02.11.2007, 17:47 Uhr | bri
Hinter vielen Discounter-Waren stecken Markenprodukte. (Foto: Archiv)Außen No Name - innen Marke. Discounter wie Aldi, Lidl und Penny haben oft auch Markenware im Angebot. Allerdings getarnt in unscheinbaren Packungen. Ein Beispiel: Provivo steht auf dem probiotischen Joghurt-Drink bei Plus auf der Packung, aber drin ist Milch von Müller. Viele Hersteller betreiben derartige Handelsmarken, die dann Discounter beliefern. Waren von vergleichbarer Qualität stehen dann bei Lidl oder Plus im Regal. Und sie sind im Durchschnitt 20 bis 30 Prozent billiger als die Markenartikel. Allerdings handelt es sich nicht immer um identische Produkte. Die Zusammensetzung ist manchmal leicht verändert. Hier eine kleine Auswahl:
Wer hinter den No-Names steckt Marken bei Lidl und Norma
Wer hinter den No-Names steckt Marken bei Penny und Plus
Zum DurchklickenDie Marken hinter den Aldi-Marken
Welche Marken sich bei den Discountern verstecken, weiß Hans-Jürgen Bertram. Als Sportlehrer an gesunder Ernährung interessiert, hat er sich auf Spurensuche nach Lieferanten und Produzenten im Lebensmittelbereich begeben. Daraus ist dann der "Discounter Marken-Guide" entstanden. Dort zeigt er, welche Markenhersteller Aldi, Norma, Lidl, Penny und Plus beliefern. Insgesamt ist er rund 300 Produkten nachgegangen.
Wer Zutatenlisten, Herstellerdaten und Kontrollnummern genau studiert, kann entdecken, dass zum Beispiel Joghurt, Milch und Buttermilch im Discounter oftmals aus der Molkerei Müller kommen. Die Aldi-Kartoffelchips "Sunsnacks" stammen aus dem Hause Bahlsen, genau wie die "Chipsletten". Und hinter der "BioBio-Milch" und dem "BioBio Joghurt" von Plus steckt ein klangvoller Name - Weihenstephan.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass immer mal die Fließbänder bei den Herstellern angehalten werden, um die Verpackungen und Etiketten der No-Name-Produkte einzuwechseln. Dann läuft die Produktion weiter. Das gilt nicht nur für Lebensmittel, sondern auch für Shampoo, Taschentücher und Hundefutter. Oder es gibt eine zweite Produktlinie, die als Handelsmarke in den Discountern vertrieben wird. Die Markenfirmen sind bei diesen Thema eher verschwiegen. Schließlich soll der Kunde nicht merken, dass es eine preisgünstigere Alternative gibt.
Deshalb ist es auch nicht einfach, dem Hersteller auf die Spur zu kommen. Hinweise geben das Verpackungsdesign und auch der Geschmack eines Lebensmittels, sowie Nährwertangaben, die mit dem Markenprodukt identisch sind. Manchmal ist auch die Adresse einer Handelsmarke dieselbe, wie die eines Markenherstellers.
Am deutlichsten kann der Verbraucher noch anhand von Kontrollnummern erkennen, wer die Packung befüllt hat. Bei Fleisch- und Wurstwaren und bei Milchprodukten ist nämlich eine Veterinärkontrollnummer vorgeschrieben, die aussagt, von wo die Milch oder die Hähnchenbrust kommt. Ist diese Nummer mit der eines Markenprodukts identisch, kann man davon ausgehen, dass die Ware vom Markenhersteller stammt. Auch Bertram hat in seinem Discounter-Guide die Prüfnummern aufgeschlüsselt. Doch auch unter www.pruefziffernberechnung.de kann der Verbraucher fündig werden.
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