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Apotheken im Test: Viele Apotheken beraten schlecht

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Viele Apotheken beraten falsch

26.06.2008, 12:36 Uhr | msh

Eine Apothekerin berät eine Kundin. (Foto: imago)Eine Apothekerin berät eine Kundin. (Foto: imago)"Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker" - oder besser nicht? Zu viele Apotheken leisten sich Fehler, wie die Stiftung Warentest in ihrer aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "test" berichtet. Falscher Rat zu Medikamenten, Fehler beim Blutdruck messen oder Unkenntnis beim Thema Lichtschutzfaktoren sind nur drei gravierende Mängel, die von den Testern festgestellt wurden. Lediglich eine von insgesamt 20 getesteten Apotheken bekam das Qualitätsurteil "gut", acht Apotheken wurden dagegen mit "mangelhaft" bewertet.






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Note vier oder schlechter für elf Apotheken

20 Apotheken in Berlin, die wegen ihrer Standorte in Einkaufszentren und Bahnhöfen eine hohe Besucherzahl haben, wurden von der Stiftung Warentest exemplarisch untersucht. Darunter waren auch eine Doc-Morris- und eine Easy-Apotheke, die bundesweit Filialen haben. Bewertet wurden die fachliche Qualität und der Service. Mehr als die Hälfte erhielten die Noten "ausreichend" oder "mangelhaft", darunter die Easy-Apotheke am Kurfürstendamm. Acht Apotheken boten "befriedigende" Dienstleistungen, unter anderem die Doc-Morris-Apotheke Pankow Zentrum. Die Apotheke im Ring-Center wurde Testsieger und erhielt das Qualitätsurteil "gut".

Bei der Medikamentenberatung vieles nicht gewusst

Im Bereich Medikamentenberatung wurden die Testkunden zum Teil schlichtweg falsch beraten. Beim Thema Osteoporose-Therapie berieten nur vier Apotheken vollständig und richtig. Auf die Frage, ob man Johanniskraut und einen "Blutverdünner" zusammen einnehmen dürfe, antworteten die Beschäftigten von vier Apotheken, das sei kein Problem. Diese Aussage ist falsch. Apothekenpersonal darf das nicht passieren, so die Tester. Johanniskraut vermindert die Wirkung vieler Medikamente, des "Blutverdünners" zum Beispiel oder auch der Pille. Auch das Herstellen einer Salben-Rezeptur gelang nur in vier Apotheken. Zwei Rezepturen waren mangelhaft und vier Apotheken lehnten die Herstellung ab.

Welcher Lichtschutzfaktor ist der richtige?

Blanke Unkenntnis zeigte sich teilweise bei den Erklärungen zu Sonnenschutzmitteln. Die Frage, wie lange man sich mit einem bestimmten Lichtschutzfaktor der Sonne aussetzen kann, wurde zwar in 14 Apotheken beantwortet - doch leider oft falsch. Zum Beispiel lautete ein Rat: Mit einer Eigenschutzzeit von 20 Minuten könne man bei einem Lichtschutzfaktor 25 zusätzlich 25 Minuten in die Sonne gehen. Richtig ist: Eigenschutzzeit in Minuten mal Lichtschutzfaktor. Das bedeutet theoretisch mehr als acht Stunden. Diese Zeitspanne sollte aber nicht ununterbrochen in der Sonne verbracht werden, auch sollte die Mittagsonne gemieden werden. Nur in sieben Apotheken wurden diese Hinweise gegeben.

Blutdruck messen - eine Wissenschaft für sich

Beim Blutdruck messen wurden in allen Apotheken mittlere bis schwere Mängel festgestellt. Meistens fehlte den Apotheken das systematische Vorgehen. Dazu gehört, den Kunden zur Ruhe kommen zu lassen, fachgerecht zu messen und bei erhöhten Werten die Messung zu wiederholen. In nur 16 von 40 Fällen wurde eine Ruhezeit eingehalten. Trotz vieler erhöhter Messwerte gab es nur vier Zweitmessungen. Nur in jedem dritten Fall informierten die Apotheker oder die Angestellten darüber, dass der Blutdruck Tagesschwankungen unterliegt. Auch der Arztbesuch wurde zu selten empfohlen.

Enttäuschendes Ergebnis

Das Ergebnis der insgesamt 160 Testbesuche ist enttäuschend, so die Stiftung Warentest. Vor allem weil sich Apotheken als "unabhängige Gesundheitszentren" verstehen, die im Vergleich zu den Versandapotheken einen besseren Service versprechen. "Die Apotheken beraten schlecht - daran hat sich leider seit Jahren nichts geändert", erklärte der Chefredakteur der der Zeitschrift "test", Hubertus Primus. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) kündigte an, die Ergebnisse zu überprüfen.

Tipps für den Apothekenbesuch

Wer die Apotheke gut beraten verlassen möchte, sollte aktiv auftreten. Wenn etwas unklar geblieben ist, sollten Patienten nachfragen. Die Tester raten zudem, sich nicht von Fachbegriffen einschüchtern zu lassen. Wiederholen Sie zum Beispiel die Antwort und lassen Sie sich die Fakten erneut bestätigen. Haken Sie bei einem lapidaren "Nein" ruhig nach. Ist sich ein Mitarbeiter unsicher, können Sie darum bitten, dass er in Nachschlagewerken oder Datenbanken nachsieht.

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