03.10.2008, 09:52 Uhr | dpa/ali
Brokkoli enthält auch einen Wirkstoff gegen den aggressiven Bauchspeicheldrüsenkrebs. (Foto: Archiv)Grünes Gemüse ist gesund. Aktuell steht Brokkoli im Focus der Forschung. Dieser enthält nicht nur viele Vitamine und Mineralien, sondern auch einen Wirkstoff gegen aggressiven Bauchspeicheldrüsenkrebs. Der Inhaltsstoff Sulforaphan schwäche widerstandsfähige Tumorstammzellen und mache sie verwundbar, berichten Forscher der Universität Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Den vom Fachjournal „GUT“ online veröffentlichten Ergebnissen zufolge konnten bislang selbst neuartige Krebsmedikamente nichts gegen die Stammzellen von Bauchspeicheldrüsenkrebs ausrichten.
Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 12.000 Menschen an dem aggressiven Pankreaskarzinom. Sie überleben die Diagnose selten länger als ein Jahr. „In anderen Tumoren sind in der Regel weniger als drei Prozent der Krebszellen Tumorstammzellen. Das Pankreaskarzinom beherbergt dagegen zehn Prozent und mehr solcher aggressiven Zellen“, erklärt Professor Ingrid Herr. Die Zellen schützen sich mit einem speziellen Mechanismus. Der in Brokkoli und anderen Gemüsen aus der Familie der Kreuzblütler enthaltene Wirkstoff Sulforaphan lege genau diesen Mechanismus lahm, so die Forscher. Zu den Kreuzblütlern zählen Gemüsesorten wie Blumenkohl, Rosenkohl oder Grünkohl.
Bei Versuchen mit Zellkulturen und Labormäusen hemmte Sulforaphan die Blutgefäßbildung im Tumor und das Tumorwachstum, ohne dabei Nebenwirkungen zu verursachen. In Kombination mit Krebsmedikamenten verstärkte sich dieser Effekt noch. „Bereits im letzten Jahr zeigte eine groß angelegte kanadische Studie mit 1338 Patienten mit einem Prostatakarzinom, dass ein hoher Verzehr von Brokkoli und auch Blumenkohl die Patienten vor der Metastasierung des Tumors schützen konnte“, berichtet Herr.
Jetzt sollen in einer weiteren Studie Bauchspeicheldrüsenkrebs-Patienten neben der herkömmlichen Therapie auch Sulforaphan bekommen, kündigt Herr an. „Wir wollen prüfen, ob die Patienten von der zusätzlichen Einnahme von Sulforaphan profitieren, welche Menge dazu notwendig ist, und ob allein der Verzehr von Brokkoli und Blumenkohl die Krebstherapie unterstützen kann.“
Eine Vielzahl an Gemüse- und Obstsorten gelten als gesunde Nährstoffpakete. Ob Rosenkohl, Blaubeeren oder Tomaten: Rote, gelbe und grüne Gemüse- und Obstsorten in allen Variationen können mehr als nur so manch eine Ernährungssünde auszugleichen. Neben Vitaminen und Mineralstoffen, die der Körper für einen funktionierenden Stoffwechsel benötigt, enthalten sie so genannte sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe. Das sind Substanzen, die den Körper vor schädlichen Einflüssen schützen und unter anderem Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Wer kein Grünzeug mag, sollte vermehrt zu Obst und Fruchtgemüse wie Paprika und Tomaten greifen. Regelmäßig verzehrt, bieten leckere Vitamindrinks, fruchtige Desserts oder Pasta mit Gemüsesaucen eine kontinuierliche Vitamin- und Mineralienzufuhr.
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dpa/ali
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