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Fahrräder: So tricksen Hersteller mit Testsiegeln

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Wie Hersteller mit Testsiegeln tricksen

17.03.2008, 15:06 Uhr | bri, ug

Nicht alle Händler werben korrekt mit Testnoten. (Foto: Stiftung Warentest; Montage T-Online)Nicht alle Händler werben korrekt mit Testnoten. (Foto: Stiftung Warentest; Montage T-Online)Immer auf der Hut sein und genau hinschauen - das muss der Kunde heutzutage können, wenn er nicht getäuscht werden will. So auch beim neusten Fall: Alle Jahre wieder im Frühling lassen Discounter wie Aldi oder Penny Fahrräder auf ihre Kunden los. Für unter 200 Euro sind die Drahtesel zu haben. Bei Aldi-Süd und Penny werden die Räder im Prospekt und im Internet beworben. Mit auf dem Bild: ein Testsiegel der Stiftung Warentest - "sehr gut" oder "gut" heißt es da. Mit diesen Worten sind jedoch nicht die Fahrräder gemeint.

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Gut ist nur der Dynamo

Klicken Sie unten auf das Bild des Fahrrades, dann können Sie es sehen: Das Kleingedruckte auf dem Testsiegel ist nämlich entscheidend - die Schrift jedoch ist winzig und auch für gute Augen kaum zu lesen. Das Test-Urteil bezieht sich lediglich auf den Dynamo des Fahrrades. Dennoch prangt das Testsiegel im Internet auf dem Bild des Rades. Der Dynamo schnitt bei Warentest mit guten Ergebnissen ab, nicht das Fahrrad. Eine Verbrauchertäuschung? "Es ist hart an der Grenze", sagt Heike van Laak, Sprecherin von Stiftung Warentest.

Fahrrad und Testsiegel auf der Homepage von Aldi. Das Siegel gilt für den Dynamo. (Foto: screenshot/aldi-sued.de) Fahrrad und Testsiegel auf der Homepage von Aldi. Das Siegel gilt für den Dynamo. (Foto: screenshot/aldi-sued.de)

Der Schwindel mit den Testsiegeln

Kunden richten sich beim Einkauf nach den Testsiegeln von Stiftung Warentest. Händler und Hersteller werben also gerne damit, doch nicht immer korrekt: "Es werden beispielsweise nur Teilergebnisse veröffentlicht oder Ergebnisse alter Tests, teilweise werden sogar Labels selbst gedruckt, die so ähnlich aussehen, wie die der Stiftung Warentest", sagt Christian Fronczak vom Bundesverband der Verbraucherzentralen. Er rät: "Man sollte sich gut einprägen, wie das echte Label aussieht".

Falsche Farbe mit Testsiegel versehen

Laut Stiftung Warentest sind es rund vier Prozent der Hersteller, die unkorrekt werben und etwa ein Prozent, die mogeln. Einige sind jedoch besonders dreist: Sie nehmen ein positives Testsiegel und kleben es auf ein anderes Produkt. Das war beispielsweise bei einer Wandfarbe der Fall, die es im Februar 2007 bei Penny im Angebot gab. Darauf prangte ein Siegel der Stiftung Warentest, wonach diese Farbe 2004 mit "gut" bewertet wurde. Sofort prüfte Stiftung Warentest in einem Schnelltest, ob die Farbe 2007 dieselbe ist wie jene aus dem Jahr 2004. Ergebnis: Lug und Trug. Die Farbe hatte eine andere Rezeptur.

Bremsversagen beim Trekkingrad von Penny

Wie die Werbung mit Testsiegeln täuschen kann, zeigt auch das Trekkingrad, das derzeit bei Penny im Angebot ist. Hier wirbt Penny im Prospekt mit einem Testsiegel - Note "Sehr gut". Gemeint ist nur der Dynamo. Stiftung Warentest hat das Rad in einem Schnelltest unter die Lupe genommen. Fazit: Das Rad ist nicht verkehrssicher, weil die Bremsen bei Nässe versagten. Aber der Dynamo war Spitze.

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