25.10.2010, 08:36 Uhr | ddp, dpa
In Mastbetrieben leben rund 24 Hühner auf einem Quadratmeter. (Foto: dpa)
Hühnerfleisch ist beliebt. Außerdem ist es gesund, relativ fettarm und preiswert. Über die Herstellung der Hähnchen, machen sich allerdings nur wenige Verbraucher Gedanken. Obwohl in der Hähnchenproduktion offenbar bedenkliche Praktiken zum Einsatz kommen: Hähnchenmäster setzten immer mehr Antibiotika ein, das bestätigte das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium gegenüber dem Sender NDR Info.
Nach Angaben des niedersächsischen Landwirtschaftministeriums wurden vor zehn Jahren im Schnitt 1,7 Behandlungen pro Mastdurchgang angewendet, heute sind es etwa 2,3 Behandlungen. Die Leiterin der Abteilung Verbraucherschutz und Tiergesundheit, Heidemarie Helmsmüller, sagte NDR Info, dass in der Massentierhaltung der Einsatz von Antibiotika die Regel sei. Ohne Einsatz der Mittel schafften es die Hühner in großen Ställen häufig nicht, bis zum Ende ihrer Mastzeit zu überleben.
Die Tiere bekommen, wie auch in der Humanmedizin, mit einer Behandlung mehrere Tage lang Antibiotika. Der ehemalige Leiter des Veterinäramtes in Cloppenburg, Hermann Focke, geht davon aus, dass die tatsächlichen Antibiotika-Gaben bundesweit wesentlich höher sind. Er bezieht sich auf Informationen aus dem Ministerium, die in einer tierärztlichen Fachzeitschrift veröffentlicht wurden. Danach sind sogar drei bis sechs Antibiotika-Behandlungen nicht selten. "Deswegen können wir davon ausgehen, dass Masthähnchen nicht selten rund zwei Drittel ihrer Lebenszeit Antibiotika bekommen - sie leben ja nur 32 Tage", sagte Focke.
Zu starker Einsatz von Antibiotika kann dazu führen, dass sich bei Krankheitserregern, die den Menschen befallen, Resistenzen gegen Medikamente bilden. Dadurch können die Mittel im Falle einer Krankheit wirkungslos werden. Obwohl Mäster seit 2006 Antibiotika nicht mehr als Wachstumsförderer verfüttern dürfen und der Tierarzt Medikamente nur noch verabreicht, wenn Tiere krank sind, ist der Verbrauch gestiegen. Das liege vor allem daran, dass meist alle Tiere behandelt würden, auch wenn nur einige Hühner krank seien - und meist lebten mehrere Zehntausend in einem Stall. Der Großteil des in Deutschland verzehrten Hähnchenfleisches kommt aus Niedersachsen. Mehr als die Hälfte der deutschen Hühnermastbetriebe stehen hier. Genaue Zahlen, wie viele Medikamente insgesamt in Deutschland eingesetzt werden, gibt es nicht.
Ab 2012 soll nach einer Bundesverordnung eine Datei erfassen, in welche Postleitzahlenregion wie viele Medikamente geliefert werden. Eine Ausnahme wird es in der Geflügelbranche geben. Hier wird nicht aufgeschlüsselt, wohin die Medikamente geliefert werden. Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums sind datenschutzrechtliche Bedenken der Grund dafür. Mehrere Tierärzte bezweifelten gegenüber NDR Info diese Begründung. "Dass es ausgerechnet in der Geflügelbranche keine aufgeschlüsselten Daten geben soll, ist ein Skandal", sagte der Veterinär Rupert Ebner, "hier dürfte die Geflügelwirtschaft viel Druck auf die Politik ausgeübt haben."
ddp, dpa
Hähnchen schrieb:
am 28. Oktober 2011 um 18:08:05
(3)
(0)
Antibotika
Trotz aller Bekenntnisse, es wird weiter gedopt, betrogen und verachtend Mensch und Tier vergiftet. Verweigert Fleisch oder kauft
beim Biohof in eurer Nähe. Die Banditen, die uns regieren, helfen sowieso nur der Fleischmafia! Wir sind es auch selber schuld, denn für wenig Geld kann man nur Mist kaufen.
mehr
Kommentar melden
numis schrieb:
am 27. Oktober 2010 um 11:11:30
(4)
(0)
hähnchen
warum steht dann nicht auf der verpackung: dieses tierische produkt enthält antibiotika...
Kommentar melden
tierfreund schrieb:
am 27. Oktober 2010 um 09:35:15
(0)
(2)
antibiotika-Hähnchen
Leute, fragt mal diejenigen, die kein Geld für gutes Fleisch ausgeben wollen, immer mehr für weniger geld, das solls
sein, und der Profit muß steigen, verzichtet auf Mastfleisch, esst weniger davon. Ein natürlich gewachsenes Hähnchen braucht 6 - 8 monate, um schlachtreif zu werden. da kann doch kein Mensch Gewinn erzielen. Und wer soll das bezahlen in Zeiten von Lohndumping und Hartz IV ?? Nur die Oberschicht überlebt gesund dank Spitzenverdienste, mit denen mansich gesundes Fleisch leisten kann
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Die neue Frühlingskollektion von Topmarken: tolle Schuhe, Mode u.v.m. - Versand gratis. mehr
Testsieger-Patronen für Marken-
drucker im TÜV-geprüften Online-
Shop kaufen. mehr
Nur für kurze Zeit: luftige Sommer-
kleider u.v.m. bis Gr. 58 versand-
kostenfrei bestellen! zum Special
Nie wieder offline - mit dem Smart100 endlos in besten D-Netz unterwegs. von congstar.de