06.10.2008, 10:55 Uhr | ag/ddp
Chillischoten härten ab und haben eine antibakterielle Wirkung. (Foto: Imago)Pfefferkörner, Chilischoten, Paprikapulver: So manches Gewürz heizt uns ordentlich ein und bringt uns zum Schwitzen. Die Scharfmacher bringen nicht nur Feuer in den Kochtopf, sie tun auch unserer Gesundheit gut. Gerade wenn es draußen wieder kälter wird, die Nase läuft oder die Stimme kratzt. Dann sind feurigen Suppen und scharfe Gerichte “besonders angesagt”, um die Abwehrkräfte zu stärken, empfiehlt die Verbraucherzentrale Bayern. Dabei helfen vor allem Paprika, Pfeffer, Senf und Chili.
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“Grundsätzlich gibt es einen Zusammenhang zwischen kräftigem Würzen und Gesundheit”, bestätigt Tessa Rehberg, Ernährungsberaterin und Expertin vom Verband der Ökotrophologen in Bonn. So hätten Zwiebelgewächse wie Lauch, Zwiebeln oder Knoblauch “eine gewisse antibiotische, desinfizierende Wirkung” über ätherische Öle und sekundäre Pflanzenstoffe. Eine ähnliche Wirkung hat auch der Meerrettich, der obendrein doppelt so viel Vitamin C wie eine Zitrone enthält. Einer seiner wichtigsten Inhaltsstoffe ist Sinigrin, ein Bestandteil des Senföls. Sinigrin wirkt gegen Krankheitskeime. Aus diesem Grund hilft gesüßter Rettichsaft beispielsweise als Medizin bei Erkältung. Das scharfe Gewürz regt außerdem Verdauung und Gallentätigkeit an.
Um Schleim bei akuten Erkältungen lösen zu helfen, seien heiße Speisen, insbesondere scharfe Suppen, ideal, empfiehlt Rehberg. “Die Nasenschleimhaut wird dann besser durchblutet und der Schleim flüssiger”. Der Wirkstoff Capsaicin im Chili kurbelt zudem die Durchblutung an – vor allem im Magen-Darm-Bereich. Aber auch die weniger scharfen Varianten wie Paprika haben es in sich. Vor allem die roten Sorten enthalten dreimal mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte. Dadurch stärken sie das Immunsystem und beugen Erkältungskrankheiten vor. Außerdem enthalten sie sehr viele sekundäre Pflanzenstoffe, die gut für die Haut sind.
Die Wunderwaffe im Pfeffer heißt Piperin. Auch dieser Stoff wirkt antibakteriell, schützt also vor Magen-Darm-Erkrankungen. Außerdem sorgt er für eine Endorphin-Ausschüttung im Körper. Eine gepfefferte Mahlzeit macht also glücklich! Scharf essen darf übrigens jeder, auch Kinder. Allerdings muss man sich langsam daran gewöhnen, sonst kann Schärfe schnell zu Übelkeit oder sogar zu Schädigungen der Magenschleimhaut führen.
Um den Körper auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten und die Abwehrkräfte zu stärken, reichen einzelne Gewürze jedoch nicht aus. Die beste Vorsorge ist immer noch eine ausgewogene Ernährung mit Gemüse, Obst, Vollkorn- und Milchprodukten. Susanne Moritz, Ernährungsexpertin bei der Münchner Verbraucherzentrale, bestätigt das: „Im natürlichen Verbund“ wirkten die Inhaltsstoffe „am besten gegen Infekte“. Auf den Speiseplan gehörten jetzt heimische Gemüse wie Kohl, Rote Bete, Schwarzwurzeln oder Pastinaken.
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