05.06.2008, 12:26 Uhr | cme
Müsli ist nicht immer gesund (Foto: Archiv)Sie heißen Vita-, Wellness- oder Fitnessflakes. Die Hersteller werben mit hohem Ballaststoffgehalt und versprechen einen gesunden Start in den Tag. "Reich an Ballaststoffen", "Vollkorn in Bioqualität" oder "Nur ein Prozent Fett" lauten nur einige der Werbeversprechen. Schlanke Körper oder sich sanft im Wind wiegende Kornähren auf der Packung sollen für das gesunde Plus stehen. Doch halten die so gepriesenen Fitnessflocken das, was sie versprechen? Wie sieht es tatsächlich mit dem Fett-, Zucker- oder Ballaststoffgehalt aus? Die Lifestyle-Redaktion hat sieben Sorten der vermeintlich gesunden Flakes unter die Lupe genommen.
So genannte Cerealien, also Getreideprodukte fürs Frühstück, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Während Klassiker wie Cornflakes, Schoko-Pops oder süße Müsli-Mischungen durch den teilweise hohen Zuckergehalt in der Kritik stehen, bemühen sich die Hersteller seit einigen Jahren, gesündere Mischungen auf den Markt zu bringen. Ein besonders hoher Ballaststoffgehalt, zugesetzte Vitamine oder ein geringer Fettgehalt sollen gesundheits- und fitnessbewusste Menschen auf den Geschmack bringen. Zwar werden die Versprechen überwiegend eingehalten. Der Zuckergehalt einiger Produkte ist allerdings immer noch recht hoch. So stecken in 100 Gramm Nestlé Fitness immerhin noch 25 Gramm Zucker, in den Wellness-Flakes von Aldi sogar 32 Gramm.
Um das Produkt besonders gesund wirken zu lassen, setzen viele Hersteller den Flocken Vitamine oder Mineralstoffe wie Eisen und Kalzium zu. Experten sehen diese Zusätze in Lebensmitteln jedoch eher kritisch. So zeigte kürzlich eine groß angelegte Studie, dass eine Überdosierung der Vitamine A und E sowie Betakarotins die Lebensdauer verkürzt. Auch eine zu hohe Eisenzufuhr gilt als kritisch. Der Zusatz von Eisen zu Lebensmitteln ist daher nur in Ausnahmefällen gestattet. Zu den wenigen Ausnahmen gehören Frühstücksflocken, die bereits seit vielen Jahren mit dem vermeintlich gesunden Mineralstoff angereichert werden. Von den sieben getesteten Flakes-Sorten enthielten vier Produkte Eisenzusätze.
Auch wenn nicht alle Fitnessflakes so gesund sind, wie sie beim ersten Blick erscheinen, einen Vorteil haben sie gegenüber klassischen Produkten: Da mit gesundheitsbezogenen Aussagen geworben wird, müssen die Nährstoffe auf der Packung angegeben werden. Ein hoher Zuckergehalt von mehr als 15 Gramm pro 100 Gramm oder Vitaminzusätze werden so auf einen Blick sichtbar. Und: Im Gegensatz zu anderen Frühstücksleckereien, zum Beispiel Schokoflakes, ist der Zuckergehalt noch eher moderat. In einem Test des Magazin "Öko-Test" fielen kürzlich nahezu alle getesteten Schokoflakes aufgrund ihres hohen Zuckergehalts durch.
Ob süße Flakes, fettiges Croissant oder Schoko-Müsli: Experten sind sich allerdings einig, dass ein ungesundes Frühstück immer noch besser ist als gar keins. Am Morgen sind die Energiereserven des Körpers verbraucht. Werden diese nicht nachgefüllt, sinkt der Blutzuckerspiegel. Leistungs- und Konzentrationsschwächen können die Folge sein. Besonders wertvoll für das Frühstück sind Kombinationen von Kohlenhydraten und Eiweiß. Diese sind zum Beispiel in Müsli mit Milch oder in Vollkornbrötchen mit Ei oder Schinken enthalten. Zu viel Fett im Frühstück macht dagegen müde und setzt sich leichter als Speck auf die Hüften.
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