehaltige Nahrungsergänzungsmittel nicht.“ Um einen Mangel vorzubeugen empfehlen die Ernährungsexperten den vermehrten Verzehr von Gemüse, Obst und Vollkornprodukten.
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Schließlich ist es für den Körper lebenswichtig, genügend Folsäure aufzunehmen. Das zur Gruppe der B-Vitamine gehörende Vitamin ist an der Bildung von Blutkörperchen und an diversen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Zudem hilft es, die Säure Homocystein abzubauen, die in Verdacht steht, das Herz-Kreislauf-System zu schädigen. „Eine Unterversorgung ist ein Risikofaktor für verschiedene Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Krankheiten und möglicherweise Krebserkrankungen und Altersdemenz“, warnt die DGE.
Für werdende Mütter beträgt der empfohlene Wert das 1,5-fache. Der Grund: Wer in der Schwangerschaft an einem Folsäuremangel leidet, behindert die Entwicklung des Embryos und riskiert Schädigungen am zentralen Nervensystem. Folgen dieses so genannten Neuralrohrdefekts können Fehlbildungen von Wirbelsäule, Rückenmark und Gehirn sein, der „offene Rücken“ gehört zu den bekanntesten Symptomen. Daher empfiehlt die DGE Schwangeren und Frauen, die beabsichtigen Mutter zu werden, täglich eine Dosis von etwa 600 Mikrogramm Folsäure vorbeugend einzunehmen.
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