24.08.2009, 11:52 Uhr | bri
Kaffee: Gesund oder gefährlich? (Foto: Imago)Mal heißt es, Kaffee macht krank, dann mal wieder gesund. Über kaum ein anderes Getränk kann man so viele Studien lesen: Da soll Kaffee vor Diabetes schützen, aber Diabetiker sollten nicht zu viel davon trinken, sagt eine andere Studie. Und dann noch die zahlreichen Mythen, die wahrscheinlich nie aussterben: Kaffee trocknet den Körper aus, treibt den Blutdruck in die Höhe, soll sogar süchtig machen. Wir haben einen Experten gefragt, wie gesund Kaffee wirklich ist.
Zum Durchklicken Zehn Fragen rund um Kaffee
"Bei drei bis vier Tassen Filterkaffee pro Tag braucht sich niemand Sorgen um seine Gesundheit machen", sagt der Wiener Ernährungswissenschaftler Gernot Faustmann. "Dass Kaffee den Körper entwässert, ist längst überholt: Das Getränk besteht zu fast 100 Prozent aus Wasser und trägt zum Flüssigkeitshaushalt bei," erklärt Faustmann.
Es gibt außer Kindern niemanden, der keinen Kaffee trinken sollte. Selbst Schwangeren ist Kaffee erlaubt. "Zwar belegte vor kurzem eine Studie, dass zu viel Koffein das Risiko für Fehlgeburten erhöht, jedoch besteht dieser Zusammenhang erst bei acht Tassen täglich", sagt Faustmann. Ein bis zwei Tassen pro Tag seien für Schwangere kein Problem.
Koffein wirkt anregend und erhöht kurzfristig den Blutdruck. Deshalb wurde auch jahrelang gewarnt, Kaffee steigere das Infarktrisiko. Doch auch das ist inzwischen widerlegt. "Nur bei sehr hohen Dosen von sieben bis zehn Tassen ist überhaupt ein Effekt auf das Herz-Kreislaufsystem denkbar", erklärt Faustmann. Außerdem tritt bei ständigem Konsum von Koffein eine Gewöhnung ein, der Körper reagiert nicht mehr so stark darauf.
Bewiesen wurde auch, dass Kaffee schützende Effekte gegenüber Krebs hat, insbesondere Leberkrebs. Das belegt eine Studie aus Italien. Die Forscher hatten zehn Studien ausgewertet und entdeckt, dass Kaffeetrinker seltener an Leberkrebs erkrankten. "Dennoch sollte man jetzt nicht glauben, Kaffee könne man quasi zur Krebsvorsorge trinken. Es hängt schließlich nicht von einem Lebensmittel ab, ob man an Krebs erkrankt oder nicht", erklärt Faustmann.
Viel besser ist der Schutz vor Altersdiabetes (Diabetes Typ 2) erforscht. Laut einer Studie aus Finnland ist das Diabetesrisiko bei Kaffeetrinkern um rund die Hälfte geringer. "Die Studien aus Finnland haben eine Schutzwirkung bewiesen. Manche Forscher empfehlen sogar, täglich Kaffee zu trinken", sagt Faustmann.
Viele Menschen brauchen ihren Kaffee und glauben, ohne die ein zwei Tassen nicht über den Tag zu kommen. Doch süchtig macht Kaffee nicht, denn es treten nicht die typischen Sucht-Symptome auf wie bei Alkohol oder anderen Drogen. Die Dosis muss nicht ständig erhöht werden, auch verlieren Kaffeetrinker nicht die Kontrolle über ihren Konsum.
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