20.11.2007, 11:04 Uhr | cme
Es hört sich an wie ein Traum: einfach tief und fest schlummern und dabei jede Menge Fett verbrennen. Ganz so einfach ist das Prinzip "Schlank im Schlaf" natürlich nicht. Dennoch versprechen die Autoren des gleichnamigen Buches*: Mit wenigen Umstellungen in der Ernährung kann jeder seine Fettverbrennung im Schlaf ankurbeln. Leere Versprechungen oder revolutionäres Diät-Programm? Christina Ritter aus Neu-Isenburg lebt seit drei Wochen nach dem Prinzip und ist begeistert: "Im Gegensatz zu anderen Diäten muss man nicht hungern und isst abwechslungsreich", schwärmt die 35-Jährige. Die Grundidee: Morgens stehen Kohlenhydrate auf dem Plan, mittags gemischte Kost und abends eiweißreiches Essen. Fachleute stehen dem "Schlank im Schlaf"-Prinzip allerdings eher skeptisch gegenüber.
Trennkost plus Glyx-Diät
So revolutionär das "Schlank im Schlaf"-Prinzip auch klingt, ganz neu sind die Ideen nicht: So kombinieren die Autoren die seit langem bekannte Trennkost mit der Glyx-Diät, bei der bestimmte Kohlenhydrate gemieden werden. Die Begründung: Kohlenhydrate wie Brot, Kartoffeln oder Zucker lassen den Blutzucker stark ansteigen und führen dazu, dass der Körper Insulin ausschüttet - was die Fettverbrennung bremst. Daher soll beim "Schlank im Schlaf"-Prinzip abends auf Kohlenhydrate verzichtet werden. Dazu kommt ein Naschverbot zwischen den Mahlzeiten sowie die Empfehlung, abends Sport zu treiben und früh ins Bett zu gehen.
Im Alltag kompliziert
"Das 'Schlank im Schlaf-Prinzip' entspricht nicht dem, was die wir empfehlen", sagt Silke Restmeyer, Pressesprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). "Die Trennung von Kohlenhydraten und Eiweißen im Essen macht keinen Sinn und ist im Alltag sehr kompliziert", so die Ernährungswissenschaftlerin. Entgegen früherer Annahmen kann der Körper nämlich durchaus Kohlenhydrate und Eiweiße gleichzeitig verdauen.
Die richtigen Kohlenhydrate wählen
Auch der drastische Kohlenhydratverzicht zwischen den Hauptmahlzeiten und am Abend macht der Expertin zufolge keinen Sinn. Im Gegenteil: Wer sich zu viel verbietet, läuft Gefahr, Heißhunger nach den verbotenen Lebensmitteln zu entwickeln. Zudem sind Kohlenhydrate ein wichtiger Bestandteil gesunder Ernährung. Eine zu starke Insulinausschüttung kann man mit ganz einfachen Mitteln verhindern: Zucker und süße Leckereien sollten Sie nur in Maßen naschen. Vollkornbrot, Nudeln, Reis und Gemüse dagegen lösen nur eine moderate Insulinreaktion aus - insbesondere, wenn sie mit Fett und Eiweiß kombiniert werden.
Zu große Versprechungen?
Immerhin, schaden tut das "Schlank im Schlaf"-Prinzip wohl nicht. Und so sind es vor allem der reißerische Titel und die Versprechungen, die von der DGE kritisiert werden. Denn Abnehmen ist immer ein langer Prozess und geht eben nicht im Schlaf. Christina will es dennoch weiter probieren. Zwei Kilogramm hat sie in den vergangenen drei Wochen schon verloren, fünf bis sechs weitere sollen noch verschwinden.
* Detlef Pape, Rudolf Schwarz, Elmar Trunz-Carlisi, Helmut Gillessen: "Schlank im Schlaf", Gräfe und Unzer, 2006
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