25.01.2012, 09:50 Uhr | AFP
Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat die Werbung mit Bildern ländlicher Idylle für Standard-Industrieware kritisiert. Mit Attributen wie "vom Land" oder "ursprünglich" drehten die Hersteller den Verbrauchern "schnöde Industrieprodukte als ursprüngliche, naturbelassene Lebensmittel an", erklärte Oliver Huizinga von Foodwatch am Mittwoch in Berlin. Hinter "Land-Bockwurst", "Landgurken" oder "Landlust-Tee" steckten in der Regel Waren aus billigen Zutaten und Aromastoffen - die zum Teil mit kräftigem Aufschlag verkauft werden.
Ein besonders dreister Fall von Etikettenschwindel sei der Früchtetee "Landlust Mirabelle & Birne" von Teekanne, erklärte Foodwatch. Hauptzutaten seien wie bei den meisten Früchtetees die "billigen Standardzutaten" Äpfel, Hibiskus und Hagebutte. Die Birne rangiert mit acht Prozent erst an vierter Stelle der Zutatenliste, Mirabelle taucht dort gar nicht auf. Für den Geschmack sorgen Aromastoffe. Dafür verlangt der Hersteller mehr als vier Euro pro 100 Gramm - "das Dreifache dessen, was ein No-Name-Früchtetee kostet. Das ist Geldschneiderei", erklärte Huizinga.
Teekanne wirbt für den Tee mit der Aussage: "Entdecken Sie den ursprünglichen Genuss vertrauter Früchte, die noch in Ruhe heranreifen können." Foodwatch erklärte, die Mirabellen könnten tatsächlich ganz in Ruhe heranreifen - da sie gar nicht in dem Tee steckten. Teekanne erklärte, Birnen und Mirabellen könnten in getrockneter Form und in den Mengen, die in einem Teebeutel verwendet werden, bei weitem nicht genügend Aroma entfalten. Daher setze das Unternehmen Aromen ein, um den "vollmundigen Geschmack" zu ermöglichen. Auf der Verpackung seien alle Zutaten genau aufgeführt, so dass der Verbraucher über die genauen Inhalte informiert sei. Den Vorwurf des Etikettenschwindel weist das Unternehmen daher zurück.
Auf Lebensmittelklarheit.de werden Nahrungsmittel auf Herz und Nieren geprüft. Das soll mehr Aufklärung für die Verbraucher bringen. Zum Video
Auf der Verpackung des Tees prangen große Bilder von Mirabellen und Birnen - und das sei sogar staatlich erlaubt, bemängelte die Verbraucherorganisation. Die beim Bundesernährungsministerium angesiedelte Lebensmittelbuch-Kommission erlaubt es laut Foodwatch, auf Verpackungen Bilder von Früchten zu zeigen, die ein Tee nicht enthält. Laut "Leitsatz für aromatisierte teeähnliche Erzeugnisse" müssen Produktname und Abbildungen nur die Geschmacksrichtung beschreiben. Das sei "staatlich legitimierte Verbrauchertäuschung", monierte Verbraucherschützer Huizinga. "Dieser Leitsatz muss geändert werden. Foodwatch wendet sich mit seiner Kampagne www.abgespeist.de gegen irreführende Werbepraktiken von Lebensmittelherstellern. Dazu stellt die Organisation auf ihrer Internetseite regelmäßig Produkte vor, die nach ihren Angaben nicht das halten, was sie versprechen. Im Fall des "Landlust"-Tees ruft Foodwatch die Verbraucher auch zu Protest gegen den Leitsatz der Lebensmittelbuch-Kommission auf.
Jede Woche bequem per Email: Die aktuellsten Themen rund um Gesundheit, Verbraucher, Liebe, Mode, Rezepte und Tiere. Lifestyle-Newsletter abonnieren
AFP
xicht schrieb:
am 22. Mai 2012 um 15:14:57
(0)
(1)
Mensch Ossi
nu ist aber gut! vor über 21 Jahren habt ihr euch eingemeindet und könntet auch wissen, dass nur Tee eben Tee ist.
Kamillen"tee" und der andere von dir aufgeführte Dreck in Wasser sind kein Tees, sondern ein Aufgüsse, höchstens "teeähnlich". Malzkaffee ist schließlich auch kein Kaffee!
mehr
Kommentar melden
Criticus schrieb:
am 25. Januar 2012 um 18:45:22
(2)
(2)
Konsumentenboykott
In einem Grundsatzurteil vom 15. Januar 1958 stellte das Bundesverfassungsgericht klar, dass der Aufruf zu einem Boykott
eine zulässige Ausübung der Meinungsfreiheit nach Artikel 5 Absatz 1 des Grundgesetzes ist, es sei denn ein Wettbewerber würde zum Boykott eines Konkurrenten aufrufen.
Bundesverfassungsgericht: Urteil vom 15. Januar 1958 (1 BvR 400/51)
Siehe: Wikipedia - Konsumentenboykott. Diskutiert werden kann das Thema unter www.criticus.blog.de
mehr
Kommentar melden
Ossi schrieb:
am 25. Januar 2012 um 18:28:56
(5)
(1)
Tee
Ich kenne aus DDR-Zeiten eigentlich nur Pfefferminz-, Fenchel- und (brrr) Kamillentee. Das andere heißt Saft. So viel falsch scheint mir
daran nichts zu sein. Da esse ich lieber einen Apfel oder Birne oder Mirabelle .... so.
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Die neue Frühlingskollektion von Topmarken: tolle Schuhe, Mode u.v.m. - Versand gratis. mehr
Extravagante und schicke Damen-
mode für die neue Saison: jetzt online bestellen. von WENZ
Tolle Kurven perfekt in Szene gesetzt: zauberhafte Damenmode bis Größe 60. zum XXL-Special