02.08.2010, 11:14 Uhr | cme
Fischführer: Nicht jede Sorte ist empfehlenswert. (Foto: Archiv)
Überfischte Meere, zweifelhafte Fangmethoden: Immer wieder wird die Ausbeutung der Meere angeprangert. Welchen Fisch kann man noch mit gutem Gewissen kaufen? Dass Hai oder Thunfisch zu den bedrohten Arten zählen, hat jeder schon mal gehört. Doch wussten Sie, dass Sie auch Rotbarsch und Aal besser im Laden liegen lassen sollten? Die Umweltschutzorganisation "World Wide Fund For Nature" (WWF) hat in ihrem "Einkaufsratgeber Fische & Meeresfrüchte" die Sorten aufgelistet, die problematisch sind und solche, die Sie bedenkenlos kaufen können.
Fisch gilt als gesund - und die Verbraucher in Deutschland greifen immer häufiger zu: Im Schnitt vertilgt jeder Deutsche knapp 16 Kilo Fisch pro Jahr - deutlich mehr als noch vor einigen Jahren. Doch was Ernährungsexperten erfreut, wird von Umweltschützern kritisch gesehen. Denn der Bestand vieler Fischarten ist in den letzten Jahrzehnten stark geschrumpft. Der Fischführer des WWF gibt - basierend auf Auswertungen des niederländischen Instituts "Stichting de Noordzee" - Empfehlungen zu 40 Fischarten. Dabei wird in einer ampelfarbenen Tabelle unterschieden, zwischen Arten, die der Verbraucher bedenkenlos essen kann (grün), solchen, die als bedenklich gelten (gelb) und Arten, auf die der umweltbewusste Käufer besser verzichtet (rot).
Die gute Nachricht vorweg: Der Deutschen liebster Fisch - der Alaska-Seelachs - gehört zu den Fischen, die man mit gutem Gewissen in den Einkaufskorb legen kann. So gilt der Bestand der Fischart im Nordpazifik als nicht bedroht. Saisongebundene Fangquoten beugen einer Überfischung vor. Der WWF empfiehlt allerdings dennoch, Seelachs mit dem blauen Umweltsiegel des MSC ("Marine Stewardship Council") zu bevorzugen. Die gemeinnützige Organisation setzt sich weltweit für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Fischerei ein. Als empfehlenswerte Fischarten werden zudem Hering, Karpfen und Eismeergarnelen genannt.
Bei vielen Fischarten sieht die Empfehlung allerdings differenzierter aus. So entscheiden bei Lachs Fangort und Fangart, ob er als empfehlenswert eingestuft wird. Während Lachs aus Bio-Zucht und Alaska-Wildlachs mit MSC-Siegel zu den empfohlenen Fischsorten zählen, rät der WWF von Lachs aus dem Nordost-Atlantik oder von Zuchtlachs aus Chile ab. Das Problem: Die Lachse werden in Netzkäfigen im offenen Meer, in Flussmündungen oder in Seen gezüchtet. Durch die enge Haltung werden viele Fische krank, was wiederum mit Chemikalien und Antibiotika bekämpft wird. Zu den bedingt empfehlenswerten Arten zählen auch Pangasius, Dorade und Kabeljau.
Sowohl Rotbarsch als auch Seezunge und Aal wurden in den vergangenen Jahrzehnten zu stark gefischt - ihre Bestände gelten als bedroht. Da diese Arten erst nach Jahren geschlechtsreif werden, erholen sich die Bestände nur schlecht. Fischliebhaber sollten von diesen Fischen die Finger lassen. Anders bei Garnelen: Da sie sehr schnell geschlechtsreif werden, erholen sich die Bestände schnell. Wegen der problematischen Fang- und Zuchtmethoden rät der WWF allerdings von dem Verzehr tropischer Garnelen ab. Diese kommen zum Beispiel unter den Bezeichnungen "Shrimps", "Riesengarnelen", "Tiger Prawns" oder "Gambas" in den Handel.
Den vollständigen Fischratgeber gibt es beim WWF.
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cme
Fischesser schrieb:
am 18. April 2012 um 18:26:55
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Welcher Fisch woher...
Muss ich mir das Alles merken oder wird das auf die Fische drauf geschrieben ??
Wenn man als Endverbrauchern sich
das Alles merken soll oder will, muss man einen Ordner mitnehmen zum Einkaufen, das kann aber wohl nicht der Sinn der Sache sein !!!
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Nachgefragt schrieb:
am 25. August 2010 um 10:48:28
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Schöner Artikel
da wird sehr schön (und wohl auch richtig) gesagt, was man essen sollte und was nicht.
Hört sich alles sehr gut
an.
Solange jedoch z.B. in Deutschland bei fast 90 % der Bevölkerung kaum genug Geld vorhanden ist, nach Bezahlen der Fixkosten Rücklagen zu bilden, genau so lange bleibt dem größten Teil der Bevölkerung nichts anderes übrig, als die günstigsten Angebote zu kaufen, um wenigstens etwas auf den Tisch stellen zu können.
Leider bleibt denen kaum was anderes, als da günstigste zu kaufen
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Indianer schrieb:
am 11. August 2010 um 19:49:20
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Fisch
@ Axel Krüger, uns bleiben dann noch Schwein und Rind. Kennen die Creeindianer auch und verspeise diese mit Wohlbehagen.
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