04.11.2011, 09:21 Uhr | apn / dapd
Bluthochdruck: Jeder zweite Betroffene weiß nicht, dass er zu hohe Werte hat. (Quelle: imago)
Um Bluthochdruck rechtzeitig zu erkennen, sollte man den Blutdruck regelmäßig messen und sich dazu am besten ein eigenes Messgerät anschaffen. Doch bei der Anwendung kann man einiges falsch machen. Darauf weist der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen hin. Wir nennen die fünf Regeln fürs Blutdruckmessen und die sieben häufigsten Fehler.
Aufregung, Stress und Anstrengung treiben Puls und Blutdruck in die Höhe. Viele Menschen merken das und messen gerade dann den Blutdruck. Doch das ist falsch - denn nur der Wert in Ruhe ist aussagekräftig. Regel Nummer eins: "Da jede Anstrengung den Blutdruck erhöht, sollte jede Messung nach dreiminütiger Ruhepause erfolgen", sagt Norbert Smetak, Vorsitzender des Bundesverbandes Niedergelassener Kardiologen.
Aus dem gleichen Grund sollte man eine Stunde vor der Messung nicht rauchen und keinen Kaffee, Tee oder Alkohol trinken, sagt Mathias Arnold, Vorstandsmitglied des Deutschen Apothekerverbands. Denn all das kann den Blutdruck beeinflussen und so das Messergebnis verfälschen.
Wer hohen Blutdruck hat, misst oft mehrmals am Tag - doch nur der Wert am Morgen ist wirklich aussagekräftig. Regel Nummer zwei: "Es ist wichtig, dass die Blutdruckmessung vor der morgendlichen Einnahme von Medikamenten erfolgt. Hohe Morgenwerte bedeuten ein erhöhtes Risiko und erfordern meist eine Veränderung der Medikation", erläutert der Kardiologe Norbert Smetak.
Bei Regel Nummer drei und vier geht es um die Messung selbst: "Der Blutdruck kann nur dann korrekt gemessen werden, wenn sich die Manschette auf der Höhe des Herzens befindet. Bei einem Oberarmmessgerät ergibt sich das von selbst, doch bei Geräten, die am Handgelenk sitzen, muss der Arm entsprechend hoch gelagert werden", rät Smetak. "Des Weiteren sollte die Messung immer an dem Arm mit dem höheren Blutdruck durchgeführt werden."
Vergessen werde besonders häufig die fünfte Regel: "Wenn der Umfang des Handgelenks beziehungsweise des Oberarms sehr groß oder sehr gering ist, muss die Manschettenbreite entsprechend angepasst werden."
In Apotheken, Sanitätshäusern und über den Internetversand ist eine Vielzahl verschiedener Modelle von Blutdruckmessgeräten erhältlich. "Generell sind Messgeräte mit einer Manschette für den Oberarm nicht ganz so komfortabel wie Handgelenks-Blutdruckmessgeräte, zeichnen sich aber durch eine höhere Messgenauigkeit aus", erklärt Smetak. Er empfiehlt, ein hochwertiges Gerät aus dem Fachhandel zu kaufen, das möglichst unkompliziert zu bedienen ist.
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