10.12.2010, 10:37 Uhr | cme
Fettiges Essen schadet der Leber. (Bild: imago)
Millionen Deutsche sind leberkrank, ohne es zu wissen. Experten schätzen, dass 20 bis 40 Prozent der Menschen in Mitteleuropa eine Fettleber entwickelt haben. Nur jede fünfte Lebererkrankung wird frühzeitig entdeckt. Doch woran erkenne ich, ob meine Leber krank ist? Was schadet ihr und wie kann ich sie schützen? Diese und andere Fragen haben Experten der Leberstiftung in dem Ratgeber "Das Leber-Buch" (Schlütersche Verlagsgesellschaft 2010) beantwortet. Die zwölf wichtigsten Antworten finden Sie hier.
Die Leber ist das zentrale Stoffwechselorgan unseres Körpers. Sie schleust Gifte aus dem Körper, speichert Vitamine, Fett und Zucker, produziert Hormone und ist an der Fettverdauung beteiligt. Schäden an dem wichtigen Organ beeinträchtigen daher unseren ganzen Stoffwechsel. Allerdings hat sie keine Schmerzrezeptoren, daher werden Lebererkrankungen oft erst spät entdeckt. "Jeder vierte erwachsene Deutsche hat erhöhte Leberwerte", schreiben die Experten im Leber-Buch. Die häufigsten Auslöser sind Übergewicht, Alkohol und Hepatitis-Infektionen.
Entgegen der landläufigen Meinung ist nicht Alkohol die häufigste Ursache für Leberschäden. Als Feind Nummer eins bezeichnen die Ärzte der Leberstiftung das so genannte "Metabolische Syndrom". Dies ist eine Stoffwechselstörung, die durch ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht hervorgerufen wird und auch mit Diabetes und Bluthochdruck einhergeht. Wird die Leber zu stark mit Zucker, Fett oder Alkohol belastet, lagert sie Fett ein und entwickelt sich zur Fettleber. Sie verursacht nur wenig Beschwerden, gelegentlich spüren Betroffene ein leichtes Druckgefühl im Oberbauch. Grundsätzlich kann sich eine Fettleber wieder erholen. Werden die Ursachen jedoch nicht ausgeräumt, entwickelt sich langfristig eine Leberentzündung oder sogar eine lebensgefährliche Leberzirrhose, bei der das Lebergewebe großflächig abstirbt.
Nicht nur die Fettleber, sondern auch fortgeschrittene Lebererkrankungen werden oft erst spät erkannt, da die Symptome sehr unspezifisch sind: Müdigkeit, Appetitlosigkeit und ein Druckgefühl im rechten Oberbauch sind Anzeichen, die wenig aussagen. Eine Gelbfärbung der Haut oder der Augen ist dagegen typisch für Leberschäden. Das Fatale: Nur wenn die Schäden nicht zu weit fortgeschritten sind, kann sich die Leber wieder erholen. In jedem Fall sollten Sie bei Beschwerden zum Arzt gehen. Wenn Sie übergewichtig sind, an Diabetes leiden oder regelmäßig Alkohol trinken, sollten Sie jedes Jahr Ihre Leberwerte kontrollieren lassen.
Nicht nur Alkohol und Fett schaden der Leber. Auch Medikamente, wie zum Beispiel Paracetamol, oder Pilz- und Umweltgifte können Leberschäden hervorrufen. Da Lebererkrankungen oft durch Hepatitis-Viren ausgelöst werden, sollten Sie mit Ihrem Arzt die Möglichkeit einer Impfung besprechen. Gut für die Leber sind eine gesunde, fettarme Ernährung mit viel Obst, Gemüse und alkoholfreien Getränken. Auch regelmäßige Bewegung stärkt die Leberfunktion.
cme
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