15.01.2010, 12:24 Uhr | cme
Antibiotika werden oft falsch dosiert. (Foto: imago)Antibiotika werden - wie andere Medikamente auch - meist für jeden gleich dosiert. Ob jemand 50 Kilo wiegt oder 150, wird dabei nicht berücksichtigt. "Völlig veraltet und unverantwortlich", sagen griechische Forscher. In einer Stellungnahme in der Fachzeitschrift "The Lancet" fordern die Mediziner nun, die Dosierung von Medikamenten an das Körpergewicht anzupassen. Das Problem: Werden Antibiotika zu niedrig dosiert, besteht das Risiko, dass resistente Erreger überleben. Vor dem Hintergrund, dass immer mehr Menschen zu dick sind, hat sich das Problem der falschen Dosierung verschärft.
Die aktuelle Praxis sieht folgendermaßen aus: Einer 56 Kilogramm leichten Frau wird die gleiche Dosis gegeben wie einem 90 Kilogramm schweren Mann. Dies sei nahezu unverantwortlich, warnt Mediziner Matthew Falagas, der zusammen mit seinem Kollegen Drosos Karageorgopoulos die Stellungnahme verfasste. Zwar müssten vor der Zulassung von Medikamenten bereits jetzt spezielle Studien für Kinder, ältere Menschen sowie Leber- und Nierenkranke durchgeführt werden. Für alle anderen Abweichungen vom Durchschnitt gelte das jedoch nicht, so die Mediziner.
Dabei spielt nicht nur der Body Mass Index für die Arzneiwirkung eine Rolle. Auch der Muskel- und Fettanteil des Körpers hat Einfluss darauf, wie ein Medikament im Körper wirkt. Übergewichtige hätten nicht nur ein anderes Körpervolumen, sondern auch eine andere "Körperchemie", sagt Falagas. Denn die vom Fettgewebe produzierten Hormone und Botenstoffe könnten die Wirkung eines Mittels beeinflussen.
Den Medizinern zufolge ist es dringend notwendig, Studien zur Dosierung von Antibiotika und antiviralen Medikamenten neu auszuwerten und die Dosierungsempfehlungen anzupassen. Andernfalls drohe eine deutliche Verschärfung des Resistenzproblems. Das Risiko, dass Krankheitserreger resistent werden, steigt vor allem dann, wenn Antibiotika zu niedrig dosiert oder zu früh abgesetzt werden. Dann überleben die unempfindlicheren Keime und vermehren sich weiter. Experten fordern immer wieder, dass Ärzte bei der Verschreibung überlegter vorgehen sollten, um eine Resistenzbildung zu verhindern.
Sind die Erreger eines Patienten gegen ein oder mehrere Antibiotika resistent, kann eine Infektion oftmals nur schwer mit Medikamenten behandelt werden. Das wiederum kann tödlich enden. Genaue Zahlen dazu sind schwer zu ermitteln. Das Robert Koch-Institut (RKI) schätzt jedoch, dass sich jedes Jahr rund 400.000 bis 600.000 Männer, Frauen und Kinder in Krankenhäusern mit resistenten oder nichtresistenten Keimen infizieren.
cme
Beobachter schrieb:
am 12. August 2010 um 11:16:55
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Antibiotik
Dazu kommt noch der leichtsinnige Umgang mit Antibiotik und die Unwissenheit der meißten Patienten. Dies veruraschen großen
volkswirschaflichen Schaden, wenn dadurch ein Bakterienstamm resistent wird. Auch die unverantwortliche Medikamentierung von Zuchtvieh, ausgeloeßt durch die Massentierhaltung und dersen Rückstände in unserer Nahrung und im Trinkwasse, sowie menschliche Rückstäde (z.B.im Urin), die nicht in Kläranlagen elemeniert werden können, tragen zu desem Desaste erfolgreich bei.
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