03.01.2011, 11:59 Uhr | ag
Wein reagiert sehr empfindlich auf Fremdgerüche. (Foto: imago)
Jeder, der schon einmal Kleidung im Keller aufbewahrt hat, weiß, wie lange unangenehmer Modergeruch in den Textilfasern haften bleiben kann. Selbst Wein, der fachgerecht kühl und feucht gelagert wurde, ist anfällig für Fremdgerüche. Daher sollten Zwiebeln, Lacke und Heizöl niemals in direkter Nähe zu den edlen Tropfen stehen. Auch für Äpfel, Kartoffeln und Gemüse gibt es bestimmte Regeln, damit sie möglichst lange frisch bleiben und ihr volles Aroma entfalten. Und gegen Kellermief in Klamotten hilft ein einfacher Trick. Sechs Fehler beim Lagern im Keller.
Fremdgerüche im Weinkorken
Spitzenweine erreichen oft erst nach einigen Jahren oder Jahrzehnten ihren optimalen Entwicklungszeitpunkt - vorausgesetzt, sie werden im Keller richtig gelagert. Wichtig dabei ist, dass der Lichteinfall gering ist und es zu keinen großen Temperaturschwankungen oder Erschütterungen kommt. Die optimale Lagerungstemperatur für Rotweine liegt zwischen 15 und 18 Grad Celsius, bei Weißweinen zwischen 11 und 14 Grad Celsius. ein anderes wichtiges Thema ist die Luftfeuchtigkeit. Bei Weinflaschen mit Naturkorken sollte die Luftfeuchtigkeit über 50 Prozent liegen, da der Verschluss sonst austrocknet. Zu hohe Luftfeuchtigkeit (über 70 Prozent) wiederum kann dazu führen, dass der Korken oder das Etikett schimmeln. Die Flaschen sollten außerdem immer liegend gelagert werden, damit der Korken feucht gehalten wird. Auf keinen Fall sollten Sie Wein in direkter Nähe zu Heizöl, Kohlen, Kartoffeln oder Zwiebeln lagern. Der Rebensaft nimmt nämlich nach einiger Zeit die Fremdgerüche an und schmeckt muffig.
Lagert die Flaschen aufrecht halten sie sich genauso lang wie bei liegender Aufbewahrung. Aber auch die Qualität entscheidet über die Haltbarkeit. zum Video
Kartoffeln ohne Schrumpelhaut und Keime
Damit sich Kartoffeln nicht grün färben, müssen sie dunkel gelagert werden. Die optimale Lagertemperatur liegt bei 4 bis 6 Grad Celsius. Zu warme und trockene Lagerung beschleunigt den Abbau vom Vitamin C und begünstigt die Keimbildung. Zu hohe Feuchtigkeit dagegen führt zu Schimmel und Fäulnis. Außerdem schrumpfen die Knollen schnell und bilden Keime. In der Nähe der Kartoffeln sollte kein Obst liegen, da dieses das Reifegas Ethylen abgeben, das den Alterungsprozess der Knolle beschleunigt. Auch dürfen die empfindlichen Knolle nicht in Folie verpackt sein, da sie sonst schneller verderben. Wichtig bei der Lagerung: Die Kartoffeln benötigen Luft von unten und sollten somit nicht zu hoch gestapelt werden. Prüfen Sie vor dem Einkellern unbedingt, dass der Lagerraum oder Behälter gereinigt und trocken ist. Ideal ist eine Kartoffelhorte, ein Holzgestell aus Latten. Hier werden die Kartoffeln ausreichend belüftet, liegen lose übereinander und bekommen keine Druckstellen.
So bleiben Äpfel länger knackig
Äpfel sollten bei maximal 7 Grad und circa 90 Prozent Luftfeuchte in einer Obstkiste oder in durchlöcherten Folienbeuteln gelagert werden. Da sie ähnlich wie Birnen besonders stark Ethylen produzieren, sollten sie nie direkt neben Gemüsesorten und anderen Früchte liegen. Aus dem Folienbeutel kann der Wasserdampf nicht entweichen, daher bleibt das Obst in der Regel rund vier Wochen länger knackig und saftig. Die Apfelsorte "Golden Delicious" lässt sich sogar bis zu acht Wochen länger lagern. Wenn der Keller durch Heizungsrohre zu warm ist und durch einen betonierten Fußboden keine ausreichende Feuchtigkeit gespeichert werden kann, empfiehlt sich alternativ eine Lagerung im Kellerfensterschacht. Gute Dienste leisten Gemüsenetze, in die vorsichtig das Obst gefüllt und am Abdeckgitter-Rost aufgehängt wird. Gegen Niederschläge muss das Rost mit einer Folie und gegen Sonne und Frost mit Styroporplatten abgedeckt und diese mit Steine beschwert werden.
