07.01.2011, 11:05 Uhr | dapd / lvb
Fast alle Pillen aus dem Internet haben gefährliche Nebenwirkungen. (Quelle: imago)
Einfach ein paar Pillen schlucken und schon ist man rundum mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt - ein verlockender Gedanke. Vitamin-C-Tabletten gegen die Erkältung, Fischölkapseln fürs Herz, Knoblauchdragees als Cholesterinsenker: Nahrungsergänzungsmittel versprechen Gesundheit selbst bei ungesunder Ernährung. Aber den meisten Menschen bringen die oft teuren Produkte nichts. Im Gegenteil: Überdosierung und bestimmte Stoffe gefährden die Gesundheit.
Viel hilft viel - bei Nahrungsergänzungsmitteln kann diese Einschätzung gefährlich sein. Denn klassische Vitaminprodukte sollten nicht in hohen Dosierungen eingenommen werden. Das gilt insbesondere für Vitamin A. Aber auch Vitamin E kann in großen Mengen die Leber schädigen, Vitamin C Nierensteine begünstigen. Betakarotin kann bei Rauchern die Gefahr für Lungenkrebs steigern, zu viel Folsäure die Entstehung von Darmkrebs begünstigen. Deswegen sollte man diese Produkte nur in normaler Dosierung einnehmen, rät Lebensmittelforscher Andreas Hahn von der Universität Hannover.
Besondere Vorsicht ist auch geboten bei der übermäßigen Einnahme bestimmter Spurenelemente wie Eisen, Zink oder Kupfer. Denn die Aufnahme dieser Stoffe im Körper hängt von einem fein untereinander ausbalancierten Gleichgewicht ab. So kann etwa eine hohe Eisenaufnahme die Verwertung von Zink stören, sagt Ernährungswissenschaftler Helmut Heseker von der Universität Paderborn.
Gesunde Menschen benötigen keine zusätzlichen Vitamine, Mine- ralstoffe und Spurenelemente. zum Video
Eine andere Gefahr entdeckten Forscher der Deutschen Sporthochschule Köln in einer Studie: In fast zwölf Prozent der in Deutschland erworbenen Ergänzungspräparate fanden sie Spuren verbotener Anabolika. Auch andere Verunreinigungen wurden bereits nachgewiesen, darunter Medikamente wie Kortison oder Antibiotika, aber auch Stoffe wie Blei und Arsen. "Das sind Gifte", warnt der Mediziner Burkhard Göke vom Klinikum München. Seine Erklärung: "Viele Präparate stammen aus Anlagen, in denen auch Medikamente hergestellt werden."
Nahrungsergänzungsmittel gelten nicht mehr als Arzneimittel, sondern als Lebensmittel. Deswegen müssen die Herstellerfirmen nicht mehr nachweisen, dass ihre Pillen und Kapseln wirklich helfen. Sie dürfen aber auch nicht mehr mit den angeblichen Wirkungen Werbung machen. Gerade im Internet tun das aber viele Hersteller trotzdem. In Onlineshops werden neben klassischen Ergänzungsprodukten wie Vitaminen auch zweifelhafte Produkte angeboten, beispielsweise das als Schmerzmittel beworbene "Fortodol", das bereits einen Menschen das Leben kostete. Verbraucherschützer warnen deswegen insbesondere vor Internet-Anbietern aus dem Ausland wie den Niederlanden und den USA. Aber auch eine deutschsprachige Webseite garantiert nicht, dass ein Produkt tatsächlich aus Deutschland kommt.
Tatsächlich kann die Einnahme von speziellen Präparaten sinnvoll sein. Säuglinge bekommen im ersten Lebensjahr Vitamin D zur Vorbeugung von Rachitis. Schwangere nehmen Folsäure, um den Nachwuchs vor Fehlbildungen wie etwa offenem Rücken zu schützen. Auch Menschen mit Magen- oder Darmerkrankungen, die nur schlecht Nahrung verwerten können, können solche Präparate helfen. Den meisten Menschen bringt der teure Griff zu den Pillen aber nichts. Die von Herstellern geschürte Angst, natürliches Essen enthalte nicht genügend Nährstoffe, ist in den Augen von Verbraucherschützern und Ernährungswissenschaftlern nur ein Werbetrick.
Zudem bezweifeln manche Experten grundsätzlich, dass isolierte Nährstoffe einen gleichwertigen Ersatz zu Naturprodukten bieten. Statt teurer Fischölkapseln sollte man deswegen lieber regelmäßig fettreichen Fisch essen. Und statt Vitamintabletten greift man besser zu Obst und Gemüse. Diese schützen erwiesenermaßen vor Herz-Kreislauferkrankungen - für in Tabletten gepresste Inhaltsstoffe wurde eine solche Wirkung hingegen noch nie nachgewiesen.
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dapd / lvb
dimo schrieb:
am 17. Januar 2012 um 08:24:42
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nahrungsergänzung
als Vertreiber natürlicher NEG wünsche ich mir eine Zusammenarbeit mit FACHärzten, die bereit sind, sich diesem Thema
zustellen!!! Aberdiese haben keine Lust, da sie mit der Chemie namhafter Hersteller in Urlaub fahren und sonstige Vergünstigungen bekommen. Vitaminmangel ist erwiesen, daher müssten Kranken - und (Gesund ? )- heitskassen etwas tun, aber auch hier:Kranke können verwaltet werden, Gesunde nicht! Jede Nachfrage wird abgelehnt oder nicht beantwortet!
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Reinhold schrieb:
am 12. Januar 2011 um 15:12:52
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@EDISON 48
Völlig richtig! Bin fast in Ihrem Alter und nehme seit ca. 30 Jahren extrem hoch dosierte Vitamine/NEM ein. Gesundheitlich geht
es mir vorzüglich. Fazit: Nicht von dubiosen und getürkten Berichten von "Experten" irritieren lassen.
Natürlich muss man zwischen fett- und wasserlößlichen Vitaminen unterscheiden!
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Dieter schrieb:
am 12. Januar 2011 um 11:20:58
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unnötig
Ein seriöser Ernährungswissenschaftler sagte sinngemäß: Obst und Gemüse ist gesund trotz der Vitamine. Gemeint ist - Unsere
Lebensmittel enthalten soviel verschiedene Inhaltsstoffe deren Wechselwirkung keiner wirklich kennt.
Auch Nahrungsmittel aus konventioneller Produktion. Heißt auch - die ganzen Ergänzungsmittel sind, bei vernünftiger Ernährung, völlig überflüssig, ja sie können u. U. sogar mehr schaden als nutzen. Der Verzehr dieses Zeugs dient allein dem Gewinn der Hersteller.
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