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Arzneimittel: Jedes dritte rezeptfreie Medikament fällt durch

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Jedes dritte Medikament negativ bewertet

15.10.2009, 12:45 Uhr | msh

Medikamente: Nicht alle rezeptfreien Medikamente sind harmlos.(Foto: imago)Nicht alle rezeptfreien Medikamente sind harmlos.(Foto: imago)Eine Erkältung, Magenprobleme oder leichte Schmerzen - wer sich unwohl fühlt, geht meistens direkt in eine Apotheke anstatt zum Arzt. Dort kauft man sich ein rezeptfreies Medikament und behandelt sich selbst. Diese Selbstmedikation birgt aber Risiken, denn nicht jedes dieser Mittel ist harmlos. Ein Drittel der rezeptfreien Arzneimittel wurde im neuen "Handbuch Rezeptfreie Medikamente" von der Stiftung Warentest negativ bewertet. Nur wenig mehr Medikamente helfen wirklich. Wir zeigen Ihnen die Mittel, von denen die Tester abraten.

Stiftung Warentest 25 "wenig geeignete" Medikamente

Unnötig viele Wirkstoffe

Die Gründe für die negativen Bewertungen sind vielfältig: Die Wirksamkeit ist nicht ausreichend nachgewiesen, es gibt besondere Risiken und Nebenwirkungen oder das Mittel enthält unnötig viele Wirkstoffe. Ein Negativbeispiel ist das Medikament WICK MediNait, das zur Behandlung von Erkältungskrankheiten angeboten wird. Es enthält eine Kombination von vier Wirkstoffen auf der Basis von 18-prozentigem Alkohol. Laut der Stiftung Warentest ist das unnötig. Auch Thomapyrin Classic enthält zwei Wirkstoffe und zwar Acetylsalicylsäure und Paracetamol. Diese Kombination bietet jedoch keinen therapeutischen Vorteil, heißt es. Außerdem enthält es Koffein - oftmals Ursache von schädlichem Dauerkonsum.

Positiv mit Einschränkungen

Doch auch positiv bewertete Medikamente können zu Problemen führen, etwa bei Dauerkonsum. Ein Beispiel dafür sind abschwellende Nasensprays oder -tropfen. Bereits nach sieben Tagen Anwendung besteht die Gefahr der Abhängigkeit. Die Nasenschleimhaut schwillt nicht mehr ab, sondern medikamentenbedingt an. Es entsteht ein Teufelskreis.

Informieren Sie sich umfassend

Um Risiken zu minimieren, sollte man nicht zum erstbesten Produkt greifen, rät Stiftung Warentest. Lassen Sie sich sich umfangreich beraten, am besten von einem Arzt. Auch ein Preisvergleich lohnt sich, denn für Medikamente mit den gleichen Inhaltsstoffen gibt es oft erhebliche Preisunterschiede. Werden Beschwerden auch nach drei Tagen Selbstmedikation nicht besser, sollte man auf jeden Fall zum Arzt gehen.

Hilfe im Medikamenten-Dschungel

Medikamente: Handbuch Rezeptfreie Medikamente (Foto: Stiftung Warentest)Handbuch Rezeptfreie Medikamente (Foto: Stiftung Warentest)

Das "Handbuch Rezeptfreie Medikamente" listet mehr als 1800 Medikamenten mit Bewertungen und Preisangaben auf. Es zeigt die Möglichkeiten und Grenzen der Selbstbehandlung auf. Außerdem informiert es über Symptome und Ursachen von über 80 Krankheitsbildern und Gesundheitsstörungen und sagt auch, in welchen Fällen man unbedingt zum Arzt gehen soll. Das Buch ist im Buchhandel erhältlich und kann online unter www.test.de/shop bestellt werden.

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