23.12.2011, 10:21 Uhr
Noch schnell die letzten Geschenke besorgen, die Zutaten für das Festmahl einkaufen, Weihnachtskarten schreiben - und dann total gestresst unterm Weihnachtsbaum sitzen. Wer so überlastet ist, sollte seinen Nerven etwas Gutes tun. Wir verraten, welche Lebensmittel die Nerven stärken.
Tatsächlich neigt das Gehirn dazu, sich eher für Schokolade als einen Apfel zu entscheiden. Denn Äpfel enthalten weniger Traubenzucker, der auch Glukose genannt wird und die wesentliche Energiequelle des Gehirns darstellt. "In Belastungssituationen ist das Verlangen nach Süßem umso größer, je mehr Stresshormone ausgeschüttet werden", erläutert Ingrid Kiefer, Buchautorin und Ernährungswissenschaftlerin aus Wien.
In Süßigkeiten sind vor allem Einfachzucker enthalten, die sofort in die Blutbahn gelangen. "Wenn man Schokolade isst, schnellt der Blutzuckerspiegel rasch in die Höhe und im Gehirn wird sehr schnell sehr viel von dem Glückshormon Serotonin gebildet, fällt dann aber auch zügig wieder ab", sagt Kiefer. Die Folge ist eine abrupt eintretende Müdigkeit. Zucker sollte deshalb besser in Form von Mehrfachzucker, so genannten komplexen Kohlenhydraten, aufgenommen werden. "Weil sie noch durch Verdauung aufgespalten werden müssen, wird der Blutzuckerspiegel konstant gehalten und somit auch die Konzentrationsfähigkeit." Sie sind vor allem in Vollkorngetreideprodukten, Hafer, Kartoffeln, Hülsenfrüchten und vielen Obst- und Gemüsesorten enthalten.
Frisches Obst ist nicht nur lecker, es hilft auch bei Müdigkeit und Stress. Der Kiwi- Bananencocktail etwa ist ein wahrer Powerdrink. zum Video
Damit die Nervenzellen elastischer werden und für einen reibungslosen Informationsfluss im Gehirn sorgen können, benötigen sie ungesättigte Fettsäuren. "Vor allem die Omega-3-Fettsäuren beugen auch Krankheiten wie Schlaganfällen und Arterienverkalkungen vor", sagt Andrea Flemmer, Diplom-Biologin und Buchautorin aus München. Sie sind in zahlreichen Nüssen wie Erd- und Walnüssen, Ölen wie Lein-, Raps- und Nussöl sowie Kaltwasserfischen wie Hering, Makrele, Thunfisch und Lachs enthalten. "Ideal wären zwei bis drei Fischmahlzeiten pro Woche", so Flemmer.
Auch die Vitamine A, C und E - die sogenannten Antioxidantien - sind Bestandteile von Nervennahrung. "Sie machen Sauerstoffradikale im Körper unschädlich, die Zellschäden verursachen, und schützen somit Nerven und Gefäße", ergänzt die Ernährungsberaterin Manuela Marin aus Berlin. Ein Mangel könne zu Nervosität, erhöhter Reizbarkeit, Müdigkeit und Antriebsschwäche führen. Während ein Vitamin A-Mangel nur selten vorkommt, sollten Stressgeplagte vor allem auf ihren Vitamin C-Haushalt achten. "Ideal sind Erdbeeren und Kiwis, denn diese enthalten mehr Vitamin C als Orangen", sagt Flemmer. Für starke Nerven unerlässlich ist auch die Vitamingruppe B. Sie schützt die Hirn- und Nervenzellen vor dem Zelltod und regt die Bildung neuen Nervengewebes an. Vitamin B ist zum Beispiel in Hefe, Weizenkeimen und -keimlingen, Rinder- und Kalbsleber sowie Avocados und Bananen enthalten.
Gerade Bananen sind eine wirksame Waffe gegen Stress. Denn ebenso wie Schokolade enthalten sie das Eiweiß Tryptophan, das vom Körper in das Glückshormon Serotonin umgewandelt wird. "Anders als Schokolade bestehen Bananen aber aus komplexen Kohlenhydraten, was ihnen eine beruhigende Wirkung verleiht und die Basis für eine länger anhaltende Konzentrationsfähigkeit schafft", erklärt Flemmer. Hierzu tragen auch der hohe Magnesium- und Kaliumanteil bei. Dadurch wird das Gehirn mit Sauerstoff versorgt. Aber auch Zartbitterschokolade ist erlaubt, wenn er im Rahmen bleibt: "Tendenziell sind Schokoladen mit hohem Kakaoanteil besser, weil dann der Zuckeranteil geringer ist", erläutert Marin. Der Kakao enthält Antioxidanzien, die beim Abbau von Stresshormonen helfen und den den Blutdruck senken.
Wer richtig frühstückt, tankt Energie für den Tag. "Ein selbst gemachtes Müsli ist optimal, weil da alles Wichtige drin ist: Vollkorngetreideflocken liefern gute Kohlenhydrate, getrocknetes oder frisches Obst die notwendigen Vitamine, Nüsse die ungesättigten Fettsäuren und Milch, Joghurt oder Quark Kalzium und Eiweiß", sagt Marin. "Mittags könnte man zum Beispiel gegrillten Fisch oder Hühnerbrust mit Pellkartoffeln und Salat essen. Fettige Gerichte sollten dagegen tabu sein. Für die Zeit zwischen den Hauptmahlzeiten könne man sich auch kleine Snacks von zu Hause mitnehmen wie etwa Vollkornkekse, einen fettarmen Joghurt mit Obst oder Gemüsesticks.
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Quelle: dpa-tmn
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