16.12.2010, 08:17 Uhr | dapd / wve
Viele Menschen kennen das: Man macht eine Diät, aber der Abnehmerfolg hält sich in Grenzen. Und sobald man wieder sündigt, sind die Pfunde schnell wieder drauf. Es gibt aber auch Menschen, die schnell abnehmen oder erst gar nicht richtig dick werden. Was ist der Unterschied zwischen diesen Menschen? Forscher sind der Meinung, dieses Geheimnis jetzt entschlüsselt zu haben. Denn das Gen crtc3 soll für unseren Hüftspeck mitverantwortlich sein.
US-Forscher konnten zeigen, dass die Erbanlage namens crtc3 den Energieumsatz in Fettzellen beeinflusst. Träger einer besonders aktiven Variante von crtc3 sind der Studie zufolge Energiesparer - sie verbrennen weniger Fett und neigen deshalb dazu, Rundungen und Fettpölsterchen zu entwickeln. Diesen Zusammenhang konnten die Forscher sowohl beim Menschen als auch bei Mäusen nachweisen. So entwickeln Tiere, bei denen crtc3 ausgeschaltet ist, trotz kalorienreicher Ernährung kein Übergewicht. Sollte es gelingen, crtc3 auch beim Menschen auszuschalten oder zumindest seine Aktivität zu verringern, könnte das völlig neue Behandlungsansätze gegen Übergewicht ermöglichen, so die Annahme der Wissenschaftler um Marc Montminy vom Salk Institute in La Jolla.
Frühere Studien hatten bereits darauf hingedeutet, dass das crtc3-Gen eine wichtige Funktion bei der Steuerung von Stoffwechselvorgängen innehat. Um nun seine Rolle im Energiestoffwechsel genauer umreißen zu können, schalteten die Forscher das Gen bei ihren Test-Mäusen aus. Diese Versuchstiere durften anschließend ordentlich schlemmen: Kalorienreiche Nahrung sollte zeigen, welchen Effekt die fehlende Erbanlage auf die Gewichtszunahme hat. Als Vergleichstiere dienten Mäuse mit einem unveränderten crtc3-Gen.
Früher berechnete man das Idealgewicht mit einer Methode, die für kleine und große Menschen nicht geeignet war. Heute gibt es den Body-Mass-Index. zum Video
Die Tiere mit dem inaktiven crtc3 blieben trotz üppiger Futterportionen schlank, während ihre Artgenossen in der Kontrollgruppe heftig an Gewicht zulegten. Eine genauere Untersuchung zeigte: Die Mäuse ohne crtc3 hatten doppelt so viel braunes Fettgewebe gebildet. Diese spezielle Variante des Fettgewebes hat eine andere Funktion als das normale weiße Fettgewebe, aus dem auch der Hüftspeck besteht: Während in Letzterem Energie in Form von Fetten und Fettsäuren eingelagert wird, findet in braunem Fettgewebe ein schneller Energieumsatz statt - Fettsäuren aus den Speichern werden dort bei Bedarf verbrannt, um möglichst schnell Wärme zu erzeugen. Es gibt bereits Hinweise, dass Menschen, die zu einer schlanken Linie neigen, auch überdurchschnittlich viel braunes Fettgewebe besitzen.
Um die Bedeutung von crtc3 auch beim Menschen zu dokumentieren, suchten die Wissenschaftler Patientendatenbanken ab, auf der Suche nach Trägern des Gens. Tatsächlich fanden die Forscher bei einer Gruppe mexikanischstämmiger US-Amerikaner genau den erwarteten Zusammenhang: Diejenigen mit der aktiven crtc3-Variante neigen auch deutlich häufiger zu Übergewicht.
Wie genau crtc3 den Stoffwechsel und die Menge des braunen Fettgewebes beeinflusst, bleibt noch zu klären. Offenbar seien aber wohl nicht nur falsche Ernährung und zu wenig Bewegung die Ursachen von Übergewicht, sondern auch die Veranlagung. Die Evolution habe uns dieses Erbe beschert, erläutern die Forscher: In der Entwicklungsgeschichte des Menschen hatten diejenigen einen Überlebensvorteil, deren Veranlagung sie zu Energiesparern machte - schließlich waren sie besser für schlechte Zeiten gerüstet. Heutzutage verkehre sich dieser Vorteil allerdings ins Gegenteil und die besonders sparsamen Menschen entwickelten Übergewicht - samt all den damit verbundenen Gesundheitsproblemen.
Gänsebraten oder Schmorgerichte - gerade in der Winterzeit mögen wir es deftig. Rezepte finden
dapd / wve
Sonja schrieb:
am 10. Januar 2011 um 21:00:47
(0)
(0)
@Cruel
Vielleicht sollte man aufhören, den eigenen Körper krampfhaft als Feind zu betrachten, den es mit allen Mitteln zu bekämpfen gilt,
sondern anfangen, ihn so zu akzeptieren, wie er von Natur aus nunmal ist. Nicht jeder kann eine Figur haben wie Claudia Schiffer, jeder Organismus arbeitet individuell. Wenn man das erstmal verinnerlicht hat und alles nicht mehr so tierisch verbissen sieht, reagiert auch der Körper positiver. Bin selbst übergewichtig aufgrund einer angeborenen Stoffwechselstörung.
mehr
Kommentar melden
Cruel schrieb:
am 7. Januar 2011 um 11:03:05
(0)
(0)
Vielleicht bin ich so ein Fall 2
Jetzt bin ich Anfang 40 - habe mit den Diäten mit 35 aufgehört. Esse ca. 1800 kcal pro Tag, Kaffee ohne
Zucker und seit ca. 7 Jahren auch ohne fettarme Milch... Wiege bei 173cm 95 kg. Ich würde sagen, dass ist bei so niedriger Kalorienzufuhr viel zu viel... Blutwerte, alles bestens... Habe e. Schilddrüsenunterfunktion, die aber behandelt wird... Ich habe den Kampf aufgegeben - muss aber sagen, es belastet sehr... Ich persönlich bin mir sicher, dass Gene für mein Übergewicht verantwortlich sind.
mehr
Kommentar melden
Cruel schrieb:
am 7. Januar 2011 um 10:58:05
(0)
(0)
Ich bin vielleicht so ein Fall 1
Mein Vater war fett, obwohl er ganz normal aß.
Ich wurde in der Pubertät dicker - mir wuchsen u.a. diese
Reiterhosen an den Beinen außen. Die Beine ragten also über die Hüfte hinaus.
Da ich sehre ehrgeizig war, machte ich extreme Diäten... Es war grausam, anstrengend. Die Hungergefühle werden größer u. größer, es führt zu e. Art Binge-Eating. Zum Kotzen konnte ich mich nicht durchringen...
Dünn wie andere sah ich nur aus, wenn ich ca. 500 kcal/Tag zu mir nahm - nicht auszuhalten auf Dauer.
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Die neue Frühlingskollektion von Topmarken: tolle Schuhe, Mode u.v.m. - Versand gratis. mehr
Extravagante und schicke Damen-
mode für die neue Saison: jetzt online bestellen. von WENZ
Tolle Kurven perfekt in Szene gesetzt: zauberhafte Damenmode bis Größe 60. zum XXL-Special