31.01.2012, 17:05 Uhr | dpa-tmn/ema
Die Füße sollten bei Diabetes besonders intensiv gepflegt werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Ein Drittel der Menschen mit Diabetes hat aufgrund eines dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegels Probleme mit trockener, rissiger Haut.Das liegt am gestörten Stoffwechsel, der auch die Durchblutung und den Wasserhaushalt der Haut beeinflusst. Wir erklären, wie Diabetes auf den Stoffwechsel wirkt und nennen häufige Folgeprobleme. Zehn Diabetes-Fakten.
Die Ursache von Diabetes mellitius ist ein Mangel an Insulin - dem Hormon, das den Zuckerspiegel reguliert - oder eine so genannte Insulinresistenz. Das bedeutet, dass das Insulin im Körper kaum noch wirkt. Da Insulin aber benötigt wird, um den Zucker aus dem Blut in die Zellen zu befördern, lagert der Zucker sich im Blut ab. Menschen mit Diabetes haben daher einen höheren Blutzuckerspiegel, also mehr Zucker im Blut, als Menschen ohne Diabetes. Die Folgen eines dauerhaft erhöhten Blutzuckers betreffen in erster Linie die kleinen Blutgefäße des Körpers. Zucker kann sich an den feinen Gefäßen ablagern und den Blutfluss stören. Auch die Nerven können geschädigt werden, wenn der Blutzuckerspiegel schlecht eingestellt ist. Zucker und seine Stoffwechselprodukte lagern sich an den Nervenfasern an und zerstören sie nach und nach. Unter anderem führen geschädigte Nerven dazu, dass die Talg- und Schweißdrüsen der Haut weniger Fett und Feuchtigkeit produzieren.
Die Folge ist, dass die Haut stark austrocknet. Es kann zu Juckreiz, Schuppenbildung und Rissen kommen - Krankheitskeime haben ein leichtes Spiel. Denn Die mit dem Diabetes vorkommenden Durchblutungsstörungen führen dazu, dass die Wundheilungskapazität der Haut stark herabgesetzt wird. Außerdem verliert der Körper vermehrt Flüssigkeit über den Urin, weil er versucht den Zucker loszuwerden. Trockene Heizungsluft und Kälte machen der Haut im Winter zusätzlich zu schaffen, daher ist eine gute Hautpflege in dieser Jahreszeit umso wichtiger. Um Beschwerden vorzubeugen, empfiehlt die Organisation diabetesDE Diabetikern mindestens zwei Liter Wasser pro Tag zu trinken und täglich nach dem Waschen feuchtigkeitsspendende Pflegeprodukte auf die Haut aufzutragen.
Vor allem das regelmäßige Eincremen der Füße ist für Diabetiker ein Muss. Schon kleinste Hautrisse könnten sonst zu Infektionen und somit zum typischen "diabetischen Fuß" führen. Außerdem sollte auf eine gute Stoffwechseleinstellung geachtet werden, damit die Ursachen für die Hautprobleme bekämpft werden. Denn ist der Blutzuckerspiegel schlecht eingestellt ist, haben Diabetiker auch mit mit zahlreichen anderen Folgeproblemen der Stoffwechselerkrankung zu kämpfen.
Beispielsweise können die Gefäße der Augen von zu hohen Zuckerwerten im Blut geschädigt werden. Durch die verengten Blutgefäße an der Netzhaut des Auges kann die Sehschärfe dramatisch abnehmen. Die Netzhautschädigung kann in einigen Fällen sogar zur Erblindung führen. Der Fachbegriff hierfür ist Diabetische Retinopathie.
Die durch den erhöhten Blutzuckerspiegel beeinträchtigte Durchblutung wirkt sich auch auf die Versorgung des Zahnfleisches aus. Das Risiko, an einer Parodontitis (Zahnbetterkrankung) zu erkranken, ist für Diabetiker drei Mal so hoch wie für Gesunde. Diabetiker sollten daher alle drei bis vier Monate eine Routineuntersuchung beim Zahnarzt vornehmen lassen, um Zahnfleischerkrankungen frühzeitig zu erkennen. Generell ist eine gründliche und regelmäßige Mundhygiene für Diabetiker ein Muss. Aber nicht nur Diabetes begünstigt das Risiko an Parodontitis zu erkranken. Umgekehrt begünstigt auch eine Parodontitis das Diabetes-Risiko. Bei einer nicht behandelten Parodontitis verstärken Entzündungsherde im Mund die Insulinresistenz der Zellen und tragen zu einer Verschlechterung der Blutzuckerwerte bei. Der Zahnarzt kann unter Umständen der erste sein, der die Erkrankung an den Auswirkungen auf die Mundhöhle feststellt.
Unbehandelter Diabetes mellitus schadet der Gesamtgesundheit. Nicht nur die Blutgefäße werden geschädigt, auch Organe wie Nerven, Nieren und Herz sind in Gefahr. So gilt unbehandelter Diabetes als Risikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenversagen. Verhindern lassen sich diese Spätfolgen, indem der Diabetes frühzeitig behandelt wird. An erster Stelle steht dabei immer die korrekte Einstellung des Blutzuckerspiegels.
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Quelle: dpa-tmn
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