10.02.2011, 12:32 Uhr | dapd
Ein Hund gegen Bakterien: Spürhund Madox auf der Suche nach Bettwanzen. (Foto: dapd)
Ein Hund ins eigene Bett lassen, noch dazu aus hygienischen Gründen? In Nürnberg wird diese Praxis seit neuestem häufiger angewandt. Denn dort lebt "Madox", der bundesweit erste und einzige Spürhund, der Bettwanzen anhand ihres Geruchs erkennen und ausfindig machen kann. Seit Oktober 2009 stellt er seine feine Schnauze in den Dienst eines Nürnberger Schädlingsbekämpfers.
"Wenn er Bettwanzen findet, kratzt er oder legt sich hin", schildert Jens Wenzel von der Firma APC AG, der nicht nur Madoxs Herrchen und Trainer ist, sondern in gewisser Weise auch sein Arbeitskollege. Denn der Schädlingsbekämpfer begleitet den zweieinhalbjährigen Schäferhund bei seinen Einsätzen und sorgt mit den richtigen Befehlen für dessen ordentliches Benehmen. Wichtig dabei sei, dass Madox immer gestreichelt und mit kleinen Spielpausen belohnt werde, erzählt der 48-Jährige.
"Die Idee zum eigenen Bettwanzen-Spürhund kam uns 2008", berichtet APC-Niederlassungsleiter Alexander Kassel. Damals waren er und der Firmenvorstand auf einer Fachmesse in den USA, wo Bettwanzen-Spürhunde schon länger erfolgreich eingesetzt werden. Zurück in Deutschland machten sie sich auf die Suche nach einem geeigneten Hund und fanden Madox, dessen Spieltrieb und ausgeprägter Geruchssinn erblich bedingt sein dürften: Sein Vater setzte seine feine Nase viele Jahre als Spürhund beim Zoll ein, weil er fünf verschiedene Sprengstoffe unterscheiden konnte.
"Der Hund ist manchmal eine ganze Woche durchgängig im Einsatz und dann wieder tagelang gar nicht", erzählt Kassel. Dabei könne er bis zu 15 Zimmer am Tag durchstöbern. Meist wird Madox zur Prävention eingesetzt, wenn ein Bettwanzen-Befall ausgeschlossen werden soll oder die Insekten zwar vermutet, aber noch nicht entdeckt wurden. Denn die auf menschliches Blut spezialisierten, bis zu sechs Millimeter großen, braunen Krabbler sind mit bloßem Auge zwar durchaus zu erkennen, können sich aber sehr gut verstecken: in Falten der Bettmatratzen, hinter Fußbodenleisten und Tapeten, in winzigen Ritzen in Wänden, Bilderrahmen, Lampen oder Fernsehern und auch in Nähten von Koffern und Rucksäcken.
Letzteres trug entscheidend dazu bei, dass sie sich in den vergangenen fünf Jahren vor allem an beliebten Reisezielen rasch ausbreiten konnten. "New York hat ein großes Bettwanzenproblem, Paris, Berlin, Rom, London und München sind extrem betroffen", schildert Kassel. Unterstützt wird die Ausbreitung der Schädlinge durch den Handel mit gebrauchten Kleidungs- oder Möbelstücken und auch den Service von Möbelhäusern, die bei der Lieferung von neuer Ware die alte entsorgen und dabei neu und alt im gleichen Lkw transportieren. Das gab den Bettwanzen, die rund ein Jahr ohne Nahrung auskommen können, die Möglichkeit, sich über den ganzen Globus zu verteilen, ohne dafür selbst größere Wege zurücklegen zu müssen.
Mit herkömmlichen Pestiziden kann den Blutsaugern längst nicht mehr der Garaus gemacht werden: Die meisten sind immun dagegen geworden. Deshalb setzt nicht nur APC auf eine thermische Behandlung, bei der die befallenen Räume über einen längeren Zeitraum mit einem speziellen Ofen auf etwa 60 Grad Celsius erhitzt und damit die aus Eiweiß bestehenden Wanzen und ihre Eier abgetötet werden. "Bettwanzenbefall ist kein Hinweis auf mangelnde Hygiene", stellt Biologe Kassel klar. Neben Jugendherbergen, Altenpflegeheimen und Rehaeinrichtungen seien durchaus auch Fünf-Sterne-Hotels betroffen. Und offensichtlich auch der Vatikan. "Eine Jugendgruppe hat im vergangenen Jahr Bettwanzen aus einer Jugendherberge im Vatikan nach Deutschland eingeschleppt, sozusagen heilige Wanzen", erzählt Kassel schmunzelnd. Madox sei allerdings bisher noch nicht vom Papst angefordert worden.
Zuhause.de Bettwanzen erkennen
dapd
Kuckerlucke schrieb:
am 21. April 2011 um 19:45:08
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Bettwanzenhund Madox
Ich finde es ja gut dass der Hund die Viecher erschnüffelt. Gutes Training! Aber Geld und Zeit spart der Kunde nicht!
Oder saugt Madox die Viecher durch seinen Riecher? Dann wäre es ja OK... So aber muss der Herr Schädlingsbekämpfer trotzdem seine Tätigkeit ausüben - und wegen dem Hund geht nix schneller und weniger Material wird auch nicht verbraucht. Der Hund ist halt eine Art niedliche gut bezahlte "Sensation"... - und diese muss bezahlt werden! Ich bleibe lieber ehrlich!!!
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Kuckerlucke schrieb:
am 21. April 2011 um 18:50:48
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Bettwanzenhund
Bevor Bettwanzen in ein anderes Zimmer "abwandern" ist der Bettbewohner fast gefressen worden! Schaben wandern auch nur ab
wenn die Wohnung knallvoll ist und nix dagegen getan wurde... Verschleppung ist möglich - aber selten. Du wirst doch nicht erzählen wollen, dass sich Bettwanzen sogar in der Küche befinden können?! Dann wäre ich im Bett eine ausgesaugte Mumie und könnte nicht mal Dich Kammerjäger rufen! Aber die "Geschäftsidee" ist gut... Mit Unwissenden treibt man die Welt um!? UMSATZ!!!
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Schädlingsbekämpfer schrieb:
am 13. April 2011 um 19:21:29
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Bettwanzen
Ach Kuckerlucke..., Bettwanzen sind nicht immer im Bett und drum herum, denn Bettwanzen können auch verschleppt werden oder
wandern in andere Räumlichkeiten wie zum Beispiel in benachbarte Hotelzimmer, welche bei Bettwanzen- befall normalerweise mitbehandelt werden, stellt sich durch Madox heraus das benachbarte Zimmer nicht befallen sind, erspart das dem Hotelbesitzer Zeit und Geld.
Oder wie stellst du dir vor wie die Bettwanzen in die Hotelzimmer kommen, Hokuspokus und da sind sie???
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