11.11.2011, 17:38 Uhr | dapd
Rund acht Millionen Menschen in Deutschland sind zuckerkrank. Etwa fünf Prozent leiden an Diabetes Typ 1, die durch den Mangel an Insulin verursacht wird. Die anderen haben Diabetes Typ 2 entwickelt, bei der Körper nicht mehr in der Lage ist, das produzierte Insulin effektiv zu nutzen. Ohne Insulin kann der Körper aus der Nahrung nicht die Energie gewinnen, die er braucht. Der aufgenommene Zucker wird von den Zellen nicht angenommen und bleibt im Blutkreislauf. Der Typ-2-Diabetes ist oft eine Folge von schlechten Ernährungsgewohnheiten und Bewegungsmangel. Stephan Matthaei, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), erklärt, wie wichtig Sport für Diabetiker ist.
Zunächst einmal: Bewegung ist für alle Menschen gesund. In Bezug auf Diabetes profitieren vor allem Typ-2-Patienten. Denn Bewegung wirkt eigentlich wie Insulin. Blutdruck und Blutfettwerte werden deutlich verbessert, außerdem wird Übergewicht reduziert.
Es reicht in der Regel nicht aus, es sei denn, die Erkrankung wird sehr frühzeitig diagnostiziert. Dann hat man noch die Chance, ganz viel zu erreichen, weil eben noch eine ganze Menge Restinsulin an Bord ist. Entscheidend ist die Frühdiagnose. Wir schätzen, dass zwischen dem Beginn der Erkrankung und der Diagnose leider im Durchschnitt etwa sechs Jahre vergehen. Das liegt daran, dass es eine langsam fortschreitende Erkrankung ohne besondere Symptome ist.
Bei Typ-1-Diabetes spielt das Alter eine untergeordnete Rolle. Auch ältere Menschen können erkranken. Bei Typ-2-Diabetes gibt es eine Häufung bei Menschen im Alter zwischen 40 und 60 Jahren. Leider gibt es aber auch immer mehr Kinder und Jugendliche, die daran erkranken.
Das hat zum einen mit zunehmendem Bewegungsmangel und Adipositas zu tun, aber auch mit Veranlagung: Kinder von Typ-2-Diabetikern erkranken zu 40 Prozent an Typ-2-Diabetes, wenn beide Elternteile erkrankt sind, sogar zu 70 Prozent. Bei Typ-1-Diabetikern liegt das Risiko eines Kindes, ebenfalls zu erkranken, bei etwa 3,5 Prozent. Sind beide Elternteile erkrankt, beträgt es 20 Prozent.
Es gibt einige wenige Studien, wonach der Verzehr einer großen Menge an Zimt - sechs Gramm täglich - einen günstigen Effekt zeigt. Allerdings ist die Unbedenklichkeit nicht nachgewiesen, das heißt, man weiß nicht, welche Nebenwirkungen auftreten können. Es gibt keine Sicherheitsdaten. Was Heilpilze angeht, gibt es interessante Ansätze. Aber es liegen bislang leider keine Studien vor.
Die können Sie gerade vergessen. Die meisten enthalten viel zu viel Fett. Wir raten, zum Süßen normalen Haushaltszucker in adäquaten Dosen zu verwenden. Die entsprechende Lebensmittelverordnung ist inzwischen auch geändert worden, Diabetikerprodukte werden in Zukunft keine Rolle mehr spielen.
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Quelle: dapd
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