04.09.2008, 14:48 Uhr | afp, bri
Jetzt zeigt sich die Sonne wieder von ihrer schönsten Seite und lockt zum Spaziergang im Freien. Doch wer die frühlingshaften Temperaturen draußen genießt, sollte sich vor aggressiven Zecken in Acht nehmen, warnt der Zeckenforscher Professor Jochen Süss: "Es gibt definitiv viele Zecken, und sie sind sehr aktiv", sagt der Leiter des Nationalen Referenzlabors für durch Zecken übertragene Krankheiten. Besonders gefährlich könnten die weiblichen Holzböcke werden: Es gebe vor allem "viele hungrige Weibchen", sagte Süss nach aktuellen Beobachtungen in der Natur. Und die suchen intensiv nach Opfern zum Blutsaugen. Wir verraten Ihnen, wie Sie sich vor den gefährlichen Spinnentieren am besten schützen.
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Ob Zecken auf der Suche nach Wirten zum Blutsaugen sind, erkennt man daran, dass diese Tiere "relativ schnell und mit weit vorgestrecktem ersten Beinpaar" laufen, so Süss. Dann droht Gefahr, denn sie können gefährliche Krankheitserreger auf den Menschen übertragen, wie die so genannte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). 2006 erkrankten an der virusbedingten Hirnhautentzündung 541 Menschen in Deutschland. "Das sind mehr Erkrankungen durch die FSME als jemals zuvor", sagt Süss.
Droht auch dieses Jahr eine Zeckenplage? "Das lässt sich noch nicht voraussagen. Bei sehr hohen Temperaturen wie vorigen Sommer, gehen die Tiere ja auch schnell wieder kaputt, weil sie Hitze und Trockenheit nicht vertragen", erklärt der Wissenschaftler. Dennoch gibt es eine Entwicklung, die Zeckenforschern Sorgen macht: "Ich dachte das Jahr 2005 mit 432 gemeldeten FSME-Fällen war nur eine Ausnahme, schließlich waren das doppelt so viele Erkrankungen wie in den Jahren zuvor." Doch die Zahlen für 2006 stellen alles in den Schatten. Auch in diesem Jahr sind schon sechs Menschen an der gefährlichen Hirnhautentzündung erkrankt, so das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin. Also mehr als im Vorjahr, da erkrankte bis zum Führjahr nur ein Mensch.
Ist eine Zecke mit dem FSME-Erreger infiziert, überträgt sie ihn sofort beim Stich auf ihr Opfer. Deshalb sollten Menschen, die in den FSME-Risikogebieten leben, sich unbedingt impfen lassen. Denn einmal ausgebrochen, kann FSME nicht mehr durch Medikamente gestoppt werden. Anfangs kommt es zu grippeähnlichen Beschwerden. Bei den meisten Infizierten verschwinden diese Symptome nach ein paar Tagen. Bei einem schweren Verlauf kann es sogar zu Lähmungen und Bewusstseinsstörungen kommen. Auch diese Beschwerden können wieder abklingen. Jedoch sterben etwa zwei Prozent der Erkrankten an FSME.
Weit mehr Menschen stecken sich in Deutschland mit Borreliose an - im Durchschnitt etwa 20.000 pro Jahr. Gegen diese Krankheit gibt es keine Impfung. Allerdings kann Borreliose gut mit Medikamenten behandelt werden, wenn Betroffene rechtzeitig zum Arzt gehen. Ein Alarmsignal ist roter Hautausschlag, der sich ringförmig um die Einstichstelle ausbreitet. Unbehandelt kann es noch Monate nach dem Zeckenstich zu starken Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Lähmungen kommen.
Einmal gestochen, sollten Sie so schnell wie möglich handeln. Denn je länger der Parasit Blut saugt, desto höher ist die Gefahr einer Infektion mit Borreliose. Dr. Talaska rät, die Zecke mit einer Pinzette gerade herauszuziehen. Der Zug jedoch sollte nicht ruckartig erfolgen, da sonst der Kopf des Tieres abreißen und in der Haut stecken bleiben könnte. Träufeln Sie am Ende noch etwas Desinfektionsmittel über die Stichwunde, damit diese sich nicht entzündet. Wenn Sie sich das Entfernen nicht zutrauen, lassen Sie es besser von einem Arzt durchführen. Den sollten Sie nach dem Zeckenstich ohnehin aufsuchen, damit er Sie auf Borreliose untersucht.
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Quelle: t-online.de
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