02.03.2009, 14:15 Uhr | bri
Dehnen hilft nicht gegen Muskelkater. (Foto: Archiv)Wer jetzt wieder die Laufschuhe schnürt oder die Hanteln stemmt, dem zeigt der Körper schnell Grenzen auf; nach dem Dauerlauf oder dem Krafttraining im Studio schmerzen Oberschenkel oder Arme. Vor allem im Frühjahr spüren viele Freizeitsportler den Muskelkater, weil sie nach längerer Pause schnell wieder in Schwung kommen wollen. Doch die Leiden lassen sich lindern. Wir haben den Sportwissenschaftler Professor Ingo Froboese von der Sporthochschule Köln nach den besten Rezepten gegen den Muskelkater gefragt.
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Den Muskelkater kann man bereits dann lindern, wenn man ihn noch gar nicht hat. "Die Ursache von Muskelkater sind immer kleine Verletzungen im Muskelgewebe. Die entstehen durch Überlastung der Muskeln und je intensiver der Sportler trainiert, umso stärker sind die Schmerzen danach", erklärt Professor Froboese. Vor allem nach längerer Winterpause sollte man es also etwas ruhiger angehen lassen, Gewichte und Geschwindigkeit nur allmählich steigern.
Doch auch mit der besten Vorbereitung kann der Kater kommen. "Das passiert auch Leistungssportlern", sagt Froboese. Wer das Ziel hat, im Sommer mehr Gewicht zu stemmen oder die Laufrunde in weniger als einer Stunde zu schaffen, muss seine Leistungsgrenzen auch mal überwinden und etwas Schmerzen in Kauf nehmen. Zudem kommt der Muskelkater auch bei ungewohnten Belastungen, sogar ohne, dass sich der Sportler verausgabt. Bergab laufen ist so ein Beispiel: Die Muskeln werden nämlich zu selten benutzt um das Körpergewicht abzufedern, sondern meist, um Lasten zu überwinden.
"Dehnen ist zwar hervorragend geeignet, um Sport nachzubereiten, weil die Übungen den Muskel bei der Regeneration helfen", erklärt Froboese. Doch gegen Muskelkater hilft das Stretching nicht. Denn es werden nur die Muskelfasern in die Länge gezogen, da heilt keine Verletzung schneller aus.
Das beste Mittel gegen die Schmerzen ist Wärme. Das fördert die Durchblutung, und mehr Blut im Muskelgewebe lässt die Entzündungen schneller heilen. Wem die Schmerzen zu viel werden, dem rät der Sportexperte zu einem Bad oder zu warmen Kompressen. Leichte Bewegung fördert ebenfalls die Durchblutung. "Wer zum Beispiel nach dem Joggen Muskelkater bekommen hat, sollte zum Beispiel spazieren gehen", rät der Sportarzt.
Oft hört man auch, dass Auftragen von Alkohol oder Ölen den Muskelkater lindern soll. Doch das gehört in Reich der Mythen: "Solche Mittelchen können nur oberflächlich wirken, doch die Ursache des Katers sitzt tief im Muskel", erklärt Froboese.
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