19.06.2008, 14:47 Uhr | dpa/ sum
Patienten ab 35 Jahre können sich künftig alle zwei Jahre umsonst auf Hautkrebs untersuchen lassen. (Foto: imago)Deutschland führt als erstes Land eine kostenlose, standardisierte Hautkrebs-Früherkennung ein. Jeder gesetzlich Krankenversicherte ab 35 Jahren hat vom 1. Juli an alle zwei Jahre Anspruch auf eine Vorsorgeuntersuchung. "Bisher hatte keine Generation ein so hohes Hautkrebsrisiko wie die der heute 35-Jährigen", sagte Eckhard Breitbart, der zweite Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP). Früh erkannt sei Hautkrebs jedoch zu fast 100 Prozent heilbar. Nicht jeder Hautfleck muss gefährlich sein. Wir zeigen den Unterschied zwischen Leberflecken, Sommersprossen und bösartigen Hautveränderungen:
Rund 45 Millionen Versicherte haben nun ein Anrecht auf die Untersuchung, deren Kosten die gesetzlichen Krankenversicherungen tragen. Zuvor mussten Versicherte die 30 bis 70 Euro pro Untersuchung aus eigener Tasche zahlen. "Bei der Untersuchung schaut der Arzt mit dem bloßen, geschulten Auge die ganze Haut vom Scheitel bis zu den Fußsohlen an", sagte Breitbart. Der zweijährige Abstand zwischen den Untersuchungen sei "medizinisch durchaus vertretbar." In Risikofällen könne der Arzt auch häufigere Termine mit dem Patienten ausmachen.
Hautkrebs hat weltweit sehr hohe Wachstumsraten. Doch die Erkrankung ist heilbar, wenn sie rechtzeitig erkannt wird, sagte Breitbart. Dennoch sterben in Deutschland allein am so genannten Malignen Melanom rund 2300 Menschen im Jahr. Dessen Auftreten verdoppelt sich derzeit alle 10 bis 15 Jahre. Insgesamt gibt es bundesweit rund 140 000 Hautkrebsneuerkrankungen pro Jahr. Das Hautkrebs-Scanning ist ein auf fünf Jahre befristetes Projekt. Die Vorsorge-Untersuchung beinhaltet ein Vorgespräch, eine Ganzkörperinspektion der gesamten Haut einschließlich der Kopfhaut sowie eine anschließende Beratung.
Ein großes Risiko für Hautkrebs bringt übermäßige UV-Bestrahlung. "Sonne ist etwas Schönes, wir brauchen die Sonne, aber wir sollten vorsichtig sein", sagt die Sprecherin der Deutschen Krebshilfe, Eva Kalbheim. Deshalb werbe die Krebshilfe dafür, sich vor zu starker Sonnenbestrahlung zu schützen. Besonders Kinder und junge Menschen seien gefährdet. Künftig werden daher Kinderärzte eine UV-Beratung in die Vorsorge-Untersuchungen mit aufnehmen.
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Der Biophysiker Rüdiger Greinert warnt vor den Gefahren, die sich Benutzer von Solarien aussetzen. Wer sich schon vor dem 35. Lebensjahr regelmäßig auf eine Sonnenbank lege, habe ein um 75 Prozent erhöhtes Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Die geplante Beschränkung der maximalen Bestrahlungsstärke auf 0,3 Watt pro Quadratmeter entspreche immer noch der höchsten natürlichen Sonnenstrahlung am Äquator bei wolkenlosem Himmel zur Mittagszeit.
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dpa/ sum
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