17.09.2008, 17:35 Uhr | ag
Wenn es draußen ungemütlich wird, ist wieder Schniefnasen-Alarm. Schnupfen gehört zu den unangenehmen Seiten der kalten Jahreszeit. Wer sich häufig schnäuzen muss, riskiert jedoch nicht nur eine wunde Nase.Durch vehementes Ausschnauben kommt es zu einem hohen Innendruck in der Nase. Laut einer Studie der University of Virginia bis zu zehnmal so hoch wie bei einem "normalen" Nieser. Bakterien aus dem Nasenschleim schießen dabei in die Nebenhöhlen, die sich entzünden können. Die Folge: drückende Schmerzen an Stirn und Wangenknochen, Kopfschmerzen und Fieber.
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Auch wenn es zunächst etwas befremdlich klingt: Auch Naseputzen will gelernt sein. Wer zu heftig ins Taschentuch schnaubt, läuft Gefahr, dass der Schleim ins Mittelohr und die Nebenhöhlen wandert. Und das kann unangenehme Entzündungen verursachen. “Das Risiko einer akuten eitrigen Nebenhöhlenentzündung (Sinuitis) steigt dabei an”, warnt Professor Wolfgang Elies, Chefarzt der städtischen Hals-Nasen-Ohrenklinik Bielefeld. Daher sollten Schnupfengeplagte den hartnäckigen Schleim beim Naseputzen nicht mit Gewalt herausprusten, sondern auf eine vorsichtige Schnäuztechnik achten. Dabei empfiehlt es sich, ein Nasenloch nach dem anderen zu entleeren und nie beide zugleich. Das verhindert, dass sich ein zu starker Druck in der Nase aufbaut. Nicht gerade die feine Art, aber gesünder als kräftig trompeten: die Nase hochziehen. "Denn dadurch entsteht ein echter Sog, der die Nasennebenhöhlen reinigt und so vor einer zusätzlichen Infektion bewahrt”, so Elies. Wer häufig unter Nasenbluten leidet, sollte ohnehin ganz aufs Schnäuzen verzichten. Durch den hohen Druck im Kopf kann es ansonsten erneut zu einer Blutung kommen.
Vorsicht ist bei Nasentropfen und Nasensprays geboten. Die Präparate aus der Apotheke helfen zwar schnell, sollten aber ohne ärztliche Verordnung nicht länger als zwei Woche angewendet werden. Bei falscher oder zu hoher Dosierung können sie nämlich die Nasenschleimhaut schädigen und austrocknen. Gegen eine wunde Nase und wunde Lippen, die häufig in Folge vom laufendem Nasensekret auftreten, hilft am besten, eine dünne Schicht Vasiline auf die betroffenen Stellen aufzutragen. Ob zum Schnäuzen lieber Papier- oder Stofftaschentücher benutzt werden, ist vor allem eine Frage der Sauberkeit. Aus hygienischen Gründen sind Papiertaschentücher zu bevorzugen. Diese gehören nach Gebrauch sofort in den Müll und nicht in den offenen Papierkorb, um die Ansteckungsgefahr zu begrenzen. Auch sollten Sie sich nach jedem Naseputzen gründlich die Hände reinigen, um die Erreger nicht weiter zu verbreiten.
Bei Kindern ist das Erlernen der richtigen Schnäuztechnik wichtig, da gerade sie sehr anfällig für Mittelohrentzündungen sind. Ein besonderes Problem ist das bei Babys und Kleinkindern. Natürlich können Säuglinge noch nicht schnäuzen. Deshalb soll man bei Babys den Schleim vorsichtig mit einem weichen Tuch aus der Nase entfernen. Noch besser ist ein spezieller Nasensauger aus der Apotheke. Bei kleinen Kindern sollte man jede Nasenseite einzeln ausschnäuzen lassen. Ansonsten kann es passieren, dass der Schleim in das Mittelohr gepresst wird. Größere Kinder sollten unter der Anleitung der Eltern lernen, mit dem richtigen Druck ins Taschentuch zu schnauben. Die Nase sollte dabei in der Mitte des Tuches platziert sein. fordern Sie das Kind auf, sich ein Nasenloch zuzuhalten und mit geschlossenem Mund zu schnäuzen. So kann kein Sekret in die Ohren gelangen.
Eine wirksame Möglichkeit, die Nase frei zu bekommen, sind Nasenspülungen mit warmer Kochsalzlösung. Zu den bewährten Hausmitteln gehören das beruhigende Kamillendampfbad sowie das Gurgeln mit Salzwasser oder Salbei-Tee. Kalte Halswickel mit Quark lindern Halsschmerzen. Wichtig: Füße warm halten! Besser als jedes Schnupfenmittel ist jedoch die Vorsorge: Vitaminreiche Ernährung, Spaziergänge, viel Schlaf und frische Luft, Wechselduschen und wöchentliche Saunabäder kräftigen das Immunsystem. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr und warme Kleidung fördern die Durchblutung der Schleimhäute im Nasen-Rachenraum. Und erschweren es den Erkältungsviren, in den Körper einzudringen.
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