
29.07.2011, 10:33 Uhr | Nina Weber
Die Wirksamkeit von Cranberrys ist nicht eindeutig belegt. (Foto: imago)
Viel trinken, Obst essen, vorübergehend auf Sex verzichten - es gibt viele Empfehlungen für Frauen, schmerzhaften Blasenentzündungen vorzubeugen. Forscher haben jetzt die Wirksamkeit von Antibiotika und Cranberry-Präparaten verglichen. Das Ergebnis ist ernüchternd.
Schätzungen zufolge leiden fünf bis zehn Prozent aller Frauen mindestens dreimal pro Jahr unter Blasenentzündungen. Die Infekte heilen in aller Regel unkompliziert wieder ab, greifen also nicht auf die Nieren über, was gefährlich werden könnte. Aber sie sind ausgesprochen schmerzhaft. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Urologie sind Frauen viermal häufiger betroffen als Männer. Es gibt diverse Empfehlungen für Frauen, wie sie wiederkehrende Blasenentzündungen vermeiden können. Viel trinken. Unterkühlung vermeiden. Reichlich Obst essen. Beim Wasserlassen entspannen. Vorübergehend auf Sex verzichten. Eine Erfolgsgarantie gibt es jedoch auch beim Einhalten aller Ratschläge nicht.
Niederländische Forscher haben nun in einer Studie mit mehr als 200 Frauen überprüft, wie wirkungsvoll die tägliche Einnahme eines Cranberry-Extrakts oder eines Antibiotikums wiederkehrende Harnwegsinfekte verhindert. Die Teilnehmerinnen hatten in den zwölf Monaten vor Studienbeginn im Schnitt sechs- bis siebenmal eine solche Entzündung gehabt. Sie waren noch nicht in den Wechseljahren und durchschnittlich Mitte 30. Ob sie das Antibiotikum Cotrimoxazol schluckten oder Cranberry-Kapseln, wussten weder die Patientinnen noch die Mediziner, um das Ergebnis nicht zu verfälschen.
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Denn Ärzte verschreiben nicht nur bei einer akuten Blasenentzündung Antibiotika, um die Bakterien - oft sind es E.-coli-Stämme - abzutöten. Manchmal verordnen sie die Medikamente auch zur Vorbeugung. "Bei stark wiederkehrenden Blasenentzündungen, etwa bei Patientinnen, die jeden Monat eine haben - es gibt auch ganz seltene Fälle, in denen die Infekte wöchentlich auftreten - da ist der Leidensdruck natürlich sehr hoch", sagt Florian Wagenlehner vom Universitätsklinikum Gießen. Allerdings ist die langfristige Antibiotika-Einnahme der letzte Ausweg, zuvor probieren es die Ärzte deshalb mit alternativen Maßnahmen.
Oft versuchen Betroffene auch, das Problem mit Cranberry-Präparaten in den Griff zu bekommen. Die müssen aus eigener Tasche bezahlt werden. Die auch als Kranbeere oder Großfrüchtige Moosbeere bekannte Frucht enthält sogenannte Proanthocyanidine (PAC), die es Bakterien erschweren, sich an den Wänden der Blase festzusetzen. "Es gibt Ansätze, dass Cranberry-Präparate helfen könnten. Aber bisher ist die Datenlage noch nicht zufriedenstellend", erklärt der Urologe Wagenlehner.
Die jetzt im Fachblatt "Archives of Internal Medicine" veröffentlichten Ergebnisse bieten wenig Anlass für Optimismus. Zwar war das Antibiotikum effektiver als das Cranberry-Präparat - die Frauen, die es einnahmen, erlitten während der zwölfmonatigen Untersuchung im Schnitt 1,8-mal einen Harnwegsinfekt. Der Preis dafür war jedoch ein hoher Anteil antibiotikaresistenter Bakterien, die die Forscher in Urin- und Stuhlproben nachwiesen. Zu Studienbeginn waren knapp 30 Prozent der E.-coli-Bakterien aus den Proben unempfindlich gegen beide in Cotrimoxazol enthaltenen Wirkstoffe. Nach einem Monat Antibiotika-Einnahme schnellte ihr Anteil auf mehr als 85 Prozent hoch. Drei Monate nach Studienende hatte sich die Darmflora jedoch wieder normalisiert, berichten die Wissenschaftler um Mariëlle Beerepoot vom Academic Medical Center in Amsterdam.
