13.04.2011, 12:42 Uhr | dpa
Hartes Ganzkörpertraining im Essener Recover Fight-Club. (Foto: Roland Weihrauch dpa/lnw)
Mehr als sieben Millionen Menschen in Deutschland trainieren in Fitnessstudios. Willkommen ist normalerweise jeder, der sich fit und gesund halten möchte. Im Essener "Recover Fight-Club" aber sucht der Besitzer seine Mitglieder aus. Wer aufgenommen ist, soll richtig ins Schwitzen kommen und seinen inneren Schweinehund besser zuhause lassen.
Wer bei Andreas Büdeker trainieren will, darf nicht zimperlich sein. "Unser Club ist nur für echte Kämpfer", beschreibt der 47 Jahre alte Fitnessclub-Besitzer aus Essen sein Klientel. "Wir suchen uns die Leute aus, die bei uns trainieren." Dabei zählt weniger wie fit oder trainiert jemand ist. Ehrgeiz, Einsatz und Willensstärke spielen eine viel größere Rolle. In seinem "Recover Fight-Club" ist das Training weitaus anstrengender als in gewöhnlichen Fitnessstudios. Hier bestimmt der Chef wer bei dem Ganzkörpertraining, einem harten Drill aus Konditions- und Boxübungen, mitmachen darf. Von den Mitgliedern wird erwartet hart und bindungslos an sich zu arbeiten und an die eigenen Grenzen zu gehen.
Sie laufen eine Runde nach der anderen. Wenn Trainer Tiran Mkrtschjan das Signal gibt, stoppen sie abrupt und begeben sich auf den Boden. Auf Befehl absolvieren die fünf Frauen und zwei Männer zehn Liegestütze, bevor es mit Boxschlägen weitergeht. "Jetzt reden sie noch, aber in zwanzig Minuten sind alle still", sagt Mkrschtjan augenzwinkernd über die Teilnehmer seiner Trainingsstunde, die gerade erst begonnen hat. Ziel des harten Trainings ist uneingeschränkte Fitness und eine körperliche Bestform. Was andernorts so manchen nach wenigen Minuten überfordern würde, ist im "Recover Fight-Club" Teil des Aufwärmprogramms. Doch Trainer Mkrschtjan, ehemaliger Europameister im Kickboxen, stellt klar: "Keiner schlägt hier mit der Peitsche auf die Leute ein, damit sie weitermachen." Wem es zu viel werde, könne Pause machen. Zur Not stehe die Sauerstoffflasche am Rande des Boxrings bereit. "Manchmal brauchen wir die", erzählt Mkrschtjan, einer von fünf Trainern im Essener Club.
Jeder kennt die Schmerzen nach zu viel Bewegung. Doch was passiert da wirklich im Körper, und was kann man dagegen tun? zum Video
Jeder der qualifizierten Trainer absolviert ein eigenes Programm mit den Fitnessfans. Diese Abwechslung gefällt Hans-Günther Brosius. "Ich bin nie gerne ins Fitnessstudio gegangen. Das war einseitig und langweilig", erzählt der Softwareentwickler, der seit zwei Jahren im "Fight-Club" trainiert. "Anfangs war es hart, aber dann wird man fit", sagt der 51-Jährige aus Velbert. Auch Gisela Hammes (43) findet: "Besser kann man gar nicht trainieren." Aber ist das ständige Laufen, Boxen, Springen nicht zu hart? "Fünf mal die Woche könnte ich das nicht, aber zweimal geht das", sagt die durchtrainierte Frau.
"Unser Konzept ist nichts für die Masse", betont Gründer Büdeker. "Und das soll auch so bleiben." Über die eigene Schmerzgrenze hinaus zu gehen sei für viele sehr schwer. Mit seinem Konzept, nur "willensstarke Kämpfertypen" aufzunehmen, ist sein 2004 gegründetes Studio die Ausnahme im deutschen Fitnessmarkt. Fast jede der mehr als 7000 Fitnesssport-Anlagen bundesweit bietet Training für Jedermann an. Clubs wie der Essener Fight-Club, in dem rund 200 Mitglieder trainieren, gibt es nur wenige - zwischen 20 und 50, schätzt ein Mitarbeiter des Beratungsunternehmens "Deloitte", das kürzlich eine Studie zum Deutschen Fitnessmarkt 2011 veröffentlicht hat. Genaue Zahlen gibt es nicht. Auch Sportwissenschaftler Peter Preuß von der Sporthochschule Köln hält solche Drill-Clubs nicht für massentauglich. "Neunzig Prozent der Menschen würde so ein Training überfordern", sagt der Sportlehrer. Manche reize aber gerade das Extreme. Der Sportler warnt jedoch vor den Risiken zu harten Trainings. Moderates Ausdauertraining sei gerade für stark Gestresste die bessere Variante. Der ehemalige Personenschützer Büdeker dagegen meint: "Wer hart arbeitet, muss hart trainieren, um den Kopf freizukriegen." Für Sportwissenschaftler Preuß steht allerdings fest: "Der Kopf macht vor dem Fleisch schlapp." Da hilft wohl auch keine Sauerstoffflasche mehr.
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Quelle: dpa
Petra schrieb:
am 26. April 2011 um 05:46:30
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lerne stark zu sein
Bin selbst Kampfsportler. Fände es gut, wenn es in meiner Nähe sowas gäbe.
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Ich schrieb:
am 25. April 2011 um 19:36:37
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Super Club1
Ich find das Super und der Club selber ist echt klasse. Fahre selber 3 mal die Woche rund 160 km um zu trainiren und an mir zu
arbieten, damit ich bei Andi demnächst trainieren kann.
mehr
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Gast schrieb:
am 17. April 2011 um 00:11:08
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@ haha
Ist doch nur Werbung.
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