21.08.2009, 09:40 Uhr | jlu/ AP
Arthrose ist eine sehr schmerzhafte Gelenkerkrankung. (Foto: imago)Schmerzende Knie, steife Gelenke: Rund fünf Millionen Deutsche leiden an Arthrose. Die Ursachen für die verbreitete Gelenkkrankheit sind noch nicht eindeutig geklärt. Mit einem neuen, einfachen Bluttest soll das Risiko einer Hüft- und Kniegelenkarthrose künftig vorausgesagt werden. Denn entgegen der landläufigen Meinung ist nicht allein Gelenkverschleiß die Ursache für die Krankheit. So können auch junge Menschen erkranken. Auch der Online-Test von Dr. Jürgen Fischer vom Orthopädischen Zentrum in Darmstadt gibt Aufschluss über Ihr persönliches Arthrose-Risiko.
Wie hoch ist mein Risiko? Arthrose-Risiko-Test zum Selbermachen
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Bei dem Bluttest wird der Spiegel eines bestimmten Eiweißes im Blut gemessen. Dieses steht eigentlich im Zusammenhang mit Gefäßverkalkung, wie Forscher des Universitätsklinikums Erlangen und der Medizinischen Universität Innsbruck erläutern. Eine Studie ergab, dass Patienten mit einem hohen Spiegel des Eiweißes VCAM1 unabhängig von Alter und Körpergewicht vier bis fünf Mal häufiger an einer Knie- und Hüftgelenkarthrose erkranken als Patienten mit einem niedrigen VCAM1-Spiegel. Für die Untersuchung wurden 912 Menschen über einen Zeitraum von 15 Jahren beobachtet. Im Mittelpunkt standen dabei Herz-Kreislauferkrankungen, Erkrankungen des Nervensystems und des Muskel- und Skelettsystems.
Über die Ursachen von Arthrose herrscht noch Uneinigkeit. Dass dafür die Abnutzung der Gelenke verantwortlich ist, ist weit verbreitet. Doch in den meisten Fällen wird Arthrose vererbt und kann auch junge Menschen betreffen. Verantwortlich für die Krankheit kann zwar zum einen der natürliche Alterungsprozess der Gelenke sein. Bei vielen Betroffenen ruft allerdings eine vererbte Knorpel-Anfälligkeit die Krankheit hervor: Der Knorpel ist weniger belastbar und leichter angreifbar. Eine Arthrose ist ein komplizierter Vorgang, bei dem sich die Knorpelschicht zwischen den Gelenkknochen abnutzt - bis die Knochen direkt aufeinander reiben. Sind einmal Knorpeldefekte entstanden, bleiben sie nicht nur dauerhaft bestehen, sondern breiten sich immer weiter aus. Denn auch Knorpel altert und kann brüchig werden.
Daneben gibt es weitere Faktoren, die bereits in jungen Jahren Arthrose auslösen können. So schädigen Fehlstellungen, wie X-und O-Beine oder nicht verheilte Verletzungen die Gelenke. Auch eine regelmäßige Überlastung durch Sport, Übergewicht und schwere körperliche Arbeit erhöhen die Arthroseanfälligkeit. Ein weiterer Risikofaktor ist das Geschlecht: Denn unter den Betroffenen sind mehr Frauen als Männer. Der Grund ist wahrscheinlich die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren.
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