Gemüse optimal gelagert
In Holzkisten oder in leicht angefeuchtetem Sandeinschlag lassen sich verschiedene Obst- und Gemüsesorten für längere Zeit im Keller einlagern. Die ideale Luftfeuchtigkeit beträgt 80 bis 90 Prozent. Die Temperatur sollte zwischen ein und drei Grad Celsius liegen. Kellerräume in neueren Gebäuden erfüllen allerdings nur selten die optimalen Bedingungen für eine Gemüselagerung. Hier empfiehlt sich, Möhren, Petersilienwurzeln, Rettiche, und Rote Bete zur Lagerung in angefeuchteten Sand zu legen. Bei diesen Pflanzen müssen zuvor die Blätter - nicht zu nahe an der Frucht - abgeschnitten werden. Auch Knollensellerie und Porree lassen sich auf diese Art aufbewahren. Das hat den Vorteil, dass die Wurzelgemüsearten kaum Feuchtigkeit verlieren und lange haltbar sind. Kartoffeln werden nur lose übereinander geschichtet, in einem dunklen frostfreien Kellerraum gelagert. Zwiebeln und Knoblauch, locker in Körbe gelegt oder zu Zöpfen gebunden, bleiben ebenfalls frisch, wenn der Lagerraum luftig, kühl und trocken ist.
Vakuumboxen gegen den Kellermief
Damit Ihre Sommerkleidung das Winterquartier heil überstehen, sollten Sie sie unbedingt waschen, ehe sie im Keller deponiert wird. Denn Hautreste, Haarschuppen und Schweißgeruch ziehen Motten an. Kleidung aus Tierfasern, zum Beispiel Wolle, ist dabei besonders beliebt. Umhüllen Sie solche Stücke mit Leinentüchern oder Plastikbeuteln. Zedernholz-, Nelken- oder Zitronenduft verschrecken die hungrigen Biester. Der kalte Keller ist übrigens der bestmögliche Aufbewahrungsort für die Kleidung – die Motten mögen’s nämlich lieber kuschelig-warm. Kleiner Tipp: Es gibt so genannte Vakuumboxen (Spacebags), bei denen die Luft mit dem Staubsauger rausgesaugt wird. Dann ist die Kleidung gut und geruchsneutral verpackt. Dadurch verhindern Sie, dass Feuchtigkeit an die guten Stücke kommt oder dass sich Mäuse daranmachen.
Reifen besser an den Reifenbaum
Wer über den nötigen Lagerraum verfügt, kann seine Sommer- oder Winterreifen auch im Keller aufbewahren. Dabei sollte man allerdings einige Tipps beachten. Kompletträder - das heißt Reifen mit Felgen - werden am besten liegend gestapelt. Da auch intakte Reifen im Laufe von rund sechs Monaten Luft verlieren, sollte der Luftdruck um 0,5 bis 1 bar erhöht werden. Reifen ohne Felge sollten stehend gelagert und während des Winters von Zeit zu Zeit gedreht werden, um Verformungen zu vermeiden. Im Idealfall stecken Sie die Pneus auf einen Reifenbaum: Er lässt zwischen den einzelnen Reifen ein wenig Platz und verhindert auf diese Weise Druckstellen. Reifen ohne Felgen stellen Sie am besten senkrecht auf den Boden, drehen sie einmal im Monat. Der ideale Aufbewahrungsort für Reifen ist dunkel, trocken, kühl und nicht zu stark belüftet. Auf keinen Fall sollten Reifen zusammen mit Chemikalien, Schmiermitteln oder Treibstoff gelagert werden.
Papier, CDs und Fotos
Archivieren Sie Dokumente bei einer Luftfeuchtigkeit von 35 bis 50 Prozent. Bei zu trockenen oder zu feuchten Bedingungen wird das Papier brüchig oder wellig. Das Gleiche gilt für Fotos und Alben. Die ideale Raumtemperatur: 14 bis 18 Grad. Zur Aufbewahrung geeignet ist ein Karton oder Plastikbehälter ohne Deckel, den Sie in ein offenes Regal stellen – dann kann die Luft noch zirkulieren. CD-ROMs ebenfalls dunkel und sicher vor großen Temperatur-Unterschieden lagern.
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ag
fred schrieb:
am 5. Januar 2011 um 10:27:12
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wein
@ malte mir ist das selbe pasiert habe dann die blätter ausgezuzellt ( ausgepreßt ) war ein völlig neues geschmackserlebniss
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Ada schrieb:
am 4. Januar 2011 um 13:22:12
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@Malte
Etwas ähnliches ist mir auch schon passiert!! Aber was bleibt einem übrig, wenn das Reihenendhaus nun mal über keinen Keller
verfügt.....Seufz. Da muss man sich schon etwas einfallen lassen, wenn man die Tiefkühlerbsen über den Winter bringen will. Ich empfehle, zusammen mit der Sommerkleidung und den Weinflaschen vakuumieren und dann im nassen Sand vergraben!
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Malte schrieb:
am 4. Januar 2011 um 10:15:00
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Wein
Letztes Jahr hatte ich meinen kostbaren Chateauneuf du Pape neben der Zwiebelkiste gelagert. Die Folge war, dass ich die Flaschen nicht
mehr mit dem Korkenzieher öffnen konnte, sondern ich musste sie Schale um Schale entfernen. Und der Geschmack war dann ungewohnt scharf.
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