24.05.2011, 11:37 Uhr | dapd, afp, tze
Kann Rohkost mit dem Durchfallkeim EHEC verseucht sein? (Foto: Archiv)
Aus vielen Kantinen sind Blatt- und Rohkostsalate, Obst und frisch gepresste Säfte verbannt. Rohkost ist derzeit nur mit Vorsicht zu genießen, da sie als eine mögliche Quelle des gefährlichen Durchfallkeims EHEC in Frage kommt. Doch wie kann der Erreger Enterohämorrhagische Escherichia coli, der üblicherweise im Darmtrakt von Rindern, Schafen oder Ziegen vorkommt, an Obst und Gemüse gelangen? Ist Bio-Gemüse stärker gefährdet als konventionell angebautes?
Neben Rohkost gelten unbehandelte Milch und Rohmilchkäse oder rohes Fleisch als größte Risikoquellen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nur bei unhygienischen Bedingungen per Schmierinfektion möglich. Obst oder Gemüse können unter Umständen über Düngung mit Gülle durch EHEC verunreinigt werden.
Mit Hochdruck suchen die Gesundheitsbehörden nach der Quelle des Erregers. "Bisher konnte kein konkretes Lebensmittel als Infektionsquelle identifiziert werden", heißt es. Das Robert-Koch-Institut (RKI) warnt vor einer vorschnellen Benennung möglicher Ursachen für Infektionen mit dem gefährlichen EHEC-Erreger. Es gebe derzeit keine Hinweise dafür, dass sich die Erkrankten durch den Verzehr von mit Gülle gedüngtem Gemüse infiziert hätten, sagte eine Institutssprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur dapd. Es kämen auch andere Übertragungswege infrage, wie etwa verunreinigtes Wasser.
Der Präsident des Robert-Koch-Instituts äußert sich besorgt über die gehäufte Anzahl der schweren Durchfallerkrankung EHEC. zum Video
Die heimischen Bauern fühlen sich im Zusammenhang mit dem Krankheitserreger EHEC zu Unrecht an den Pranger gestellt. "Da wird gemutmaßt, dass Erreger über Gülle auf das Gemüse gespritzt worden sei. Dabei ist es total abwegig, Gemüse mit Gülle zu düngen", sagte der Sprecher der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Bernhard Rüb, der Nachrichtenagentur dpa. "Das würde den Geschmack beeinträchtigen und könnte auch Pflanzenkrankheiten verursachen. Gülle wird nur auf Getreide-, Mais- oder Rapsäckern versprüht, aber noch bevor ausgesät wird." Eine Sprecherin des Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen am Julius-Kühn-Institut in Braunschweig bestätigt: "Grundsätzlich ist es verboten, auf frisch verzehrbare Lebensmittel direkt Gülle auszubringen." Dies gilt sowohl für konventionellen als auch für Bio-Anbau.
Auch einem Sprecher des Bundesbauernverbandes lagen keine Erkenntnisse darüber vor, ob als Düngemittel eingesetzte Gülle zum Ausbruch der Erkrankungen geführt haben könnte. Gemüse mit Gülle zu düngen sei "eigentlich kein gängiges Verfahren", sagte der Sprecher. Gemüseanbaubetriebe seien in der Regel spezialisiert und betrieben keine Tierhaltung. Deshalb verfügten die wenigsten Gemüsebauern überhaupt über Gülle, die als Düngemittel eingesetzt werden könnte. Theoretisch sei eine Übertragung der Keime beispielsweise auch möglich, wenn mit Gülle verunreinigte Schleppschläuche zwischen den Pflanzenreihen hindurchgezogen würden.
Mit einigen Hygieneregeln kann man sich vor EHEC schützen. Besondere Vorsicht ist beim Umgang mit Lebensmitteln geboten. Auf rohes Fleisch oder Rohmilchprodukte sollte besser verzichtet werden. Rohes Fleisch sollte zudem getrennt von anderen Lebensmitteln gelagert und zubereitet werden. Es wird grundsätzlich empfohlen, Lebensmittel gut durchzugaren beziehungsweise zu erhitzen. Obst und Gemüse müssen gründlich gewaschen werden. Das Gleiche gilt für benutzte Messer, Arbeitsflächen und Schneidebretter. Lappen und Handtücher in der Küche sollten regelmäßig getauscht und gewaschen werden, nach der Zubereitung von rohem Fleisch sollte dies direkt geschehen.
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dapd, afp, tze
Dorle schrieb:
am 26. Juni 2011 um 12:32:37
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EHEC - Hygiene
hinter unserm Haus wird die Gülle pur aufs Feld gespritzt, Trink- u. gesamtes Brauchwasser müssen wir über unseren eigenen
Brunnen fördern. Ob ich mein Gemüse oder mich wasche, überall ist Gülle dran. Es hilft auch keine Beschwerde beim Amt. Dort hat man mir erklärt, daß die Gülle nicht in mein Trinkwasser gelangt. Warum stinkt unser Wasser aber nach Jauche?
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veronika schrieb:
am 16. Juni 2011 um 22:54:28
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EHEC
Über unsere hygienischen Verhältnisse in deutschen Supermärkten wundere ich mich schon lange. Jeder Hinz und Kunz wühlt ohne
Handschuhe im Obst und Gemüse herum. Da lobe ich die Supermärkte z.B. in Italien, da wäre es schlichtweg unmöglich mit der bloßen Hand im Gemüse oder Obst herumzuwühlen. Dort gibt es in der Gemüseabteilung dünne Plastikhandschuhe, in Einheitsgrüße, also passend für Alle. Auch die Verkäuferinnen an den Wurst und Fleischtheken tragen Handschuhe und Kopfbedeckungen. Vorbildli
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Bernhard schrieb:
am 12. Juni 2011 um 21:31:34
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EHEC
Ich finde es nicht gerecht, daß die Medien das Gemüse als Ursache verkaufen, obwohl das Virus aus der Tierproduktion kommt, das
Gemüse
wird gemieden und das Fleisch in doppelten Mengen verzehrt, das beschleunigt dannoch die Verbreitung des Virus auf lange Zeit. Darum
besser mal bei den Tiermäster nachschauen. Auf längere Zeit können wir
uns den Unsinn sowieso nicht mehr leisten.
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