05.07.2011, 14:45 Uhr | dpa-tmn
Männer bekämpfen Depressionen oft mit exzessivem Alkoholkonsum. (Foto: imago)
Schätzungsweise vier Millionen Deutsche leiden unter Depressionen. Die Auslöser sind meistens Stress, Unsicherheit und steigender Leistungsdruck. Wenn Depressionen ausbrechen, reagieren die Geschlechter unterschiedlich.
Bei Männern macht sich eine Depression anders bemerkbar als bei Frauen. Oft versuchen sie, die Erkrankung mit viel Sport, exzessiven Alkohol- oder Tabakkonsum sowie beruflichem Überengagement zu bekämpfen. "Ständige Angespanntheit und verminderte Stresstoleranz könnten ebenfalls auf eine Depression hindeuten", erklärt Professor Bernhard Croissant, Chefarzt der Christoph-Dornier-Klinik für Psychotherapie in Münster. Auch feindseliges und aggressives Verhalten könnten auftreten.
Frauen sind bei einer Depression dagegen eher antriebslos und niedergeschlagen. Im Gegensatz zu Männern sind Frauen eher bereit, sich zu öffnen. Sie sprechen mit Freunden und Verwandten über ihre Probleme und sind öfter bereit, sich in ärztliche Behandlung zu begeben. Männer hingegen versuchen häufig, das Problem mit sich selbst auszumachen.
Dabei bleibt die Krankheit oft unerkannt und unbehandelt. Oft werden die Anzeichen als Alkoholabhängigkeit oder Persönlichkeitsstörung fehldiagnostiziert. Dabei steht Männern auch ihr Selbstbild im Weg. Sie tendierten dazu, gefühlte Schwäche und Hilflosigkeit durch Aktionismus auszugleichen. Während der Behandlung wird deshalb auf Entschleunigung und regelmäßige Auszeiten geachtet. Zugleich müssten Männer lernen, sich nicht allein über Leistung zu definieren.
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