17.09.2009, 14:04 Uhr | cme
Gallen- oder Harnsteine können starke Schmerzen verursachen. (Foto: imago)Sie bilden sich zunächst unbemerkt, können zu einer stattlichen Größe heranwachsen und später höllische Schmerzen verursachen: Die Rede ist von Gallen-, Nieren- oder Harnsteinen. Fast jeder dritte Europäer leidet einmal in seinem Leben an steinartigen Ablagerungen in seinen Organen.Während Gallensteine und Harnsteine sehr verbreitet sind, kommen Speichel- oder Kotsteine nur selten vor. Doch wie entstehen die schmerzhaften Ablagerungen überhaupt, wie bemerkt man sie frühzeitig und was kann man dagegen tun?
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"Steine" im Körper sind Ablagerungen von Körperflüssigkeiten. Sie können sich überall dort bilden, wo Flüssigkeiten durch Organe fließen: Bei der Gallenblase entstehen sie aus Gallenflüssigkeit, in Niere oder Harnblase aus Harn und in den Speicheldrüsen aus Speichel. In all diesen Körperflüssigkeiten sind Mineralien, Fette, Zucker und andere feste Bestandteile gelöst, die sich ablagern können. Zunächst bilden sich winzig kleine Kristalle, die noch keine Beschwerden verursachen. Im Laufe der Zeit bilden sich immer größere Verklumpungen, die schließlich die Größe kleiner Steinchen erreichen können. Je nachdem, wo die Steine sitzen, verursachen sie kolikartige Schmerzen oder bleiben über Jahre unentdeckt.
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Am häufigsten kommen Gallensteine vor. Bei etwa jedem sechsten Erwachsenen in Deutschland bilden sich im Laufe des Lebens Steinchen in der Gallenblase - nicht jeder merkt etwas davon. Frauen sind dabei wesentlich häufiger betroffen als Männer. Häufig verursachen Gallensteine keine Beschwerden. In diesem Fall ist eine Behandlung nicht nötig. Werden die Steinchen jedoch in die Gallengänge gespült, lösen sie typische Schmerzattacken im Oberbauch aus, die so genannte Gallenkolik. Auch Übelkeit und Erbrechen können auftreten. Ein Großteil der Gallensteine besteht aus Cholesterin-Ablagerungen. Eine fettreiche und ballaststoffarme Ernährung sowie Übergewicht erhöhen das Risiko für Gallensteine.
Auch Harnsteine zählen mit rund 1,2 Millionen Betroffenen zu den großen Volksleiden in Deutschland. Sie können sich in Niere oder Harnblase bilden. Dort verursachen sie keine oder nur unspezifische Beschwerden wie beispielsweise Blut im Urin, häufiger Harndrang oder Unterbrechungen beim Wasserlassen. Wandert der Stein allerdings in die Harnwege, kann er dort sehr schmerzhafte Koliken auslösen. Dass man verklemmte Steine mit viel Trinken herausschwemmen kann, ist nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Urologie allerdings ein Irrglaube. Vielmehr müsse der Stein mit Medikamenten aufgelöst oder per Laser zertrümmert werden. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Urologie hat sich die Zahl der Neuerkrankungen in den letzten zehn Jahren verdreifacht. Übergewicht, Bewegungsmangel sowie eine ungesunde Ernährung mit zu viel Fleisch, Salz, Kaffee und Alkohol erhöhen den Experten zufolge das Risiko für Harnsteine.
Zwar ist Flüssigkeitsmangel nicht die Hauptursache für Steinleiden. Dennoch kann ausreichendes Trinken - mindestens zwei Liter am Tag - die Steinbildung zumindest erschweren. Eine gesunde Ernährung mit viel Vollkornprodukten und Gemüse sowie wenig Fett, Fleisch und Salz beugt den Steinleiden ebenfalls vor.
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