Bei den Teilnehmerinnen, die Cranberry-Kapseln schluckten, gab es das Resistenzproblem nicht. Allerdings hatten sie während des Studienjahres durchschnittlich vier Infekte. Vier Monate nach Studienbeginn litten sie im Schnitt wieder unter einer Blasenentzündung. Die Frauen, die Antibiotika einnahmen, hatten dagegen acht Monate Ruhe.
Beachtlich ist auch, wie viele Teilnehmerinnen vorzeitig aus der Studie ausstiegen. Zu Beginn hatten die Wissenschaftler 221 Frauen auf die zwei Gruppen aufgeteilt, nach sechs Monaten war die Zahl der Probandinnen auf 137 gesunken, nach zwölf Monaten konnten die Forscher nur noch die Daten die verbliebenen 110 auswerten. 22 brachen das Experiment ab, weil sie keine Wirkung feststellen konnten - sieben davon hatten Antibiotika eingenommen, 15 Cranberry-Kapseln. Zwölf Frauen - sechs aus jeder Gruppe - stiegen explizit wegen unerwünschter Nebenwirkungen aus. Eine Teilnehmerin erkrankte am Stevens-Johnson-Syndrom, einer allergischen Reaktion auf die Antibiotika. Insgesamt klagte etwa jede Zweite zwar nicht über schwere, aber lästige Beschwerden, darunter Hautausschlag, Verstopfung, Übelkeit oder Scheidenpilzinfektionen.
"Die hohe Rate von Nebenwirkungen in der Cranberry-Gruppe zeigt, wie wichtig es ist, dass auch pflanzliche Präparate auf ihre Verträglichkeit und Effektivität getestet werden", sagt Wagenlehner, der nicht an der Studie beteiligt war. Viele Frauen würden nicht langfristig Antibiotika einnehmen wollen, weil sie resistente Bakterien fürchten, schreiben Mariëlle Beerepoot und ihre Kollegen. Für diese Frauen könnten Cranberry-Präparate eine Alternative darstellen, auch wenn sie weniger wirksam seien, so die Forscher.
Wenn eine Frau ein solches Präparat nehmen wolle, müsse man darauf achten, dass es genug Proanthocyanidine enthalte, sagt Wagenlehner. "Es werden auch Präparate verkauft, die praktisch keine PAC enthalten." Wahrscheinlich war auch die PAC-Dosierung in der aktuellen Studie zu gering, vermutet Wagenlehner ebenso wie der Pharmakologe Bill Gurley von der University of Arkansas for Medical Sciences, der die Untersuchung in einem Fachartikel kommentiert. Derzeit läuft in den USA eine Studie, in der die optimale Dosis ermittelt werden soll. Einen hundertprozentigen Schutz vor wiederkehrenden Blasenentzündungen erwarten die Forscher jedoch auch dort nicht. "Es muss weitere Untersuchungen mit ausreichend dosierten Cranberry-Präparaten geben, um zu klären, wie gut diese vor wiederkehrenden Harnwegsinfekten schützen - und welche Nebenwirkungen sie auslösen können", sagt Florian Wagenlehner.
Quelle: Spiegel Online
mausgrau schrieb:
am 25. April 2012 um 05:54:38
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cranberry
bei diesen beeren ist halt so wie mit allen "modekräutern" (aloe vera, apfelessig,teebaumöl, )sie helfen in jedem fall
auch gegen schweißfüsse, wenn es denn sein muss. ach ja übrigens, wenn die studie so erfolgt ist wie sie es darstellen, ist sie nichr das papier wert auf dem sie steht.
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Sarah schrieb:
am 24. April 2012 um 22:35:47
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Tee trinken!!
Ich habe ungefähr 9 mal Jährlich eine blasenentzündung, und kann Schachtelhalm Tee empfehlen. am besten frisch gepflückt.
Hilft wirklich gut und schnell =)
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Sundamncer 29 schrieb:
am 7. November 2011 um 09:46:52
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Blasenentzündung
Ich hatte eine vor kurzem gehabt und sollte Antibiotika nehmen die leider Nebenwirkungen hatte. Musste wieder zum Arzt
und der hat mir Cranberrys als Früchte aufgeschrieben. Die haben mir gut´geholfen und ich bin froh das ich keine Chemie nehmen musste. Lieber nehme ich etwas aús der Natur und weiß das es wenig schädlich ist als Chemie die Nebenwirkungen hat. Ich bin sowieso sehr Impfindlich was Medikamente angeht Wenn es nicht uinbedingt sein múss nehme ich lieber Pflanzliche Mittel ein
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