24.12.2008, 13:01 Uhr | bri
Schnaps wird oft zur Verdauung getrunken. (Foto: Archiv)Der Gänsebraten ist gefuttert, die Hose spannt bereits, doch ein Gläschen Schnaps wird oft noch eingeschenkt und die Kehle hinuntergestürzt. Ein Schnaps nach dem schweren Essen soll angeblich die Verdauung fördern. Doch stimmt das wirklich? Und macht Bier wirklich einen Bierbauch? Macht das Durcheinandertrinken schneller betrunken? Über Alkohol gibt es zahlreiche Mythen und Halbwahrheiten. Wir haben nachgeforscht, was da dran ist.
Rund um Alkohol Irrtümer und Wahrheiten
Die verdauungsfördernde Wirkung des Alkohols ist ein Trugschluss. Denn Alkohol betäubt und schwächt das Völlegefühl lediglich ab. Schneller verdaut wird die Nahrung nicht. Meistens wird oft noch ein zweites oder drittes Schnäpschen getrunken. Das macht alles nur noch schlimmer: In größeren Mengen behindert Alkohol die Verdauung. Er blockiert jene Nerven, die im Normalfall dafür sorgen, dass die Speisen vom Magen in den Darm gelangen.
Oft werden nach dem Essen Kräuterschnäpse gereicht, da man sich von den Kräuter-Extrakten eine positive Wirkung auf die Verdauung verspricht. Für die Kräuter stimmt das zwar. Doch auch diese Schnäpse enthalten viel Alkohol, der die Wirkung der Kräuter wieder zunichte macht. Besser ist es, heißen Kräutertee zu trinken. Denn die Wärme regt die Verdauung zusätzlich an. Am besten wirken Pfefferminztee und Kamillentee.
Wo Bier ist, sind die Bäuche nicht weit. Kein Wunder, dass Bier immer wieder in den Verdacht gerät, einen Bierbauch wachsen zu lassen. Doch ganz so einfach ist es nicht. Wer Bier in Maßen trinkt, muss vor einem Bierbauch keine Angst haben. Denn es ist eher das Drumherum, was den Bauch wachsen lässt. Typischerweise essen Menschen zum Bier deftige Speisen wie Schweinshaxe, Schnitzel oder Weißwürste. Da steckt das Fett drin, das die Wampe macht. Außerdem trinken viele statt eines halben Liters zwei bis drei Liter an einem Abend. Da summieren sich schnell die Kalorien und der Bauch wächst dann wirklich Schluck für Schluck.
Bier allein macht auch deshalb nicht dick, weil es deutlich weniger Kalorien als Cola, Säfte oder Wein hat. Allerdings machen die Bitterstoffe des Hopfens Appetit. Dadurch besteht die Gefahr, dass man bei Mahlzeiten kräftiger zulangt und somit an Gewicht zulegt.
Bier, Schnaps, Cocktails und Sekt - an einem festlichen Abend kann so einiges an alkoholischen Getränken zusammenkommen. Doch es ist nicht die Mischung oder die Reihenfolge, die beschwipst macht, sondern die Menge des Alkohols. Vor allem Schnaps hat einen hohen Alkoholgehalt. Da kann ein Pils und ein Korn schnell die selbe Wirkung haben wie drei Pils. Allerdings sollte man bei süßen Likören aufpassen, sowie bei Mischungen aus Schnaps und Cola. Denn der darin enthaltene Zucker fördert den Schwips.
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