09.10.2009, 08:55 Uhr | AFP
Foodwatch wirft Kraft Irreführung bei Philadelphia-Käse vor. (Foto: foodwatch.de)Die Verbraucherschutz-Organisation Foodwatch hat irreführende Werbung für Frischkäse kritisiert. Als Beispiel nannten die Verbraucherschützer den Frischkäse "Philadelphia alla Pesto verde & Tomate". Der Lebensmittelkonzern Kraft werbe für den Frischkäse mit "sonnengereiften Tomaten und Basilikum". Statt echtem Pesto aus Olivenöl, Parmesan, Pinienkernen und Basilikum habe Kraft dem Produkt aber eine Mischung aus ein wenig Basilikum und Schmelzkäse zu einem Anteil von 2,6 Prozent beigegeben. Tomaten in getrockneter Form seien nur zu einem Anteil von 0,4 Prozent enthalten. Der Philadelphia-Hersteller Kraft Foods wies die Kritik zurück.
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Durch den Verzicht auf echtes Pesto und mehr Tomaten spare sich der Lebensmittelkonzern teurere Zutaten, erklärte die Leiterin der Foodwatch-Kampagne "abgespeist.de", Anne Markwardt. Stattdessen verwende Kraft sogenannte Aromen, um den Geschmack von Pesto und Tomaten nachzubilden. Die auf der Verpackung abgebildeten glänzenden Tomaten und ein Mörser voll Pesto ließen aber etwas anderes erwarten. Die von Kraft beworbene Qualität des Produkts werde "vor allem von der Werbeabteilung produziert", kritisierte Foodwatch.
Eine Kraft-Sprecherin sagte, der Name "alla Pesto verde & Tomate" sei eine "übliche Bezeichnung" und bedeute "nach Pesto-Art" oder "mit Pesto-Geschmack". Zudem sei die nach Lebensmittelrecht korrekte Bezeichnung für das Produkt auf der Rückseite angegeben. Das kritisierte Tomatenaroma werde dem Produkt beigesetzt, da bei der Herstellung des Frischkäses Geschmack ansonsten verloren gehe.
Die Konzernsprecherin kritisierte zudem die Vorgehensweise von Foodwatch. Nach ersten Gesprächen mit Foodwatch setze ihr Unternehmen auf "den direkten Dialog" mit der Organisation. Foodwatch habe seine Anfragen dagegen allein an "eine Faxnummer des Verbraucherservices" von Kraft gerichtet.
Foodwatch wendet sich mit seiner Kampagne abgespeist.de gegen irreführende Werbepraktiken von Lebensmittelherstellern. Dazu stellt die Organisation auf ihrer Internetseite regelmäßig Produkte vor, die nach ihren Angaben nicht halten, was sie versprechen.
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