15.02.2010, 12:04 Uhr | amau
Streit in der Ehe kann zermürbend sein. (Foto: imago)
Das Heiraten gilt als Ritterschlag der Liebe: Jeder zweite Single träumt davon, einmal den Bund fürs Leben zu schließen. Doch dem Himmel voller Geigen folgt nicht selten der harte Aufprall: Streit statt Schmusestunden. Langeweile statt Leidenschaft. So hatte man sich die Ehe nicht vorgestellt. Der Paartherapeut Arnold Retzer ist überzeugt, dass wir die Ehe überfordern und gefährden, wenn wir sie mit falschen Erwartungen überfrachten. Er plädiert für die Vernunftehe.
"Reiberei erzeugt Wärme" - deshalb ist richtig streiten für die Beziehung besser als ewige Harmonie. zum Video
Fasst man die Erwartungen an die Ehe zusammen, ergibt sich eine erdrückend lange Liste: Dauerhafte Zuneigung, fantastischer Sex, ein harmonisches Zusammenleben ,gerechte Aufgabenverteilung, gemeinsames und individuelles Glück. Hier wird der Paarbeziehung eine schwere Last aufgebürdet. Das kann eine Partnerschaft kaum leisten. "Die Liebe ist auf Dauer nicht mit dem Leben vereinbar", meint der Psychologe und Autor Arnold Retzer. In seinem Buch Lob der Vernunftehe (S. Fischer Verlag) rät er zu einer den menschlichen Möglichkeiten angemessenen Paarbeziehung, "die deshalb eine Vernunftehe ist, weil sie realistisch, lebbar und erfolgreich ist".
Trotz aller vernünftigen Ratschläge, ist Liebe noch immer das Wichtigste. "Die erfolgreiche Vernunftehe setzt vernünftigerweise auch auf die Liebe, alles andere wäre unvernünftig", sagt Retzer. Aber je mehr wir versuchten, unseren selbstauferlegten Wünschen, Erwartungen und Pflichten innerhalb einer Ehe gerecht zu werden, desto wahrscheinlicher sei das Scheitern, warnt der Experte.
Worauf kommt es nun an, bei einer "vernünftigen" Ehe? Zunächst einmal sollten sich Ehepartner etwas entspannen und den Druck aus ihrer Beziehung herausnehmen. Konflikte darf man ruhig als etwas normales akzeptieren. "Im Ehestand muss man sich hin und wieder streiten, sonst erfährt man ja nichts voneinander!" erkannte schon Johann Wolfgang Goethe. Entscheidend sei nicht das Vermeiden oder Lösen eines Streits, "sondern dass man im Gespräch bleibt", so Arnold Retzer. Auch eine Prise Humor, freundschaftliche Verbundenheit und dem Partner wohlwollend und positiv gegenüber zu stehen, seien gute Wege, eine Ehe oder feste Beziehung mit Vernunft zu leben.
amau
Otto schrieb:
am 29. Juni 2011 um 07:35:53
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genau
Es gibt nur einen Ehefehler, die Heirat. Wollen wir mal sehen wie die Frauen ohne Männer zurecht kommen.
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