30.04.2008, 09:26 Uhr | ug, afp, bri
Burger ist nicht gleich Burger! Die Nährwerte pro Portion müssen Fast-Food-Ketten in New York jetzt angeben. (Foto: Archiv)Burger, Pizza und Donuts: Da landen einige Kalorien auf dem Teller! Wie viele in ihren Fast-Food-Gerichten stecken, müssen Schnellrestaurants in New York ab sofort genau angeben. Vom Hamburger bei McDonald's bis zur Pizza bei Domino's muss auf jeder Portion stehen, wie viel Kalorien sie enthält. Das entschied ein Berufungsgericht in der US-Metropole. Doch auch hierzulande gilt: Burger ist nicht gleich Burger - die Kalorienmengen unterscheiden sich teils erheblich. Wissen Sie, wie viel Fett und Kalorien in Ihrem Lieblingssnack steckt? Wir haben die Nährwerte der wichtigsten Produkte von den bekanntesten Fast-Food-Ketten zusammengestellt und erklären, warum wir bei Fast Food immer wieder schwach werden.
Alle Ketten mit landesweit mehr als 15 Filialen müssen nun die Kalorien für Speisen und Getränke ausweisen, so die Entscheidung des Berufungsgerichts in New York. Davor gab es einen erbitterten Justizstreit: Die Imbissketten - allen voran McDonald's und Dunkin' Donuts - wehrten sich mit allen Mitteln gegen die Anordnung der Stadtverwaltung. Zunächst mit Erfolg: Das Gericht setzte auf ihr Drängen hin die Kennzeichnungspflicht zunächst aus. Diese Entscheidung nahmen die Richter dann aber wieder zurück. Einziges Zugeständnis des Gerichtes an die Ketten: Bei Verstoß gegen die Anordnung sind nicht schon am Anfang Juni Strafgelder fällig, sondern erst ab Mitte Juli.
Richterin Rosemary Pooler zeigte Unverständnis, "warum sich die Restaurantbetreiber so aufregen". Schließlich seien etwa auf Zigarettenschachteln schon seit langem Warnhinweise aufgedruckt, "und die Leute rauchen trotzdem weiter". Ihr Kollege Chester Straub zeigte hingegen Verständnis für die Fast-Food-Unternehmer: "Eine Portion Pommes Frites mehr oder weniger macht ja keinen großen Unterschied." New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg hat sich den Kampf gegen Gesundheitsrisiken wie Rauchen und fettes Essen auf die Fahnen geschrieben. Den Tabakkonzernen ist er bereits mit saftigen Zigarettensteuern zu Leibe gerückt. Mit der Kennzeichnungspflicht für Pommes und Co. will New York gegen die Volkskrankheit Übergewicht vorgehen. 21 Prozent der New Yorker sind übergewichtig, wie eine Studie aus dem Jahr 2004 ergab. Das sind etwa 70 Prozent mehr als noch zehn Jahre zuvor.
Wir haben den Kaloriengehalt hiesiger Fast-Food-Ketten unter die Lupe genommen: Die meisten Kalorien in unserer Fast-Food-Vergleich hatten die Produkte von Burger King. Ein Triple Whopper bringt es auf über 1000 Kalorien und fast 70 Gramm Fett. Das entspricht einer ganzen Tagesration! Laut den Ernährungsregeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollte man bei einer ausgewogenen Ernährung maximal 80 Gramm Fett pro Tag aufnehmen. Etwas weniger wiesen die Produkte von Kentucky Fried Chicken und Subway auf. Beim Sandwich-Anbieter Subway hat man es jedoch selbst in der Hand, wie viele Kalorien man zu sich nimmt. Denn die Sandwich Artists werden niemandem den Wunsch nach einem 30 Zentimeter langen Sandwich mit reichlich kalorienhaltiger Mayonnaise abschlagen.
Wieso sind wir Menschen überhaupt so verrückt nach Fast Food? Schuld ist wieder einmal die Evolution. In grauer Vorzeit hatten es die Menschen viel schwerer, ausreichend Nahrung zu finden. Noch immer rechnet unser Körper mit diesem Mangel an Essen. Also handelt er nach der bewährten Devise: „Was man hat, das hat man“ und versucht, ständig Fettreserven zu speichern. Deshalb sind wir so scharf auf energiereiches Essen. Und wenn es dann noch im Handumdrehen auf dem Teller landet, können wir nicht mehr widerstehen.
Der Verzicht auf die deftigen und süßen Sünden ist also verdammt schwer. Wenn auch Sie nicht widerstehen können, helfen ein paar Tricks, mit denen Sie ohne schlechtes Gewissen ruhig einmal zugreifen können: „Vermeiden Sie große XXL-Portionen und kombinieren Sie das Fastfood mit gesunden Lebensmitteln, wie Obst oder Gemüse oder trinken Sie anstatt einer Cola etwas Kalorienarmes wie Wasser", rät Hartmut König, Ernährungswissenschaftler von der Verbraucherzentrale Hessen.
ug, afp, bri
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