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Arthrose: Wie ernst muss man Gelenkschmerzen nehmen?

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Testen Sie Ihr Arthrose-Risiko

07.04.2011, 11:49 Uhr | jlu

Testen Sie Ihr Arthrose-Risiko (Foto: Archiv)

Testen Sie Ihr Arthrose-Risiko (Foto: Archiv)

Geschwollene, schmerzende und steife Gelenke - diese Symptome deuten auf Arthrose hin. Nach Angaben der Deutschen Rheuma-Liga leiden an dieser Gelenkerkrankung etwa fünf Millionen Deutsche. Über die Ursachen von Arthrose herrscht noch Uneinigkeit. Dass dafür die Abnutzung der Gelenke verantwortlich ist, ist weit verbreitet. Doch in den meisten Fällen wird Arthrose vererbt und kann auch junge Menschen betreffen. Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und machen Sie den Test von Dr. Jürgen Fischer vom Orthopädischen Zentrum in Darmstadt: Wie hoch ist Ihr Arthrose-Risiko?

Mit dem Alter verschleißen die Gelenke

Egal ob in den Fingern, der Hüfte oder im Knie: Arthrose kann in jedem Gelenk auftreten. Verantwortlich für die Krankheit kann zum einen der natürliche Alterungsprozess der Gelenke sein. Bei vielen Betroffenen ruft allerdings eine vererbte Knorpel-Anfälligkeit die Krankheit hervor: Der Knorpel ist weniger belastbar und leichter angreifbar. Eine Arthrose ist ein komplizierter Vorgang, bei dem sich die Knorpelschicht zwischen den Gelenkknochen abnutzt - bis die Knochen direkt aufeinander reiben. Sind einmal Knorpeldefekte entstanden, bleiben sie nicht nur dauerhaft bestehen, sondern breiten sich immer weiter aus. Denn auch Knorpel altert und kann brüchig werden.

Arthrose durch X- und O-Beine

Daneben gibt es weitere Faktoren, die bereits in jungen Jahren Arthrose auslösen können. So schädigen Fehlstellungen, wie X-und O-Beine oder nicht verheilte Verletzungen die Gelenke. Auch eine regelmäßige Überlastung durch Sport, Übergewicht und schwere körperliche Arbeit erhöhen die Arthroseanfälligkeit. Ein weiterer Risikofaktor ist das Geschlecht: Denn unter den Betroffenen sind mehr Frauen als Männer. Der Grund ist wahrscheinlich die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren.

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Die Diagnose kommt meist spät

Da Arthrose über längere Zeit entsteht, ohne dass man etwas davon spürt, wird sie meist erst spät diagnostiziert. Die Deutsche Rheuma-Liga weist daher darauf hin, auch harmlos erscheinende Gelenkveränderungen ernst zu nehmen und möglichst schnell zum Arzt gehen. Typisch für Arthrose ist der so genannte Anlaufschmerz: Beim Loslaufen hat man leichte Schmerzen oder ein Spannungsgefühl in Knie oder Hüfte. Diese lassen nach wenigen Schritten nach. Nach einem schmerzfreien Intervall setzen die Beschwerden nach anhaltender Belastung erneut ein. Der Anlaufschmerz ist zu einem Belastungsschmerz geworden.

Auch leichter Schmerz ist ein Warnsignal

Auch geschwollene und steife Gelenke, die auf Druck oder bei Bewegung schmerzen, deuten auf eine Erkrankung hin. Die Schmerzintensität ist dabei unterschiedlich: Am Anfang ist sie schwach, später dann oft unerträglich bis hin zur Bewegungsunfähigkeit. Grundsätzlich ist der Schmerz ein Alarmsignal und deutet auf eine fortgeschrittene Schädigung hin. Viele Betroffene haben außerdem knackende Gelenke und empfinden Nässe und Kälte als unangenehm. Einer Arthrose vorzubeugen ist nicht möglich. Doch wer sich gesund ernährt, Übergewicht reduziert und nur moderat Sport treibt kann den Krankheitsverlauf zumindest positiv beeinflussen.

Lieber bewegen statt schonen

Denn heilbar ist Arthrose ebenfalls nicht. Die Behandlung zielt deshalb darauf ab, die Beschwerden zu bekämpfen, eine Verschlechterung hinauszuzögern und den verbliebenen Knorpel zu erhalten. Hierfür eignen sich neben Wärme- und Kälteanwendungen auch Gelenk schonende Bewegungen wie Schwimmen und Gymnastik. Zur Schmerzbehandlung verschreiben Ärzte meist Tabletten oder Salben. Ist Arthrose bereits fortgeschritten, erfolgt meist der Einsatz eines künstlichen Gelenks. Dieses hält bis zu 20 Jahre und ermöglichen den Patienten in der Regel schmerzfreie Bewegungen.


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Kommentare (19)

zum Forum

Thema: "Arthrose: Wie ernst muss man Gelenkschmerzen nehmen?"

Ziu57 schrieb: am 9. April 2011 um 15:06:01
(0) (0) @ Sonnenherz73
Die Polyarthrose ist eine genetisch prädisponierte Erkrankung, d.h. es gibt eine vererbte Anlage, die sich im Laufe des
Lebens ausprägen und zu Symptomen führen kann. Die häufigste Manifestation einer Polyarthrose ist die Fingergelenkspolyarthrose. Man unterscheidet dabei die Heberden-Arthrose der Fingerendgelenke, die Bouchard-Arthrose der Fingermittelgelenke und die Rhizarthrose der Daumensattelgelenke. Die Stärkung der Muskulatur bringt wenig Erfolg weil der Muskeltonus Spannungen erzeugt.
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Ziu57 schrieb: am 9. April 2011 um 14:52:03
(0) (0) @ Biggi
Ihr Beitrag stimmt nicht. Sie verwechseln da etwas mit der Gicht, dabei ist der Verzicht von Innereien, Leberwurst, Hülsenfrüchte,
Alkohol und bedingter Verzicht von tierischem (nicht natives Eiweiß) ratsam. Arthrose aber, ist eine nicht entzündliche degenerative rheumatische Erkrankung. Diese unterscheidet sich von der aktiven und ruhenden Arthrose. Die Arthrose ist ein altersbedingter normaler Prozess, oder ein krankhafter vererblicher Prozess. Schmerz bereiten Knochenhaut und Sehnenansätze.
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Anja schrieb: am 8. April 2011 um 09:07:05
(0) (0) @Hammer
Verstehe ich nicht, also meine Familie hat da ganz andere Erfahrungen gemacht. Mein 73-jähriger Vater ist auch Kassenpatient, hat
seit ca. 15 Jahren ein künstliches Hüftgelenk und vor 3 Monaten wurde ihm ein künstliches Kniegelenk eingesetzt. Er hat seitdem an den betreffenden Gelenken keine Schmerzen mehr und kann jetzt wieder Dinge tun, die vorher nicht mehr gingen. Und wir kennen viele Kassenpatienten mit künstlichen Gelenken, die seitdem auch keine Schmerzen mehr haben.
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