12.06.2008, 17:55 Uhr | viversum
Viele haben Angst vor Freitag, dem 13.. (Foto: imago)
Sie haben es also gewagt: Sie sind heute aufgestanden und womöglich ganz normal zur Arbeit, zum Einkaufen oder zum Sport gegangen. Sind Sie nicht ein bisschen leichtsinnig? Heute ist schließlich nicht irgendein Freitag, sondern Freitag, der 13.! Möchten Sie sich nicht lieber in den Federn verkriechen und heute den gesamten Tag im Bett verbringen, denn wenn Sie aufstehen, könnte Ihnen am Ende auch noch eine schwarze Katze über den Weg laufen.
Falls Ihnen am heutigen Tag doch etwas mulmig wird, geht es Ihnen wie knapp einem Drittel der Deutschen: Denn einer aktuellen Umfrage zufolge fürchten 28 Prozent der Deutschen die Zahl 13 - erstrecht, wenn ein Freitag, wie heute, auf den 13. fällt. Die Furcht vor diesem besonderen Tag entspringt interessanterweise nicht dem traditionellen Aberglauben, sondern ist ein modernes Phänomen des 20. Jahrhunderts: Allein der Freitag bringt der christlichen Tradition zufolge schon nichts Gutes. Angeblich haben Adam und Eva an einem Freitag in den Apfel gebissen und an einem Freitag schlugen die Römer Jesus Christus ans Kreuz. Die 13 als Unglückszahl kam hingegen erst im 19. Jahrhundert in Mode. Mit der Zahl verbinden viele Menschen bis heute Unglück und Gefahr. Zahlreiche Hotels verzichten auf die Zimmernummer 13, manche Fluggesellschaften führen keine 13. Sitzreihe in ihren Maschinen.
Aber wieso ausgerechnet die Zahl 13? Ein esoterischer Erklärungsversuch sieht die Ursache in der alten Zahlensymbolik. Denn die Primzahl 13 ist eine "übersteigerte Zwölf" (Teufelsdutzend) und zerstört die Harmonie des Universums. Dagegen hat der Tag zwölf Stunden, das Jahr zwölf Monate, und es gab zwölf Apostel. 13 waren dann beim letzten Abendmahl zusammen und zu dem Zeitpunkt hatte Judas bereits den Lohn für den Verrat an Jesus ausgehandelt. Und da Jesus der Überlieferung zufolge an einem Freitag gekreuzigt wurde, ist diese Kombination vor allem in christlichen Kulturen meist negativ besetzt. Doch der Aberglaube ist nicht nur auf Europa beschränkt: auch in Indien, Südostasien und Afrika ist der "schwarze Freitag" verbreitet.
Auch die Quersumme des heutigen Datums (13.10. 2006) ergibt 13. Aber der Numerologe Arndt Aschenbeck aus Kassel sieht den Tag gelassen: "Wir Numerologen beschäftigen uns überwiegend mit Quersummen. Deshalb sehe ich in dem Datum aber eher die beiden Vierer als die zweistellige 13." Die Vier steht laut Aschenbeck für Arbeitsroutine, praktisches Handeln und Struktur. "Man sollte heute organisieren, planen und hart arbeiten und die Zahl 13 nicht besonders ernst nehmen - das tue ich auch nicht", so der Zahlenexperte.
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