28.09.2009, 13:19 Uhr | ug, c.melchior
Vor allem im Butter ist viel Cholesterin enthalten. (Foto: imago)Sie bevorzugen Butter, weil Margarine nicht schmeckt? Oder verzichten Sie aus Angst vor dem „bösen Cholesterin“ ganz auf Butter, Eier und andere vermeintlichen Cholesterinbomben? Um kaum ein anderes Gesundheitsthema kursieren so viele Fragen und Halbwahrheiten wie um Cholesterin. Nur rund 30 Prozent der unter 40-Jährigen kennen ihren Cholesterinspiegel. Wie aber lässt sich der Cholesterinspiegel senken? Wie hoch darf er überhaupt sein und was bedeutet „gutes“ und „schlechtes“ Cholesterin? Testen Sie Ihr Wissen zum Thema Cholesterin.
Schädlich oder nicht? Die wichtigsten Antworten zu Cholesterin
Entgegen landläufiger Meinung ist es nicht in erster Linie das Cholesterin im Essen, was den Blutwert in die Höhe schnellen lässt. Vor allem die genetische Veranlagung sowie eine fettreiche Ernährung für hohe Cholesterinwerte verantwortlich gemacht. Insbesondere gesättigte Fettsäuren aus tierischen Fetten, die zum Beispiel in Butter oder Schmalz stecken, wirken sich negativ aus. Studien zeigen allerdings, dass nicht jeder Mensch von einer fettarmen Ernährung profitiert. "Schon länger ist bekannt, dass bei manchen Menschen unter einer fettreichen Ernährung das Cholesterin im Blut ansteigt, bei anderen nicht", sagt der Mannheimer Internist Professor Achim Weizel, Vorsitzender der Lipid-Liga. Dennoch zählt das Gegensteuern mit einer fettarmen Ernährung zu den wichtigsten Maßnahmen bei der Bekämpfung hoher Cholesterinwerte.
Vor allem die Wahl der Fette ist ausschlaggebend: "Sinnvoll ist es, die Ernährung auf eine fettarme, mediterrane Kost umzustellen", rät Dr. Heike Kantner, Geschäftsführerin der Lipid-Liga. "Diese ist ballaststoffreich und zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an ungesättigten Fetten aus." Auch regelmäßige Bewegung beeinflusst die Cholesterinwerte positiv. Helfen diese Maßnahmen nicht, muss der Arzt möglicherweise Medikamente verordnen, um das Herzinfarkt-Risiko zu senken.
Doch was ist Cholesterin überhaupt? Der lebenswichtige Stoff besteht aus einem fettähnlichen Gerüst und ist beispielsweise an der Bildung zahlreicher Hormone beteiligt. Er ist ausschließlich in tierischen Fetten enthalten, wird aber auch im menschlichen Körper hergestellt. „Cholesterin an sich ist nichts Schlechtes“ bestätigt auch Heike Kantner. „Auf die Verpackung kommt es an“. Im Blut ist Cholesterin nämlich an Eiweiße gebunden und kommt in zwei Varianten vor: das so genannte LDL-Cholesterin, das auch als "schlechtes" Cholesterin bezeichnet wird und das "gute" HDL-Cholesterin. Steigt die Konzentration des schädlichen LDL-Cholesterins zu stark an, können sich Ablagerungen in den Gefäßen bilden. Diese führen im schlimmsten Fall zu Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Die wenigsten Deutschen wissen allerdings über ihren Cholesterinspiegel Bescheid. "Regelmäßige Untersuchungen gehören noch immer zur Ausnahme", so Achim Weizel. Nur rund 30 Prozent der unter 40-Jährigen kennen den eigenen Cholesterinspiegel. Das allerdings kann fatale Folgen haben, denn zu viel Cholesterin im Blut gehört zu den größten Risikofaktoren für Herzinfarkt. Dabei ist die Messung einfach und ab dem 35. Lebensjahr für jeden kostenlos. Treten in der Familie Fettstoffwechselstörungen oder Herzinfarkt auf, sollte der Cholesterinspiegel schon vorher regelmäßig kontrolliert werden.
Weitere Informationen gibt es unter www.lipid-liga.de
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Quelle: dpa
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