08.12.2010, 12:08 Uhr | tze
In einem Becher Buttermilch sind bis zu elf Stück Zucker enthalten. (Foto: imago)Die Deutschen essen zu süß, zu fett und zu viel. Anlässlich des Weltdiabetestages am 14. November verdeutlicht der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) den Teufelskreis aus ungesunder Ernährung, Übergewicht und Diabetes. Etwa acht Millionen Deutsche leiden an Diabetes - Tendenz steil steigend. Liegt es daran, dass wir unwissend in die Zucker- und Fettfallen tappen? Die Verbraucherschützer haben zehn versteckte Dickmacher aus dem Supermarkt entlarvt - darunter auch vermeintlich gesunde Produkte wie Fruchtbuttermilch:
Diabetiker müssen mehrmals täglich den Blutzuckerwert messen. Wie man dabei Fehler vermeidet. zum Video
Der VZBV hat zehn Fertigprodukte einem Zucker- und Fett-Check unterzogen. Ein halber Liter Fruchtbuttermilch enthält demnach 18 Stück Würfelzucker. Selbst wenn man den natürlich enthaltenen Milchzucker abziehe, blieben noch knapp 35 Gramm Zucker, was etwa elf Stück Würfelzucker entspreche, haben die Verbraucherschützer ausgerechnet. In einer 175-Gramm-Packung Chips, beim Fernsehabend oder auf der Party schnell verputzt, verstecken sich 61 Gramm Fett. Das fast ein Viertel einer Packung Butter. Sogar eine Fertigpizza hat weniger Fett. Überraschend ist, wie viel Zucker und Fett auch vermeintlich gesunde Müsli- und Joghurtprodukte enthalten.
Was ist zuviel? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt Empfehlungen für die verträgliche Menge an Zucker, Fett und Salz im Rahmen einer gesunden Ernährung: Frauen sollten pro Tag maximal 50 Gramm zugesetzten Zucker und 67 Gramm Fett zu sich nehmen. Für Männer gilt die Obergrenze von 60 Gramm Zucker und 83 Gramm Fett. Diese Werte werden deutlich übertroffen. Tatsächlich verzehren Frauen durchschnittlich 75 und Männer durchschnittlich 100 Gramm Fett täglich, wie aus der Nationalen Verzehrsstudie hervorgeht. Mehr als sechs Gramm Salz pro Tag gelten ebenfalls als gesundheitsschädlich.
Damit Verbraucher fett- und zuckerreiche Lebensmittel beim Einkauf auf den ersten Blick erkennen können, fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband eine klare Nährwertkennzeichnung. "Wir bedauern, dass die neue Regierung der Ampelkennzeichnung eine klare Absage erteilt hat. Aber entschieden wird in der EU. Wir fordern die EU-Abgeordneten auf, den Verbraucherwillen ernst zu nehmen. Schließlich sprechen sich in Umfragen zwei von drei Verbrauchern für die Ampelkennzeichnung aus", meint Gerd Billen, Vorstand des VZBV.
Mehr Infos zurLebensmittel-Ampel www.ampelcheck.de
Für Menschen mit Diabetes seien darüber hinaus die Kalorienangabe und die Menge der Kohlenhydrate wichtig, damit sie Zeitpunkt und Dosis ihrer Insulinzugabe oder der zuckersenkenden Tabletten bestimmen können.
tze
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